22. Mai 2022 / 06:32 Uhr

Spieler-Lob, Fan-Botschaft, Medaillen-Plan: Wie Freiburg-Trainer Christian Streich auf die Pokal-Pleite reagiert

Spieler-Lob, Fan-Botschaft, Medaillen-Plan: Wie Freiburg-Trainer Christian Streich auf die Pokal-Pleite reagiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Freiburgs Trainer Christian Streich (links) ist von der Leistung seiner Spieler und der Fans angetan.
Freiburgs Trainer Christian Streich (links) ist von der Leistung seiner Spieler und der Fans angetan. © dpa (Montage)
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Kurz nach Abpfiff ist die Enttäuschung beim SC Freiburg groß. Doch mit etwas Abstand zur Final-Niederlage im DFB-Pokal gegen RB Leipzig überwiegt dann doch der Stolz bei Trainer Christian Streich und Co.

Freiburgs Trainer Christian Streich hat seine Mannschaft nach dem verlorenen DFB-Pokal-Finale für deren "wahnsinnig tolle Saison" gelobt. Auch die erste Halbzeit am Samstagabend im ausverkauften Berliner Olympiastadion gegen RB Leipzig sei "super" gewesen. Der Sport-Club war durch das Tor von Maximilian Eggestein (19. Minute) in Führung gegangen und spielte nach der Roten Karte gegen Leipzigs Marcel Halstenberg (57.) in Überzahl.

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Der "ein oder andere Spieler" habe dann "ein ganz, ganz kleines bisschen Angst" bekommen, einen Fehler zu machen, sagte Streich der ARD: "Was aber menschlich ist." Sein Team verlor nach dem Ausgleich durch Christopher Nkunku (76.) im Elfmeterschießen mit 2:4. "Gegen so eine tolle Mannschaft erst im Elfmeterschießen verloren, das ist okay", sagte Streich, der nach dem Abpfiff minutenlang von den Fans gefeiert worden war. "Die ganze Karawane ist nach Berlin gezogen, und ich finde, das ist auch richtig so", sagte der 56-Jährige: "Die Mannschaft leistet Unglaubliches. Das ist ein Geben und ein Nehmen. Wir verlieren und wir gewinnen zusammen."

Streich wirkte regelrecht geplättet mit Blick auf die Unterstützung der SC-Fans, die ihr Team und den Trainer nach dem Abpfiff noch minutenlang bejubelt und zuvor schon den ganzen Tag gefeiert hatten. "Es war so toll mit den Leuten, was hier alles abgegangen ist", sagte Streich: "Wie sich die Fans aufgeführt haben in der Stadt - 30.000 und total friedlich. Wenn wir das bewahren könnten in diesem Verein, das wäre mein größter Wunsch. Da verzichte ich auch gerne auf einen Pokalsieg, auch wenn es mir schwerfällt."

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Die Medaille für den zweiten Platz wollte Streich aus ganz praktischen Gründen nicht zur Schau stellen. "Das hat damit zu tun, ich kann auch keine Akkreditierungen am Hals tragen, das schnürt mir den Hals zu", sagte der Freiburg-Coach. Der 56-Jährige hatte seine Medaille nach der Siegerehrung nicht lange getragen. Daheim bekomme das Schmuckstück einen "Platz in der Schublade, da mach ich das Zeug rein", sagte Streich, der trotz der Final-Niederlage nach Platz sechs in der Bundesliga ab der kommenden Saison in der Europa League spielt.