21. April 2021 / 18:59 Uhr

Spitzenreiter Bayern München wackelt in Potsdam: Elfmeter-Pfiff sorgt für Diskussionen

Spitzenreiter Bayern München wackelt in Potsdam: Elfmeter-Pfiff sorgt für Diskussionen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
21.04.2021, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Punktspiel, 1.FFC Turbine Potsdam-FC Bayern Muenchen, Karl-Liebknecht-Stadion
im Bild: v.l. Hanna Glas (Bayern Muenchen),Melissa Koessler (1.FFC Turbine Potsdam)
Melissa Kössler (r.) im Zweimkampf mit Bayerns Torschützin Hanna Glas. © Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam überzeugt trotz der 2:3 (1:2)-Heimpleite gegen den Titelanwärter aus München. Eine klare Fehlentscheidung der Schiedsrichterin sorgt bei Turbine-Trainer Sofian Chahed für Unverständnis.

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Mannschaften vom FC Bayern München verlieren nicht gern. Die Bundesliga-Frauen des Clubs bilden da keine Ausnahme. Deswegen kam der Tabellenführer nach der ersten Saisonpleite (2:3 gegen Hoffenheim) wenige Tage vorher am Mittwoch auch mit ziemlicher Wut im Bauch nach Potsdam. Dort konnte der 1. FFC Turbine den Favoriten ziemlich schnell sogar noch ein bisschen mehr ärgern. Doch das frühe 1:0 war nicht von Dauer. Am Ende setzten sich die Münchnerinnen mit Turbines Ex-Kapitänin Sarah Zadrazil in der Startelf 3:2 (2:1) durch. „Die Mädels haben einen super Job gemacht, wir haben uns an den Plan gehalten, der ging auch auf“, sagte Potsdams Trainer Sofian Chahed nach dem Abpfiff.

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Nur ein paar Sekunden war die vorgezogene Partie des 18. Bundesliga-Spieltags alt, als Dina Orschmann den Ball von der Strafraumgrenze um Haaresbreite nur auf das bayerische Netz beförderte (1.). Und als Selina Cerci noch frei an Münchens Keeperin Maria-Luisa Grohs gescheitert war, stand Orschmann goldrichtig und setzte den wuchtigen Nachschuss zur Potsdamer Führung unter die Querlatte (7.).

In Bildern: Turbine Potsdam verliert knapp mit 2:3 gegen den FC Bayern München

Nach früher Führung durch Dina Orschmann (7.) gerät Turbine zwar mit 1:3 in Rückstand, doch nach dem 2:3-Anschlusstreffer von Selina Cerci sind die Potsdamerinnen nah dran am möglichen Ausgleich. Am Ende gewinnt allerdings der Tabellenführer aus München knapp mit 3:2. Zur Galerie
Nach früher Führung durch Dina Orschmann (7.) gerät Turbine zwar mit 1:3 in Rückstand, doch nach dem 2:3-Anschlusstreffer von Selina Cerci sind die Potsdamerinnen nah dran am möglichen Ausgleich. Am Ende gewinnt allerdings der Tabellenführer aus München knapp mit 3:2. © Julius Frick

Auf der anderen Seite stand zwischen den Pfosten überraschend wieder Stammkeeperin Vanessa Fischer – erstmals nach fünfmonatiger Verletzungspause. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es hat sich nicht gut angefühlt", sagte die 23-Jährige. Beim 1:1 durch Lea Schüller in der 9. Minute war sie machtlos, aber stand dann auch bei Bayerns Führung im Mittelpunkt.

Beim kurz ausgeführten Abstoß geriet Turbines Torfrau unter Druck, spitzelte den Ball aber klar vor Schüller weg. Die kam zu Fall, Lina Magulls Schuss wurde abgeblockt, aber Schiedsrichterin Riem Hussein zeigte wegen der Szene zuvor auf den Elfmeterpunkt – eine Fehlentscheidung. Von dort bekam Münchens Kapitänin eine zweite Chance und verwandelte sicher (18.). Turbine-Coach Sofian Chahed – zuletzt schon nicht gut auf die pfeifende Zunft in der Frauen-Bundesliga zu sprechen – tobte am Seitenrand. "Sehr, sehr traurig" sei es, dass seiner Mannschaft dieses eine Tor am Ende zum Punktgewinn fehlte, sagte der Trainer. Vanessa Fischer fügte hinzu: „Ich weiß nicht, was die Schiedsrichterin da gesehen hat. Es wäre schön, wenn sie sich die Szene noch einmal anschaut.“ Kaufen können sich die Potsdamerinnen dafür nichts.

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München hatte mehr Spielanteile, aber chancenlos waren die Gastgeberinnen nicht. Die beste Turbine-Möglichkeit im ersten Durchgang hatte Selina Cerci mit einem Kopfball aus Nahdistanz, der knapp rechts vorbeiging. Auf der anderen Seite traf Lina Magull noch das Aluminium (39.).

Munter ging es nach der Pause weiter. Erst verlängerte Münchens Schwedin Hanna Glas eine Ecke per Kopf zum 3:1 (55.), drei Minuten später versenkte auch Selina Cerci einen Kopfball und verkürzte wieder (58.) – 2:3. Und Turbine fand zurück zur mutigen Leistung aus der Anfangsphase. Melissa Kössler prüfte Grohs aus der zweiten Reihe (65.) und Cerci köpfte fast schon auf der Torlinie stehend drüber (71.). Anna Gerhardt hämmerte den Ball aus acht Metern über’s Tor (86.). Turbine Potsdam ackerte, probierte, warf alles nach vorn. Die Bayern wackelten – aber verlieren wollten sie nicht noch mal.