18. Dezember 2020 / 16:03 Uhr

Spielbetrieb ausgesetzt: Hannovers Volleyball-Teams stellen sich auf monatelange Pause ein

Spielbetrieb ausgesetzt: Hannovers Volleyball-Teams stellen sich auf monatelange Pause ein

Dirk Herrmann und Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kai Hartel (Trainer der TSV Burgdorf) stellt sich auf eine lange Pause ein - auch die GR Volleys müssen ihre neuen Trikots (eingeklinkt, rechts) erstmal im Schrank lassen.
Kai Hartel (Trainer der TSV Burgdorf) stellt sich auf eine lange Pause ein - auch die GR Volleys müssen ihre neuen Trikots (eingeklinkt, rechts) erstmal im Schrank lassen. © Thomas Bork / privat
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Sie hatten es erwartet: Der Volleyball-Spielbetrieb in der laufenden Saison wird ausgesetzt, damit müssen die Teams aus der Region erneut lange pausieren. Die Verantwortlichen der GR Volleys, der TSV Burgdorf und des TuS Wunstorf tragen die Situation mit Fassung, aber: "Spaß macht das alles nicht mehr."

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Über einen neuen Trikotsatz, gesponsert von der Targo-Bank, konnten sich die Grasdorf/Rethen Volleys kürzlich freuen. Doch die grauen Sporthemden mit schwarzem Schulterbesatz wandern jetzt ungetragen für lange Zeit in den Kleiderschrank. „Wir haben ja erst einmal keine Möglichkeit, uns darin zu präsentieren“, sagt Coach Felix Heinrich.

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Die Aussetzung des Spielbetriebs sei für ihn „keine riesige Überraschung“, man habe damit rechnen müssen. „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich alle verbleibenden Spiele noch so hätten unterbringen lassen, dass die Saison auch gewertet werden könnte.“

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GR Volleys hoffen auf Beachvolleyball-Sommer

Als Aufsteiger sind die Volleys in der Oberliga 2 mit zwei Siegen und einer Niederlage gestartet. Nun müssen sie sich ein Dreivierteljahr lang ohne Wettbewerb fit halten. „Wir haben zuletzt schon versucht, mittels einer Videokonferenz gemeinsam aktiv zu sein. Bei dem Versuch ist es aber geblieben“, sagt Heinrich. Sobald es erlaubt sei, wollen sie sich wieder treffen und trainieren. „Vielleicht kann man dann im Kontext von Turnieren auch wieder gegen andere Mannschaften antreten“, hofft er. „Und die Beachvolleyballsaison im Sommer haben wir ja auch noch nicht abgeschrieben.“

Burgdorfs Hartel: "Nicht vor Ende März, Anfang April"

Beim Staffelgefährten TSV Burgdorf, der eine seiner bisherigen zwei Partien gewonnen hat, geht Trainer Kai Hartel davon aus, dass „nicht vor Ende März, Anfang April“ der Trainingsbetrieb wiederaufgenommen werden kann. Seine Spieler bis dahin auf Trimm-dich-Pfade zu schicken, davon hält er nicht viel. „Ich frage mich, wofür sie das machen sollten“, sagt Hartel. „Als Sportler sind wir zwar Bewegungsmenschen, aber als Mannschaft braucht man ein gemeinsames Ziel. Das haben wir momentan aber nicht. Ich bin erst einmal froh über den Tag, an dem wir wieder zusammen in der Halle stehen werden.“


Schlimmste Erwartungen treffen für Coach Hartel ein

Ob die Entscheidung, die Volleyballsaison nicht fortzusetzen, klug oder übereilt sei, sei schwierig zu beurteilen. „Meine schlimmsten Erwartungen sind eingetroffen. Das macht uns mächtig traurig“, sagt Hartel. Die Umsetzung der Hygienekonzepte habe in Burgdorf vor dem Lockdown gut funktioniert. „Wir haben die Halle gelüftet und Abstand gehalten – da ist nie etwas passiert“, sagt Hartel. „Wenn ich aber manche Menschen sehe, wie sie damit umgehen, dann frage ich mich, was die da eigentlich machen. Das ist Egoismus, auf dem Rücken der Gesellschaft.“

Für Carsten Ens, Coach des Verbandsligisten TuS Wunstorf, war die Entscheidung des Verbandes, die Saison abzusagen, nur logisch. „Wir waren seit mehr als sechs Wochen nicht in der Halle. Und es gibt nur vage Hoffnungen, dass wir vielleicht in zwei Monaten wieder reinkönnen. Aber auch das ist nur Kaffeesatzleserei. Da ist eine Absage der Saison nur konsequent“, sagt Ens. Auch der Trainingszustand seiner Männer dürfte nach solch einer langen Pause nicht mehr ligatauglich sein.

Spaß auf und neben dem Feld fällt für die nächste Zeit aus

Schön findet er das kaum: „Spaß macht das alles nicht mehr.“ Diesen Spaß hatte sein Team stets – auf und neben dem Feld. „Jetzt am Wochenende hätten wir wie fast immer auch Heimspiele am letzten Spieltag des Jahres gehabt. Da ist es früher immer ordentlich zur Sache gegangen. Nun müssen wir aus unserer Weihnachtsfeier wohl eine Osterhasenfeier machen“, sagt Ens und hofft, dass dann die Spieler noch alle dabei sind – auch ohne angemessenen Fitnesszustand.