12. Juni 2021 / 14:05 Uhr

Spielzeugauto bringt EM-Ball zum Anstoßpunkt: Diese Werbeaktion steckt hinter der kuriosen Szene

Spielzeugauto bringt EM-Ball zum Anstoßpunkt: Diese Werbeaktion steckt hinter der kuriosen Szene

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schiedsrichter Danny Makkelie nimmt den EM-Ball von einem ferngesteuerten Spielzeugauto entgegen.
Schiedsrichter Danny Makkelie nimmt den EM-Ball von einem ferngesteuerten Spielzeugauto entgegen. © Getty Images (Montage)
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Kurz vor dem Anpfiff der Europameisterschaft sorgt eine Szene für viel Aufsehen: Ein Spielzeugauto eines UEFA-Sponsors transportiert den EM-Ball direkt zum Mittelpunkt. Viele Zuschauer kommentieren diese kuriose Lieferung im Netz kritisch. Der SPORTBUZZER erklärt, was hinter der Werbeaktion steckt.

Nach der Eröffnungsfeier bei der Europameisterschaft 2021 und kurz vor dem Anpfiff des Auftaktspiels zwischen der Türkei und Italien erhält der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie den Ball von einem ferngesteuerten Spielzeugwagen. Das Mini-VW-Auto fährt am Freitagabend über den Platz im Olympiastadion Rom und bringt dem Referee den Spielball direkt zum Mittelpunkt. Doch was steckt hinter dieser Aktion, die es auch schon beim Finale der Nations League im Jahr 2019 gegeben hat?

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Volkswagen gehört neben Alipay, Booking.com, FedEx und Hisense zu den offiziellen Sponsoren der EM 2021. "Wir werden den Fußball-Sommer vor allem nutzen, um die Modelle unserer ID-Familie weiter bekannt zu machen", kündigte VW-Marketingvorstand Klaus Zellmer vor dem Turnier an. Beim Thema Elektromobilität "sollen Fans als Erstes an Volkswagen denken. Unsere Präsenz im Fußball wird uns dabei helfen, die Marke und das Thema E-Auto weiter positiv aufzuladen und am Ende auch mehr Fahrzeuge zu verkaufen." Mit der Spielzeugauto-Aktion ist es dem Konzern gelungen, für Aufsehen auf der ganzen Welt zu sorgen. Gesteuert wurde das Auto in Rom von Andreas Reiche, Geschäftsführer des TRT-Technik Reiche Modellbaus, das den kleinen Wagen entwickelte.

VW plant weitere Aktionen bei der EM

Das kleine, ferngesteuerte Fahrzeug ist eine Miniaturausgabe des sportlichen ID.4 GTX. Neben solchen Live-Auftritten im TV wolle Automobilhersteller aus Wolfsburg mit Werbespots rund um das neue Elektro-Auto sowie mit der Präsenz von ID.-Autos in den elf Spielorten und Shuttleservices mit ID.3 und ID.4 in München und Kopenhagen die EM begleiten. Zudem gebe es in 40 Märkten TV-Werbespots der deutschen Nationalmannschaft mit dem ID.4 GTX zu sehen. Für VW-Marketingvorstand Zellmer hat das VW-Sponsoring bei der UEFA und beim DFB zwei klare Ziele: besseres Image und mehr Absatz.

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Im Netz reagierten viele User verärgert auf die Aktion beim Eröffnungsspiel im Rom. "Marketing hin, Werbung her – aber irgendwie zum Fremdschämen. Es funktioniert aus Werbegründen natürlich für den Autohersteller, aber plump ist es trotzdem", kommentierte ein Nutzer. Das Spielzeugauto kommt nicht bei allen 51 EM-Spielen zum Einsatz. Wie sonst auch üblich trägt ab sofort ein Balltragekind die Kugel bereits ein paar Minuten vor dem Anpfiff auf den Platz, um den direkten Kontakt mit den Spielern und Schiedsrichtern zu verhindern. Denkbar ist aber, dass das Mini-Fahrzeug zu einem späteren Zeitpunkt des Turniers den Ball noch einmal an den Schiedsrichter übergibt.

Die Daten des Mini-Autos

  • Es handelt sich dabei um ein Modell unseres vollelektrischen ID.4 im Maßstab 1:5
  • Das Modellauto ist 97 cm lang, knapp 15 Kilogramm schwer
  • Theoretisch könnte das Auto 90 km/h fahren; beim Eröffnungsspiel war es mit knapp 30km/h unterwegs
  • Es hat eine spezielle Vorrichtung zum Transport des Balles
  • Es handelt sich um eine Sonderanfertigung der "TRT-Technik Reiche Modellbau" aus Essen
  • Die Fertigung der Karosserie hat etwa zwei Monate in Anspruch genommen

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