07. Februar 2021 / 11:50 Uhr

Spielbetrieb erst ab dem 23. Juli? Wiedergewählter NFV-Präsident Distelrath sagt deutlich: "Nein!"

Spielbetrieb erst ab dem 23. Juli? Wiedergewählter NFV-Präsident Distelrath sagt deutlich: "Nein!"

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spielbetrieb erst wieder ab Sommer? Der wiedergewählte NFV-Präsident Günter Distelrath (kl. Bild) spricht sich gegen den vom Landessportbund Niedersachsen ins Auge gefassten Zeitplan zur Rückkehr in den Sportbetrieb aus. Die TSG Mörse (rotes Trikot) schaute zudem bei einem Antrag auf dem Verbandstag ganz genau hin.
Spielbetrieb erst wieder ab Sommer? Der wiedergewählte NFV-Präsident Günter Distelrath (kl. Bild) spricht sich gegen den vom Landessportbund Niedersachsen ins Auge gefassten Zeitplan zur Rückkehr in den Sportbetrieb aus. Die TSG Mörse (rotes Trikot) schaute zudem bei einem Antrag auf dem Verbandstag ganz genau hin. © Britta Schule/Stefan Zweig
Anzeige

Günter Distelrath bleibt Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes. Er übte deutliche Kritik am vom Landessportbund Niedersachsen ins Auge gefassten Zeitplan zur Rückkehr in den gewohnten Sportbetrieb, der diesen erst ab dem 23. Juli möglich machen will. Der NFV fasst dafür den April ins Auge, Training ab März, sofern es der Inzidenz-Wert zulässt. Auf dem 46. Verbandstag fand zudem der Antrag von Germania Bleckenstedt, der eine Änderung der Spielordnung beantragt hatte, keine Zustimmung. Auf diese Entscheidung hatte auch Bezirksligist TSG Mörse ganz genau geschaut.

Günter Distelrath bleibt für weitere drei Jahre Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes. Die Delegierten erteilten dem 71-jährigen Salzgitteraner beim 46. Ordentlichen Verbandstag des NFV einen klaren Vertrauensbeweis.

Anzeige

Zur Situation des seit November 2020 wieder bestehenden Lockdowns sagte der NFV-Präsident: „Viele kleine Vereine wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll. Diese Sorgen sind auch die Sorgen aller, die für den Fußball im NFV Verantwortung tragen. Deshalb möchte ich Ihnen, liebe Vereinsvertreter, von dieser Stelle aus zurufen: Wir stehen an Ihrer Seite und kümmern uns, wo wir können!“

Mehr heimischer Sport

Deutliche Kritik

Deutliche Kritik übte Distelrath an dem vom Landessportbund Niedersachsen ins Auge gefassten Zeitplan zur Rückkehr in den Sportbetrieb. Vorausgegangen war die Veröffentlichung des Corona-Stufenplans 2.0 der Landesregierung Niedersachsen: „Zu diesem Zeitplan des LSB, der für uns weder plausibel noch akzeptabel ist, sagen wir in aller Deutlichkeit nur ein Wort. Und dieses heißt: nein. Wir sagen nein, dass erst ab dem 23. Juli im Mannschaftssport die Rückkehr zum gewohnten Sportbetrieb möglich sein soll. Ich möchte an dieser Stelle nachdrücklich daran erinnern, dass der Fußball eine ungemein wichtige Kraft ist, um unsere Gesellschaft zusammen zu halten. Eine Kraft, die unser Land mehr denn je braucht. Deshalb fordern wir einen weitaus früheren Wiederbeginn von Training und Wettkampfsport ein, sofern es der Inzidenz-Wert zulässt, und dies wäre ein Wert zwischen 50 und 25. Konkret bedeutet dies einen Wiederbeginn von Trainingsmöglichkeiten in festen Gruppen im Verein ab März und einen Beginn von Wettkampfsport in Gruppenstärke von bis zu 50 Personen ab April.“

Distelrath wünscht sich einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in den Normalzustand, der berücksichtigt, „dass beim Fußballspielen im Freien eine Übertragung des Corona-Virus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist. Zudem sei Fußball im Gegensatz zum Boxen oder Ringen keine „Kontaktsportart“ im Sinne langanhaltender, statischer Ganzkörperkontakte mit hohem Infektionsrisiko, sondern vielmehr eine Sportart mit Kontakten über wenige Sekunden mit geringer Kontaktfläche.“

Anzeige

Trotz der unruhigen Zeiten, Distelrath bleibt optimistisch: „Wenn ich sehe, mit welcher Kreativität, mit welchem Einsatz und mit welcher Entschlossenheit in den Vereinen, Kreisen und Bezirken des NFV gearbeitet wird, dann habe ich keinen Zweifel daran, dass wir trotz aller Herausforderungen für die Zukunft gut aufgestellt sind.“

Neben den Wahlen der Führungsspitze mussten die Delegierten über einige Änderungen der Satzung und Ordnungen des NFV zu befinden. So befürworteten sie mit großer Mehrheit einen Antrag des NFV-Präsidiums, der die Zusammenlegung der Kommission Prävention und Sicherheit sowie der Zulassungskommission zur Kommission Lizenzierung vorsieht.

Antrag abgelehnt

Keine Zustimmung fand ein Antrag von Germania Bleckenstedt, die eine Änderung der Spielordnung beantragt hatte. Der Verein aus dem NFV-Kreis Nordharz hatte dafür plädiert, dass es für den Aufstieg in die Landesliga der Männer künftig nicht mehr erforderlich sein muss, dass ein Verein mit einer weiteren Herrenmannschaft in einer unteren Leistungsklasse und einer Juniorenmannschaft in einer Altersklasse von den A- bis C-Junioren (11er-Mannschaft) im gesamten abgelaufenen und neuen Spieljahr am Pflichtspielbetrieb teilgenommen hat und teilnehmen wird.

Die Bleckenstedter hatten ihren Antrag mit dem demografischen Wandel und dem damit einhergehenden Rückgang von Mannschaften und Spielern begründet. Unter anderem die TSG Mörse hatte darauf gehofft, da dem Klub bereits zweimal - unter anderem in der vergangenen Saison - aufgrund der Unterbauregelung trotz des sportlichen Erfolgs der Aufstieg in die Landesliga verwehrt geblieben war.

Einen breiten Raum nahmen auch die Ehrungen verdienter Funktionäre, Sportler und Förderer des Fußballs ein. So wurde der Gifhorner Egon Trepke zum Ehrenmitglied ernannt. Trepke gehörte dem NFV-Präsidium von 2008 bis 2021 als Vizepräsident an, kandidierte nicht mehr. Der Wolfsburger Dieter Neubauer gehört dem Präsidium als Vorsitzender des Ausschuss für Qualifizierung an .Wilhelm Wilke (Meinersen) ist Mitglied der Revisionsstelle.

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis