10. März 2021 / 14:00 Uhr

Spitzenklub oder Rente? So plant Bundestrainer Joachim Löw seine Zukunft nach der EM

Spitzenklub oder Rente? So plant Bundestrainer Joachim Löw seine Zukunft nach der EM

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lebemann: Joachim Löw könnte nach seinem Aus als Bundestrainer erst einmal die ruhige Zeit genießen.
Lebemann: Joachim Löw könnte nach seinem Aus als Bundestrainer erst einmal die ruhige Zeit genießen. © Ronald Wittek/Getty Images
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Joachim Löw wird nach der EM 2021 als Bundestrainer zurücktreten. Das kündigte er am Dienstag an. Aber wie wird es für ihn danach weitergehen? Der SPORTBUZZER zeigt die möglichen Szenarien auf.

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Am Donnerstag wird Joachim Löw mal wieder zum Volke sprechen. Um 13.30 Uhr ist die digitale Pressekonferenz angesetzt, auf welcher der Bundestrainer seinen Abschied nach der EM im Sommer noch mal ausführlich erläutern – und sicherlich auch nach seiner Zukunft befragt werden wird. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass er darauf keine befriedigende Antwort geben wird. Schließlich liegt Löws voller Fokus auf seinem letzten Turnierdoch was plant er danach?

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Ganz sicher wird Lebemann Löw sich zunächst mal den schönen Dingen widmen. Reisen zählt sicher dazu, wenn es wieder entspannt möglich ist. 2003 erklomm er bereits mit einem Freund und zwei Helfern den Kilimandscharo in Tansania, fuhr mit dem Auto durch die USA – das Gefühl von Freiheit liebt er. Auch deshalb fing er 2015 mit dem kleinen Pilotenschein an und möchte diesen endlich fertigmachen. Ganz sicher wird Löw nach seiner DFB-Karriere aber auch die Augen offenhalten für neue Aufgaben. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn noch mal ein Job als Vereinstrainer im Ausland reizen könnte, die Bundesliga kommt dagegen nicht infrage. Bei einem Klub will er auf jeden Fall weitermachen, wird er am Mittwoch von Sport1 zitiert.

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Zu einer möglichen Rückkehr auf die Klub-Trainerbank sagte er vor einigen Jahren: "Es ist für mich die größte Freude, jeden Tag auf dem Platz zu sein und mit der Mannschaft zu arbeiten. Natürlich weiß ich es genauso zu schätzen, in meiner jetzigen Rolle unabhängig vom Tagesgeschäft den Fußball und Spiele beobachten und analysieren zu können, mich dadurch auch permanent weiterzubilden. Das macht auch Spaß, aber es stimmt schon, dass wir bei der Nationalmannschaft mit Ausnahme der Turniere immer nur relativ kurze zusammenhängende Phasen haben. Mit einer jungen Mannschaft zu trainieren, wie beim Confed-Cup, das war super, jeden Tag mit einer Mannschaft auf dem Trainingsplatz zu stehen – also vorstellbar ist das für mich schon irgendwann mal." Auch wenn dafür bestimmt nicht viele Klubs infrage kommen.



Löw hatte Angebot von Real Madrid

Angebote gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Vor allem auf dem Höhepunkt seiner Trainerkarriere, nach dem WM-Titel 2014, hätte Löw sich die Jobs im Klubfußball aussuchen können – unter anderem fragte damals Real Madrids Präsident Florentino Perez an, ob er sich die Nachfolge von Carlo Ancelotti vorstellen könne, doch Löw blieb trotz des lukrativen Angebots der Königlichen beim DFB.

Natürlich werden sie nicht nur in Madrid wahrgenommen haben, dass der Weltmeister-Coach ab Sommer unerwartet auf dem Markt ist. International genießt Löw nach wie vor höchstes Ansehen, zumal seine Zeit als Vereinstrainer ebenfalls durchaus erfolgreich war. Mit dem VfB Stuttgart gewann er 1997 den DFB-Pokal, mit dem FC Tirol/Innsbruck wurde er 2001 österreichischer Meister, holte bei Fenerbahce Istanbul über zwei Punkte im Schnitt pro Partie. Lediglich die Station beim Karlsruher SC (1999/2000) und bei Adanaspor (2000/2001) waren zum Vergessen.

Joachim Löw: Seine Bundestrainer-Ära in Bildern

Weltmeister-Macher und Rekord-Bundestrainer: Bereits seit 2006 trainiert Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft. Seit der WM 2018 musste der 60-Jährige allerdings auch den einen oder anderen sportlichen Rückschlag hinnehmen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die emotionalsten Momente der Ära Löw! Zur Galerie
Weltmeister-Macher und Rekord-Bundestrainer: Bereits seit 2006 trainiert Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft. Seit der WM 2018 musste der 60-Jährige allerdings auch den einen oder anderen sportlichen Rückschlag hinnehmen. Der SPORTBUZZER zeigt die emotionalsten Momente der Ära Löw! ©

Vielleicht geht Löw aber auch einfach in den Ruhestand. "Sobald ich vor die Tür gehe, habe ich keine Privatsphäre mehr", sagte er im November dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Manchmal wünsche er sich, sich wie ein normaler Bürger bewegen zu können. Ab Sommer hat er zumindest die Möglichkeit dazu.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!