27. Dezember 2021 / 21:11 Uhr

"Gute Körpersprache": Recken holen wichtigen Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen

"Gute Körpersprache": Recken holen wichtigen Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Traf mit jedem seiner fünf Würfe ins Löwen-Tor: Recke Evgeni Pevnov.
Traf mit jedem seiner fünf Würfe ins Löwen-Tor: Recke Evgeni Pevnov. © imago images/Eibner
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Die TSV Hannover-Burgdorf überzeugt beim 31:25-Auswärtserfolg bei den Rhein-Neckar Löwen und sammelt wichtige Punkte. Phasenweise führte die Mannschaft von Trainer Christian Prokop ihren favorisierten Gegner sogar vor.

Vier Minuten vor Schluss reckte Trainer Christian Prokop die Fäuste dreimal nach oben, dann klatschte er mit der Auszeittafel in der Hand. Die TSV Hannover-Burgdorf führte klar bei den Rhein-Neckar-Löwen und den Favoriten phasenweise sogar vor. Mit 31:25 gewannen die Recken und sammelten wichtige Punkte ein. „Eine überzeugende Leistung, gute Körpersprache, echt cool“, sagte Sportchef Sven-Sören Christophersen, „wir gewinnen hier völlig verdient.“

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Die Recken mussten auf Martin Hanne verzichten, der sich gegen Göppingen eine Bauchmuskelzerrung zugezogen hatte. Die Mannheimer hatte es indes ärger erwischt: Uwe Gensheimer und Jannik Kohlbacher fielen angeschlagen aus. Dass da also etwas gehen könnte bei den Löwen, darauf durften die Gäste schon vor dem Anwurf hoffen. „Dieses Spiel ist absolut super wichtig“, sagte Prokop, der am Heiligabend seinen 43. Geburtstag gefeiert hatte. „Mit zwei kleinen Kindern und der Bescherung und all dem – mein Geburtstag war mittags vergessen“, sagte der Chefcoach schmunzelnd.

Bilder vom Spiel der Handball-Bundesliga zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der TSV Hannover-Burgdorf

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Bilder vom Spiel der Handball-Bundesliga zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der TSV Hannover-Burgdorf ©

Der Kreisverkehr lief sehr flüssig bei den Recken

Er packte beim Stand von 3:5 eine erste Ansprache aus (8. Minute), forderte in der Auszeit mehr Disziplin und eine aggressive Abwehr. Und die Recken legten einen 4:0-Lauf hin. Der gute Torwart Domenico Ebner parierte einen Siebenmeter, und stets fanden die Recken Lücken. Besonders Veit Mävers tat sich dabei hervor, glänzte mit Anspielen an Evgeni Pevnov – der Kreisverkehr lief sehr flüssig bei der TSV. Sie hielt ihren Vorsprung bei zwei Treffern.


Ein besonderes Tor zum 15:12 gelang Spielmacher Jonathan Edvardsson, er wechselte den Ball am Kreis aus der rechten Wurfhand in die Linke und war erfolgreich. Ärgerlich aus Sicht der Recken, dass sie diese Polster nicht in die Pause retteten.

Prokop verlangt mehr Ruhe

Dieses stellten sie aber gleich nach der Halbzeit her. Einen Fehlpass ins Aus fing prompt Prokop mit beiden Händen, der Gegenstoß führte erneut über den Kreis und Sebastian Roscheck zum 19:15. Aber selbst schwächelnde Löwen mit dem früheren Burgdorfer Keeper Nikolas Katsigiannis – nicht in Bestform – waren damit nicht gebändigt, in einer Partie mit vielen Pfostentreffern kämpften sie sich zurück, kamen aber nicht zum Ausgleich. „Ruhig, ruhig“, verlangte Prokop, der zwischen einer 6:0- und 3:2:1-Abwehr wechseln ließ.

Vor dem Gegenstoß zum 25:20 durch Filip Kuzmanovski (47.) zeigten die Recken, wovor ihr ehemaliger Mitspieler Mait Patrail gewarnt hatte: Sie provozierten den Fehler, hatten viele Hände, kämpften und sprangen nach jedem Ball. Nejc Cehte gelang mit dem Tor zum 27:21 die höchste Führung der TSV.

Mehr über die Recken

Als Ebner fast im Sitzen einen freien Wurf wegnahm und den Ball über die Latte lenkte, war das ein weiterer Wirkungstreffer der Recken, die sieben Minuten vor Schluss mit 28:24 vorn lagen. Die Gäste brachten es locker über die Zeit, nach dem Abpfiff klatschte Pevnov, der einen Löwenanteil am Erfolg hatte, jeden seiner Mitspieler kräftig ab.

„Uns hat die Leichtigkeit gefehlt, das war sehr ernüchternd“, sagte Mannheims Nationalspieler Juri Knorr, Trainer Klaus Gärtner sprach abermals von einer erschreckenden Leistung und dem zweiten katastrophalen Spiel am Stück. Ganz anders die Recken. „Es war wichtig, dieses gute Gefühl mitzunehmen und sich mal zu belohnen. Das ist eindrucksvoll gelungen“, sagte Christophersen.