25. November 2019 / 22:46 Uhr

Missglücktes Kocak-Debüt gegen Darmstadt: Hannover 96 zu Hause weiter sieglos

Missglücktes Kocak-Debüt gegen Darmstadt: Hannover 96 zu Hause weiter sieglos

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Felipe zeigt gegen Darmstadts Serdar Dursun vollen Einsatz. 
Hannovers Felipe zeigt gegen Darmstadts Serdar Dursun vollen Einsatz.  © imago images/Jan Huebner
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Der Einstand von Trainer Kenan Kocak ist missraten: Hannover 96 hat das Heimspiel am Montagabend gegen den SV Darmstadt 98 mit 1:2 verloren - und bleibt damit im heimischen Stadion weiter sieglos. Damit sind die Roten nun auf den Relegationsplatz abgerutscht. 

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Kenan Kocak baute sich gleich am Spielfeldrand auf. Die Arme verschränkt, die Augen auf seine Spieler gerichtet. Vorhang auf also für den neuen Trainer, mit dem alles besser werden sollte. Die Bühne war bereitet, es ging für 96 darum, zum Effekthascher zu werden. Der Trainerwechsel soll sich sofort auswirken, die Saison neu beginnen - die Hoffnung auf den Traumstart lebte. Es wurde aber ein Albtraumstart. 96 wartet auch nach dem siebten Heimspiel auf einen Sieg. Das 1:2 ist die dritte Heimpleite, bei vier Unentschieden. 

Stadion so leer wie zuletzt vor 22 Jahren

Nach vier Minuten musste Kocak schon den ersten Schock verdauen - Rückstand durch ein Eigentor von Waldemar Anton. So ein Auftakt wünscht sich keiner. Und es wurde auch nicht besser - was sehr viele Menschen, die 96 eigentlich zugetan sind, geahnt haben müssen. Das Stadion war so leer wie schon seit Drittligazeiten vor 22 Jahren nicht mehr. Offiziell verkündete 96, dass es 22.100 gewesen sein sollen, weil die 20 000 Dauerkarten mitgezählt werden. Als die Zahl vom Stadionsprecher verlesen wurde, lachten die Fans. Tatsächlich auf den Weg gemacht hatten sich vielleicht 10.000, vielleicht nur 9000. Die Mannschaft hat das Stadion leer gespielt - und sie macht auch unter dem neuen Trainer nicht halt. 

Die spannende Frage vorher war, was Kocak an der Aufstellung ändert. Die Antwort: Von den Namen her nicht viel, allerdings stellte er den Linksfuß Edgar Prib auf die für ihn ungewohnte rechte offensive Seite. Prib sollte wohl den Arjen Robben machen und wie der Ex-Bayernstar von außen nach innen ziehen und mit links aufs Tor schießen. Die Idee verpuffte, Prib wurde nach einer Stunde von Emil Hansson abgelöst. Überraschend spielte auch Genki Haraguchi auf der Sechs im defensiven Mittelfeld. Das inspirierte ihn immerhin zum ersten Tor überhaupt nach eineinhalb 96-Jahren - dem 1:1-Ausgleich (14.).

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem SV Darmstadt 98

Schmerzhaft: Darmstadts Marvin Mehlem landet auf Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. Zur Galerie
Schmerzhaft: Darmstadts Marvin Mehlem landet auf Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. ©
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Die Spieler wollten, aber sie konnten nicht

Ansonsten sollten diejenigen die Karre aus dem Dreck ziehen, die sie auch hineingefahren haben. Marvin Bakalorz war jedoch als Kapitän von Anfang dabei, die so dringend herbeigesehnte Stabilität konnte er seiner Mannschaft aber nicht verleihen. Er rutschte viel über den Rasen und kam meist zu spät in die Zweikämpfe. So auch beim1:2 durch Tobias Kempe (29.).

Sebastian Jung verteidigte bei seinem ersten Einsatz nach drei Monaten Verletzungspause auf der rechten Seite ebenfalls mehr schlecht als recht. Der EX-Wolfsburger fügte sich in ein 96-Gefüge ein, bei dem nichts zusammenpasste. Neben den bekannten Defensivschwächen lief auch offensiv wenig bis gar nicht zusammen. Kocak versuchte immer wieder zu coachen, beklatschte selbst harmlose Schussversuche wie von Florent Muslija, schimpfte über Rückpässe, forderte, die Brust zu zeigen. Die Spieler wollten wohl auch, aber sie konnten nicht. Sie warfen sich in die Zweikämpfe und Bälle, doch alles wirkte chaotisch und unorganisiert.

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Schiedsrichter verhindert 96-Ausgleich

Und dann kam Marc Stendera mit seinem Knaller aus 25 Metern - scheinbar der Ausgleich zum 2:2. Aber es hörte auf, wie es begonnen hatte. Per Videobeweis wurde das Tor aberkannt. De Schiedsrichter hatte den Ball berührt, ist nach neuer Regel nicht mehr Luft. Hochball statt Ausgleich - ein bitterer Schlusseffekt, der noch mit einer gelb-roten Karte für Stendera wegen Meckerns garniert wurde am Ende eines bitteren Abend für Kocak und 96. Die Mannschaft ist als 16. der Tabelle endgültig im Abstiegskampf angekommen.

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