25. März 2020 / 15:14 Uhr

Spieler der BG Göttingen haben Zwangspause bis Ende April

Spieler der BG Göttingen haben Zwangspause bis Ende April

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Sie sind noch in Göttingen und halten sich fit: Mihajlo Andric (l.) und Alex Ruoff.
Sie sind noch in Göttingen und halten sich fit: Mihajlo Andric (l.) und Alex Ruoff. © Swen Pförtner
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Die Saison in der Basketball-Bundesliga bleibt unterbrochen. Darauf haben sich die Verantwortlichen während einer Videokonferenz am Mittwoch geeinigt. Ende April wird entschieden, wie es weiter gehen soll.

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Geht die Saison in der Basketball-Bundesliga weiter? Und wenn ja, wie und wann wird dann gespielt? Verantwortliche der Liga und der Klubs haben am Mittwoch während einer Videokonferenz darüber beraten, wie die Spielzeit noch zu retten ist. Am frühen Nachmittag stand dann fest: Abgesagt wird nicht, allerdings wird der Spielbetrieb bis mindestens 30. April ausgesetzt.

Das Präsidium der Arbeitsgemeinschaft Basketball Bundesliga, die Geschäftsführung der BBL GmbH und die 17 Klubs der easyCredit Basketball Bundesliga waren zusammengeschaltet, um über die aktuelle Situation und den weiteren Umgang mit den behördlichen Anordnungen aufgrund des Coronavirus zu beraten.

Mehrheitlicher Beschluss

„In sorgsamer Abwägung und unter Berücksichtigung der obersten Priorität, der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken, wurde mit deutlicher Mehrheit beschlossen, den Spielbetrieb der easyCredit Basketball Bundesliga bis mindestens zum 30. April 2020 weiter auszusetzen“, heißt es in dem gemeinsamen Statement aller Beteiligten. Es bleibe das erklärte Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen, gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus. „Hierzu wird die easyCredit BBL-Zentrale in den kommenden Wochen konkrete Varianten ausarbeiten, natürlich im Bewusstsein, dass diese auch von Dingen abhängig sind, die nicht in der Hand der BBL und ihrer Klubs liegen“, heißt es in der Erklärung weiter.

Die Klubs der werden sich am 30. April – bei einer gravierenden Änderung der Lage und behördlichen Anordnungen gegebenenfalls auch früher – wieder zusammenschalten, um die dann aktuelle Lage und mögliche Szenarien sowie Handlungsoptionen erneut zu besprechen. Sofern möglich soll dann auch eine finale Entscheidung über den weiteren Saisonverlauf getroffen werden.

Wunsch von Meinertshagen erfüllt sich

Die Liga pausiert bereits seit Mitte März. „Momentan kann man nur sehr schwer absehen, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Deshalb ist die Entscheidung, erst einmal noch ein bisschen abzuwarten, in meinen Augen die richtige. So hatte ich es mir auch gewünscht.“ Nicht einstimmig, aber doch mit einer großen Mehrheit sei diese Entscheidung getroffen worden.

„Mir war es wichtig, dass wir uns alle Optionen offen halten. Außerdem finde ich es sinnvoll, dass wir uns an den anderen Ligen orientieren. Nun haben wir eine ähnliche Entscheidung getroffen wie die Deutsche Fußball Liga“, sagte Meinertshagen, der natürlich auch weiß, dass es für die Spieler und Trainer lange sechs Wochen werden, bevor die nächsten Entscheidungen getroffen werden. „Das ist blöd und nervt schon, aber da müssen alle durch.“

Tickets behalten Gültigkeit

Für die Veilchen-Anhänger gilt somit weiterhin, dass alle bereits gekauften Tickets für BG-Heimspiele ihre Gültigkeit behalten und nicht zurückgegeben werden können. Die BG wird ihre Fans in regelmäßigen Abständen auf dem Laufenden halten.

Die Lizenzanträge für die kommende Saison, die eigentlich bis zum 15. April hätten gestellt werden müssen, werden vorerst in einer „abgespeckten“ Variante herausgehen. „Das soll nur ein kurzer, formaler Antrag sein. Eine realistische Planung ist angesichts der derzeitigen Situation sowieso nicht möglich“, sagt Meinertshagen. Nicht zur Debatte stand bei der Videokonferenz der Mindest-Etat von drei Millionen Euro pro Saison. „Darüber zu reden, war ebenfalls zu früh. Aber ich denke, das Thema muss zu gegebener Zeit dann auf den Tisch kommen“, so der BG-Geschäftsführer.

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„Klubs auch über den Sommer bringen“

Für einen Großteil der Klubs in der Basketball-Bundesliga geht es um die nackte Existenz. Weil der Betrieb wegen der Corona-Krise ruht, fließen keine Einnahmen. Inzwischen sind auch reihenweise Profis zurück in ihre Heimatländer geflogen.

BBL-Geschäftsführer Stefan Holz sagte vor der Beratung: „Wir haben verschiedene Szenarien für den Spielplan, wenn wir wieder einsteigen könnten. Aber wir müssen die Klubs auch über den Sommer bringen.“ Holz hatte vor vor der Videokonferenz in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst beteuert, dass es das Ziel gebe zu spielen, „wenn es irgendwie geht“. Die Tatsache, dass Verträge mit den Spielern gekündigt wurden und diese in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, kritisierte der BBL-Geschäftsführer. „Wir hatten uns einstimmig auf eine Beschlusslage geeinigt. Die Klubs haben nun im Alleingang Fakten geschaffen.“ Holz kann „aus persönlicher Sicht die Situation der Spieler verstehen“, fragte sich aber, warum sich die Klubs mit den Spielern nicht auf unbezahlten Urlaub verständigt haben.

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