01. Februar 2021 / 16:48 Uhr

Spielmacher verlässt den SC DHfK Leipzig im Sommer: "Es gibt ein Leben nach Weber"

Spielmacher verlässt den SC DHfK Leipzig im Sommer: "Es gibt ein Leben nach Weber"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Philipp Weber kehrt dem SC DHfK Leipzig den Rücken.
Philipp Weber kehrt dem SC DHfK Leipzig den Rücken. © Getty Images
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Philipp Weber wird im Sommer den SC DHfK Leipzig verlassen, da der Nationalspieler beim SC Magdeburg die größere Perspektive sieht. Der Schock saß natürlich erstmal tief, doch ist sich SPORTBUZZER-Redakteur Frank Schober sicher, dass es auch ohne den Rückraumspieler weiter mit dem Verein bergauf gehen kann. 

Leipzig. Auf den ersten Blick ist der Weggang von Philipp Weber ein herber Verlust für die DHfK-Handballer. Auf den zweiten Blick immer noch, denn mit seiner Dynamik und dem Blick für den freien Nebenmann ist der Spielgestalter wirklich schwer zu ersetzen. Dennoch: In einer Mannschaftssportart kann und darf ein Verein auf Dauer nie von einem Spieler abhängig sein.

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Insofern sollte allen im grün-weißen Umfeld klar sein: Es gibt ein Leben nach dem Nationalspieler. Es ist auch richtig, dass der SC DHfK im Wettbieten um den WM-Teilnehmer nicht über seine Schmerzgrenze geht. Denn angesichts der Einnahmeverluste in der Pandemie wäre finanzielles Harakiri der falsche Weg. Die Rettung des über Jahre mühsam aufgebauten grün-weißen Bundesliga-Projektes steht über allem.

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Ein wenig erinnert die Diskussion um Weber an RB und den Verlust von Timo Werner. Die Roten Bullen wurden im Sommer von einigen Experten bereits in untere Tabellenregionen verortet. Seither fehlt es den Leipzigern tatsächlich an Torgefahr. Doch Julian Nagelsmann erweist sich häufig als Taktikfuchs.

Magdeburg stagnierte zuletzt

Und ein 1:0 bringt nun mal ebenso drei Punkte wie ein 5:2. Auch der SC DHfK ist in der Lage, mit einer stabilen Abwehr und einem neuen Angriffskonzept rund um Rückraumtalent Luca Witzke wieder oben anzugreifen. Der Unterschied zwischen Werner und Weber: RB ließ sich den Transfer nach London gut bezahlen.

Dass der zuletzt stagnierende SC Magdeburg als Platzhirsch im Osten den an seinem Auspuff drängelnden SC DHfK wieder distanzieren will, ist nur logisch. Weber als Schönebecker Junge, der nach seiner Magdeburger Juniorenzeit in Leipzig und Wetzlar zur Spitzenkraft gereift ist, passt da wunderbar ins Konzept.

Apropos Wetzlar: Es ist erst fünf Jahre her, dass der SC DHfK Philipp Weber auf Betreiben von Trainer Christian Prokop aussortierte und nach Hessen ziehen ließ. Über diese Sache ist Gras gewachsen. Doch es darf nun nicht überraschen, dass der 28-Jährige nun selbst eigene Wege geht und in Magdeburg die größere Perspektive sieht.