18. August 2020 / 22:51 Uhr

RB Leipzig gegen Di Maria, Neymar und Co. ohne Chance - PSG im Champions-League-Finale

RB Leipzig gegen Di Maria, Neymar und Co. ohne Chance - PSG im Champions-League-Finale

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
 Die PSG-Stars um Angel Di Maria und Neymar waren zu stark für RB Leipzig.
Die PSG-Stars um Angel Di Maria und Neymar waren zu stark für RB Leipzig. © imago images/SVEN SIMON/ Frank Hoermann/Poolfoto
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Paris St. Germain hat den Marsch von RB Leipzig durch die Champions League gestoppt und ist erstmals in seiner Vereinsgeschichte ins Königsklassen-Endspiel eingezogen. Di Maria, Neymar, Mbappé & Co. waren für die Sachsen zu stark.

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Lissabon. Ein Wetter, um Helden zu zeugen. Ein Tag, wie gemalt, um Geschichte zu schreiben. Fußball-Geschichte. In Lissabon. Die Roten Bullen hatten im Viertelfinale Atletico Madrid ausgeknockt, laufen im Champions-League-Halbfinale gegen die Weltauswahl von Paris St. Germain gegen eine undurchdringliche Wand, kommen nie in die Nähe eines erneuten Fußball-Wunders. Groß-Paris schlägt Klein-Paris im Estadio da Luz und beendet die Träume der Rasenballer von der Krone Europas. Marquinho (13.), Angel di Maria (42.) und Juan Bernat (56.) treffen für das Team von Thomas Tuchel. Zwei der drei Treffer kommen nach derben Fehlern der Leipziger zustande. Darf man sich auf diesem Niveau nicht erlauben.

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Das war ernüchternd: RB Leipzig präsentierte sich im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain über weite Strecken seltsam gehemmt, passiv und ohne Ideen und verlor auch in dieser Höhe verdient mit 0:3. Zur Galerie
Das war ernüchternd: RB Leipzig präsentierte sich im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain über weite Strecken seltsam gehemmt, passiv und ohne Ideen und verlor auch in dieser Höhe verdient mit 0:3. ©

Das Leipziger Allerlei reicht gegen entfesselte Pariser nicht. Kein zweites Leipziger Finale also. 33 Jahre nach dem Endspiel zwischen dem 1. FC Lok und Ajax Amsterdam am 13. Mai 1987. Damals entschied in Athen Marco van Basten die Partie gegen René Müller, Matthias Lindner, Uwe Zötzsche, Matthias Liebers und Co. Es war der Pokal der Pokalsieger. Das 2020er Finale um die Königsklasse steigt am Sonntag um 21 Uhr. Der Gegner von Thomas Tuchels Stars wird am Mittwoch, 21 Uhr, im Spiel zwischen den Bayern und Lyon ermittelt. Diesen Pariser ist nach dieser Macht-Demonstration alles zuzutrauen. Die Rasenballer fliegen Mittwoch Vormittag zurück nach Leipzig und gehen in einen Kurzurlaub.

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Julian Nagelsman, 33, im Duell mit seinem Ex-Trainer Tuchel, 46, mit einer Änderung. Für Marcel Halstenberg rückt Nordi Mukiele ins Team. Tuchel bingt alle Pariser in Stellung, die ihr Ausnahmekönnen schon an noch gewaltigeren Abenden unter Beweis gestellt haben. Als da unter anderem wären: Kylian Mbappe, Angel di Maria und die brasilianische 222-Millionen-Euro-Erscheinung Neymar. Das prall gefüllte 5000-Kalorien-Fresspaket für die Berichterstatter weist auf eine Verlängerung hin. Weiß der Caterer mehr? Nö.

Während die Freunde und Helfer in Leipzig angestrengt versuchen, das Johann-Sebastian-Bach-Denkmal von einem spannenden XXL-RB-Trikot zu befreien, wird in Lissabon angestoßen. Rein in die wichtigste Partie beider Club-Historien. Rein in ein Geisterspiel, das sich auch und vor allem die Profis von Bayern München und Olympique Lyon reinziehen.

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Guido Schäfer hat die Leistung von RB Leipzig im Champions-League-Halbfinale gegen Paris bewertet. Diese Noten gibt er der Nagelsmann-Elf. Zur Galerie
Guido Schäfer hat die Leistung von RB Leipzig im Champions-League-Halbfinale gegen Paris bewertet. Diese Noten gibt er der Nagelsmann-Elf. ©

Paris mit der ersten Monster-Chance. Mbappe steil auf Neymar, Außenrist, Außenpfosten (6.). Kurz später schießt Mbappe das1:0, das Tor zählt nicht, weil Neymar einen Peter-Gulacsi-Hieb mit der Hand blockiert hat. RB spielt zunächst munter mit, Marcel Sabitzer und Co. sorgen mit Flanken für Pariser Puls. Dann fällt die Führung für den französischen Serienmeister. Freistoß von di Maria, Lukas Klostermann und Yussuf Poulsen hängen zwischen Baum und Borke, Marquinho ist frei, Bogenspannung, Kopfball, 1:0 (13.).

Frühe Rückstände sind Gift fürs Selbstwertgefühl, zerfleddern jeden noch so gut gemeintem Matchplan. Paris zaubert und hat durch Mbappe das 2:0 auf dem Fuß. Gulacsi rettet. RB geht in dieser Phase vieles zu schnell, taumelt wie ein angeknockter Boxer, rappelt sich auf. Konrad Laimer setzt sich auf der rechten Seite durch, passt auf Kapitän Poulsen, der am Fünfmeter-Raum Zentimeter neben den rechten Pfosten schießt (25.).

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RB kommt gegen die selbstgewissen Virtuosen nicht in die Zweikämpfe, kann keinen Druck auf Ball und Gegner aufbauen. In der 35. Minute zwirbelt Neymar einen Freistoß aus Fernglas-Entfernung an den rechten Außenpfosten. RB kann den knappsten aller Rückstände nicht in die Kabine retten. Fehlabspiel Gulacsi auf Sabitzer, Leandro Paredes setzt Neymar ein, Hackentrick auf di Maria, abgezockter Abschluss zum 2:0 (42.). Eine Minute später kann Neymar nach Mbappe-Pass das 3:0 machen, lässt Gnade vor Recht ergehen. Pause. Paris führt zu Recht 2:0, steht zu Recht mit eineinhalb Beinen im Finale.

Wiederbeginn. Nagelsmann bringt Emil Forsberg und Patrik Schick für Christopher Nkunku und Dani Olmo. Geht noch was? No. Nach Forsbergs Vollspannstoß fällt die Entscheidung. Mukiele rutscht weg, di Maria flankt auf Juan Bernarts Kopf, 3:0 (56.). Paris hat alles im Griff und Chancen auf noch mehr Treffer. RB müht sich nach nachlassenden Kräften, Angelinos brettharter Schuss wird zur Beute des nahezu beschäftigungslosen Sergio Rico. Gulacsi bewahrt sein Team vor einer noch höheren Niederlage. Dann ist es vorbei. Aus im Halbfinale. Trotzdem: Hut ab.