02. Oktober 2021 / 17:31 Uhr

Zwei Standard-Gegentore und zu wenig Kreativität: Hertha verliert Heimspiel gegen Freiburg 

Zwei Standard-Gegentore und zu wenig Kreativität: Hertha verliert Heimspiel gegen Freiburg 

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
 Berlin, 02.10.2021, Fussball, Bundesliga, 7. Spieltag, Hertha BSC - SC Freiburg, Olympiastadion. Maximilian Eggestein von SC Freiburg kaempft gegen Berlins Suat Serdar l und Davie Selke r um den Ball. DFL regulations and DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video, Foto: Andreas Gora Hertha BSC - SC Freiburg *** Berlin, 02 10 2021, Football, Bundesliga, 7 Matchday, Hertha BSC SC Freiburg, Olympiastadion Maximilian Eggestein of SC Freiburg fights Berlins Suat Serdar l and Davie Selke r for the ball DFL regulations and DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video, Foto Andreas Gora Hertha BSC SC Freiburg
Suat Serdar (l.) gehört zu den besten Berlinern, Davie Selke (r.) musste zur Halbzeit wegen einer Kopfverletzung ausgewechselt werden. © imago images/Andreas Gora
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Die Berliner unterliegen den Breisgauern im heimischen Olympiastadion mit 1:2. Dabei präsentierten sich die Herthaner über weite Strecken ideenlos und kassieren beide Gegentore nach Eckbällen.

Nur zögerlich und nach Aufforderung der eigenen Anhänger schlichen die Spieler von Hertha BSC in die Ostkurve, einige der Fans unter den 18.376 im Olympiastadion hatten schon während der Partie und nach dem Schlusspfiff ihren Unmut über die Leistung ihrer Mannschaft mit Pfiffen kundgetan. Beim 1:2 (0:1) gegen den SC Freiburg kassierten die Berliner beide Gegentore nach einer Ecke, es waren die Gegentreffer sieben und acht nach einem ruhenden Ball in dieser Spielzeit. Dazu präsentierten sich die Berliner ziemlich ideenlos, die Freiburger agierten dagegen abgezockt und blieben auch im siebten Saisonspiel ohne Niederlage. Die Breisgauer sprangen dadurch auf den dritten Tabellenplatz, Hertha liegt auf Rang 13.

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In der Anfangsphase waren die Herthaner zunächst besser im Spiel als die Gäste, hielten sich häufig in der Hälfte des SC Freiburg auf. In der 7. Minute lief Stevan Jovetic nach einem schönen Pass von Suat Serdar alleine auf SCF-Torwart Mark Flekken zu, doch weil er Probleme bei der Ballannahme hatte, konnte Manuel Gulde noch den Torabschluss verhindern. Sieben Minuten später scheiterte Jovetic mit einem schönen Freistoß, der allerdings zu zentral auf das Tor kam, sodass Flekken wenig Mühe hatte. Der Montenegriner war ebenso neu in der Startelf wie Kevin Prince Boateng, Marko Richter und Kapitän Dedryck Boyata.

Hertha BSC in Noten: Die Einzelkritik zum 1:2 gegen den SC Freiburg

Die Spieler von Hertha BSC in der Einzelkritik. Zur Galerie
Die Spieler von Hertha BSC in der Einzelkritik. ©

Etwas überraschend fiel in der 17. Minute die Führung für die Freiburger. Nach einem Eckball von SCF-Kapitän Christian Günther schob Philipp Lienhart zwar Gegenspieler Davie Selke etwas weg und köpft anschließend ein, doch für ein Foul war das zu wenig. Das Gegentor hemmte die Hertha zusehends, von Minute zu Minute wurden die Berliner schlechter. Die besten Gelegenheiten zum Ausgleich hatten noch Marvin Plattenhardt mit einem direkten Freistoß (23.) und Marko Richter mit einem sehenswerten Volley, der nur ganz knapp am langen Pfosten vorbeiging (27.). Freiburg kontrollierte die Partie aber weitestgehend, ohne allzu viel Gegenwehr zu bekommen.

Schon vor der Partie hatte Herthas Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic seinem Trainer den Rücken gestärkt, "wenn er gute Arbeit macht, dann müssen wir gar nicht drum reden", betonte Bobic im Sky-Interview kurz vor dem Anpfiff. Auf den Rängen machte sich nach einer halben Stunde Unruhe breit, als der Ball nicht zum ersten Mal zu Keeper Alexander Schwolow zurückgespielt wurde und der ihn nur nach vorne schlagen konnte. Zu wenige Anspielstationen boten sich, zu wenig Kreativität entfaltete das Mittelfeld um Kevin-Prince Boateng und Lucas Tousart. Ein Lichtblick blieb Suat Serdar, der das ein oder andere Highlight defensiv wie offensiv setzen konnte. Zur Halbzeitpause waren die Hertha-Fans mit ihrer Geduld am Ende und pfiffen ihre Mannschaft in die Kabine.

Dardai wechselt früh fünfmal

Dardai wechselte zur Pause zweimal, nahm Sohn Marton und verletzungsbedingt auch Angreifer Davie Selke vom Feld. Für die beiden kamen Rechtsverteidiger Peter Pekarik und Angreifer Krzysztof Piątek, der nach seinem Knöchelbruch in der Endphase der vergangenen Saison sein Comeback feierte. Mit den Wechseln stellten die Berliner auch auf eine Viererkette um, Richter, der sich in den ersten zehn Minuten in der Defensive zweimal überlaufen ließ, rückte weiter nach vorne. Die Umstellungen änderten zunächst nicht sonderlich viel am Spielverlauf. Dardai wechselte deshalb munter weiter, für Boateng und Richter kamen Dennis Jastrzembski und Jurgen Ekkelenkamp (58.), vier Minuten später auch noch Maximilian Mittelstädt für Jovetic.

Die Einwechslungen zahlten sich schließlich doch aus: Serdar spielte einen perfekt dosierten Pass in den Lauf von Mittelstädt, der von der linken Seite für Piatek auflegte. Der Pole hatte in der Mitte keine Probleme mit dem 1:1 (70.). Die Berliner spielten plötzlich wie ausgewechselt, gingen bissiger in die Zweikämpfe und erspielten sich Chancen. Nur vier Minuten nach dem Ausgleich landete Ekkelenkamps Schuss nur an der Latte, weil ein Freiburger den Versuch noch abgefälscht hatte. In dieser Phase sah es so aus, als würden die Berliner das Spiel noch komplett drehen - ehe wieder ein Eckball zum Rückstand führte. Dem zwei Minuten zuvor eingewechselten Nils Petersen sprang ein Abpraller vor die Füße, den er per Fallrückzieher verwandelte - der Endstand.