29. Juli 2019 / 08:17 Uhr

Spieler vom Med SV wurden in Polen attackiert – Verein stellt Anzeige

Spieler vom Med SV wurden in Polen attackiert – Verein stellt Anzeige

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Massenschlägerei in einer Disco in Swinemünde hatte für zwei Spieler des Kieler Med SV böse Folgen: drei ausgeschlagene Zähne, ein Sehnenriss in der Schulter.
Die Massenschlägerei in einer Disco in Swinemünde hatte für zwei Spieler des Kieler Med SV böse Folgen: drei ausgeschlagene Zähne, ein Sehnenriss in der Schulter. © dpa
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Bei der "Verwicklung" von Fußballern des Med SV in eine Schlägerei (KN-online berichtete) im polnischen Swinemünde handelt es sich aus Sicht des Kieler Vereins in Wirklichkeit um einen "fremdenfeindlichen Übergriff". Jetzt will der Med SV sogar Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen.

Mit diesem Ausflug ins polnische Swinemünde wollten rund 20 Spieler des Kieler Fußballclubs Med SV (von Medaner = Ur–Kurden) eigentlich ihren erstmaligen Aufstieg in die Kreisliga gebührend feiern, stattdessen endete der Abend in der Disco „Alibi Party Club“ in der Nacht vom vergangenen Freitag auf Sonnabend in einer wüsten Schlägerei.

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Dabei mussten zwei Spieler des 2010 gegründeten „Integrationsvereins“ mit kurdischen, irakischen, türkischen und deutschen Sportlern zwischenzeitlich sogar im Krankenhaus behandelt werden: einer verlor dabei drei Zähne, der zweite muss wegen eines Sehnenrisses an der Schulter operiert werden. Aus Sicht von Spielführer Kandil Rashid, der Augenzeuge der Schlägerei war, ist der Fall klar: „Wir wurden Opfer eines fremdenfeindlichen Übergriffs“, erklärte der 30-Jährige den Kieler Nachrichten.

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Von Anfang an seien die Spieler von Gästen und Personal in der Disco unfreundlich „in patzigem und ekligem Ton“ behandelt worden. Dann eskalierte die Situation. Einer der Security-Leute sei auf einen der Kieler Spieler losgegangen, habe ihn in den „Schwitzkasten“ genommen und sogar mit einer Eisenstange malträtiert. Beim Versuch der Spieler, ihrem Teamkollegen zu helfen, habe sich dann eine Art Massenschlägerei entwickelt, an der sich auch andere Gäste beteiligt hätten.

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Die polnische Polizei habe den Streit zwar beendet, sei nach Rashids Schilderung ansonsten bei der Aufklärung des Falls „aber nicht sehr hilfreich“ gewesen. „Deshalb werden wir noch in dieser Woche bei der Kieler Polizei unsere Aussagen machen und Anzeige wegen Körperverletzung erstatten.“ Als wichtiges Beweismittel soll ein Video von der Schlägerei dienen. „Darauf ist genau zu sehen, dass man uns vorsätzlich angegriffen hat.“

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Die Aufklärung des Sachverhalts ist dem Spielführer besonders wichtig. Denn erst im März dieses Jahres sorgte der Med SV für Aufsehen, als deren Spieler bei einer Begegnung mit dem SSV Marina Wendtorf II den Schiedsrichter attackierten, der das Spiel deshalb sofort abbrach. „Natürlich sind da Sachen passiert, die nicht in Ordnung waren“, räumt Rashid ein. Mittlerweile habe sich der Verein aber „um 180 Grad gedreht“, zum Besseren gewandelt. Umso wichtiger sei es dem Verein nun, Hintergründe und Verursacher der Schlägerei zu ermitteln.