11. Juni 2019 / 22:34 Uhr

DFB-Team mit Tor-Festival gegen Estland - Löw-Vertreter Sorg feiert zweiten Sieg in Folge

DFB-Team mit Tor-Festival gegen Estland - Löw-Vertreter Sorg feiert zweiten Sieg in Folge

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Tor-Festival in Mainz: Die deutsche Nationalelf spielte Estland an die Wand.
Tor-Festival in Mainz: Die deutsche Nationalelf spielte Estland an die Wand. © Adam Pretty/Bongarts/Getty Images
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Die deutsche Nationalelf hat sich mit einem 8:0-Kantersieg gegen Estland in die Sommerpause verabschiedet. Je zwei Tore von Marco Reus und Serge Gnabry sowie weitere Treffer von Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Timo Werner und Leroy Sané sorgten in Mainz für den zweiten Erfolg unter Interimscoach Marcus Sorg.

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Das Seuchenjahr der Fußball-Nationalmannschaft ist auch faktisch vorüber. Mit dem 8:0 gegen Estland beendete das DFB-Team die Saison 2018/2019 und geht mit neun Punkten als Tabellenzweiter der EM-Qualifikationsgruppe C in die Sommerpause, weil Spitzenreiter Nordirland (12 Punkte) eine Partie mehr auf dem Konto hat. Morgen in zwei Wochen jährt sich das WM-Vorrundenaus gegen Südkorea erstmals. Die letzten Auftritte machten aber richtig Spaß und Hoffnung auf bessere Zeiten. Kapitän Manuel Neuer: „Wir hatten einen guten Spielfluss und haben den Gegner einfach niedergespielt.“

Die Einzelkritik: Deutschland gegen Estland

Deutschland hat einen klaren Sieg über Estland in der EM-Qualifikation gefeiert. Alle DFB-Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Deutschland hat einen klaren Sieg über Estland in der EM-Qualifikation gefeiert. Alle DFB-Spieler hier in der Einzelkritik. ©
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Gegen die zweitklassigen Esten gab es sogar eine echte Abschlussparty. Marcus Sorg, der erneut den verletzten Bundestrainer Joachim Löw vertrat, änderte seine Startelf im Vergleich zum Weißrussland-Spiel am vergangenen Samstag auf zwei Positionen: Für Jonathan Tah und Lukas Klostermann standen Leon Goretzka und Thilo Kehrer in der Startelf.

Sorgs estnischer Kollege Martin Reim hatte im Vorfeld angekündigt, sich im Falle eines Sieges gegen Deutschland einer Ganzkörperrasur zu unterziehen – und sich dafür eine Betontaktik ausgedacht. Von der ersten Minute an versammelte sich seine Mannschaft bis auf Stürmer Sergei Zenjov um den eigenen Strafraum. Es entwickelte sich ein Powerplay der Gastgeber, ähnlich wie ein paar Tage zuvor in Weißrussland. Und genau wie in dieser Partie dauerte es am Dienstag nicht lange, bis Deutschland den Abwehrriegel geknackt hatte: Ilkay Gündogan bediente Thilo Kehrer, der Paris-Legionär legte quer auf Marco Reus, der in der 10. Minute nur noch das Füßchen hinzuhalten brauchte.

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DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte im SPORTBUZZER-Interview „attraktiven und mutigen Fußball“ versprochen und sagte: „Ich glaube, die Leute haben wieder Lust auf diese Mannschaft.“ Er sollte Recht behalten. Tolle Stimmung in Mainz, Schützenfest auf dem Platz. Schon vor dem Anpfiff hatten die Fans Gespür bewiesen, als sie ein Plakat ausrollten: „Heute Kämpfer, morgen Gewinner – Schmerz geht vorbei, Stolz bleibt für immer.“

Reus spricht vom schönsten Tor seiner Länderspielkarriere

Von Sommermüdigkeit war auch beim Team nichts zu spüren. Im Mittelfeld zogen Gündogan und Joshua Kimmich die Fäden, auf den Flügeln wirbelten Thilo Kehrer und Nico Schulz. Und ganz vorne sorgten Leroy Sané, Serge Gnabry und Reus für Daueralarm.

Während Timo Werner zunächst auf der Bank schmorte, sprühte das Offensivtrio vor Spielwitz. Vor dem 2:0 bediente Sané seinen Kumpel Gnabry (17.), der ihn künftig gern auch beim FC Bayern als Mitspieler hätte. Das 3:0 war ebenfalls eine Münchner Koproduktion: Flanke Kimmich, Kopfball Leon Goretzka (20.). Keine fünf Minuten später wurde Goretzka im Strafraum gelegt, Gündogan verwandelte den Elfmeter zum 4:0. Dann traf Reus die Latte, versenkte aber anschließend einen Freistoß aus ähnlicher Position (37.). Anschließend sprach er vom vielleicht schönsten Tor seiner bisherigen Länderspielkarriere.

Nach der 5:0-Pausenführung nahm das DFB-Team etwas den Fuß vom Gas. Pfiffe, die es in der abgelaufenen Saison mehrfach gegeben hatte, waren an diesem Abend aber nur zu hören, wenn es die La-Ola-Welle nicht durch das ganze Stadion schaffte. Jubel gab es dagegen für die letzten Torschützen Gnabry (62.), Werner (79.) und Sané (88.).

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Trotz gutem Saisonabschluss: DFB-Statistik weiter ausbaufähig

Durch das 8:0 geht Sorg als ungeschlagener Bundestrainer in die Geschichte ein. Seine Bilanz: zwei Spiele, sechs Punkte, 10:0 Tore.

Was bleibt sonst hängen aus Jahr eins nach dem WM-Debakel? Die Statistik (zehn Spiele, fünf Siege, drei Remis, zwei Niederlagen) ist weiter ausbaufähig, ein Aufwärtstrend aber deutlich zu erkennen. Die Mannschaft braucht nach den Abgängen von Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller neue Anführer, doch es scheint, als ob wieder etwas zusammenwächst. „Der Umbruch ist noch lange nicht abgeschlossen“, sagte Goretzka. Fortsetzung folgt also garantiert.

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