23. März 2020 / 19:18 Uhr

Spitzenreiter Anker Wismar und FC Schönberg müssen improvisieren

Spitzenreiter Anker Wismar und FC Schönberg müssen improvisieren

Peter Preuß
Ostsee-Zeitung
Anker-Team-Kapitän Philipp Unversucht hält sich zu Hause fit mit Ballübungen.
Anker-Team-Kapitän Philipp Unversucht hält sich zu Hause fit mit Ballübungen. © Verein
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Obwohl fraglich ist, ob die Fußball-Saison wegen der Corona-Krise überhaupt zu Ende gespielt wird, halten der Verbandsligist FC Anker Wismar und der Landesligist FC Schönberg an ihrer Zielstellung fest, den Meistertitel zu erkämpfen.

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Der FC Anker Wismar sollte eigentlich am vergangenen Freitagabend beim Güstrower SC unter Flutlicht antreten. Nach der Begegnung beim Tabellensiebten der Fußball-Verbandsliga wollte der Spitzenreiter seine bislang weiße Weste weiterhin behalten. Denn die Spieler von Trainer Christiano Dinalo Adigo sind in der laufenden Saison als einziges Team noch ungeschlagen. Doch daraus wurde nichts. Denn nicht nur der Fußball, sondern auch der Sport und das ganze öffentliche Leben ruhen wegen der Corona-Krise. Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern hat bis zum 20. April alle Spiele in allen Ligen abgesagt, so dass es überhaupt fraglich ist, ob die Saison zu Ende gespielt wird. Dennoch lehnen sich weder die Spieler noch Trainer Adigo in der fußballfreien Zeit zurück. „Ich habe den Jungs während der Zwangspause Trainingsaufgaben mitgegeben, die sie zu Hause lösen könnten. Natürlich ist das nicht so einfach. Nicht jeder hat in seinen vier Wänden die Möglichkeit, die Übungen zu machen oder besitzt ein Grundstück, wo er das Training draußen an der frischen Luft absolvieren könnte. Das ist mir schon klar“, sagt Trainer Adigo.

Dennoch hält er an der sportlichen Zielstellung fest: „Wir führen die Tabelle vor dem Rostocker FC und dem 1. FC Neubrandenburg an und möchten am Ende der Saison auch da oben stehen.“ Allerdings haben die Wismarer schon nach der Winterpause erklärt, dass sie in diesem Fall aus finanziellen Gründen nicht von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch machen werden. Nun hat die Corona-Krise ein weiteres Loch in die Vereinskasse geschlagen. „Wir mussten die Geschäftsstelle schließen und einen Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Auch unsere Sekretärin bleibt vorerst bis Anfang Mai zu Hause. Trotzdem wird weiter hinter den Kulissen gearbeitet. Leider haben auch Sponsoren signalisiert, dass sie ihr Sponsoring unter diesen Bedingungen nicht erfüllen können“, erklärt der Leiter der Anker-Geschäftsstelle und Team-Kapitän Philipp Unversucht. „Aber, es gibt in diesen Tagen Wichtigeres als Fußball. An erster Stelle steht die Gesundheit. Wir hoffen, dass wir diese fürchterliche Krise alle gemeinsam gesund überstehen“, fügt Unversucht noch hinzu.

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Auch der Tabellenführer der Landesliga West - der FC Schönberg - will am Ende der Saison ganz oben stehen und den Meistertitel erkämpfen. Das Team von Trainer Thomas Manthey hat gegenüber dem FSV Bentwisch nach 19 von 30 Spieltagen 14 Punkte Vorsprung. „Natürlich wollen wir den Titel holen und in die Verbandsliga aufsteigen“, macht Vereinschef Wilfried Rohloff keinen Hehl daraus. Doch, ob die Saison zu Ende gespielt wird, steht für Rohloff derzeit noch in den Sternen. „Ich kann nicht in die Glaskugel gucken, hätte aber eine Idee, wie das Problem gelöst werden könnte. Doch ich bin kein Entscheidungsträger“, meint der Schönberger Vereinschef.

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Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. Zur Galerie
Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. ©

Dass die Spiele nach dem 20. April ausgetragen werden, daran glaubt Sven Wittfot, Sportchef des FC Schönberg, nicht. „In dem Fall könnte in der Sommerpause gespielt werden. Das wäre dann auch schon die Vorbereitung auf die neue Saison“, macht er einen Vorschlag. Unabhängig davon bereitet sich das Landesliga-Team nun individuell vor. „Trainer Thomas Manthey hat allen Spielern Trainingsprogramme gegeben. Über die Lauf-App kann er zum Beispiel kontrollieren, wie viel Meter jeder einzelne in welcher Zeit zurückgelegt hat“, erklärt Sven Wittfot. Für die neue Saison habe er bereits 14 Spieler unter Vertrag.

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