18. Oktober 2020 / 08:39 Uhr

Spitzenreiter: FC Eilenburg gewinnt und klettert auf den Oberliga-Thron

Spitzenreiter: FC Eilenburg gewinnt und klettert auf den Oberliga-Thron

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Tor_bunge
Tim Bunge netzt unhaltbar zum 1:0 ein. © Susan Stephan
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Der FC Eilenburg gewann am Samstag mit 2:1 gegen Einheit Rudolstadt. Da weder der VfB Krieschow noch Rot-Weiß Erfurt ihre Spiele gewinnen konnten, ist die Truppe von Trainer Nico Knaubel nun neuer Tabellenführer der NOFV-Oberliga Süd.

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Eilenburg. So schnell geht’s im Fußball: Eine Woche nach dem Pokaldilemma hat der FC Eilenburg aber mal so richtig Wiedergutmachung betrieben und sich nach einem 2:1-Sieg gegen den FC Einheit Rudolstadt an die Tabellenspitze geballert. Der Sprung von Platz drei auf den Thorn gelang auch, weil der VfB Krieschow überraschend zu Hause mit 2:4 gegen den VfL Halle verlor und RW Erfurt nicht über ein Remis gegen den FC Oberlausitz hinaus kam.

Rudolstadt wirkte beeindruckt

Trainer Nico Knaubel wechselte im Vergleich zur Weißig-Pleite nur einmal: Der angeschlagene Jakob Funken blieb draußen, dafür rotierte Dennis Kummer in die Mannschaft. Die Aufstellung habe sich das Trainerteam nicht leicht gemacht. Am Ende habe man sich bewusst dafür entschieden, „die Startelf nahezu unverändert zu lassen“, sagte Knaubel, der natürlich erleichtert war, dass der Plan aufging und seine Mannschaft trotz der letzten drei Gegentore in der Spieleröffnung spielerisch Lösungen suchte. „Das ist unser Spiel und unsere Stärke“, so der Coach.

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Ab durch die Mitte auf den ballsicheren Zielspieler Tim Bunge lautete das Motto. Und dort wurde Bunge vor allem durch Marc Böttger immer wieder gut in Szene gesetzt. Ein Tor lag schon relativ früh in der Luft und fiel verdientermaßen in der 24. Minute. Über Böttger und Kummer ging es blitzschnell zu Bunge, der aus halbrechter Position unhaltbar ins lange Eck schoss und anschließend über seinen fünften Saisontreffer jubelte.

Rudolstadt wirkte beeindruckt und hatte Mühe, die Eilenburger vom Tor fern zu halten. Böttger verpasste mit einem Flachschuss aus 14 Metern um Millimeter das 2:0. Die Gäste waren einzig nach Standards und durch Ex-Profi Marco Riemer gefährlich. Der Stürmer zwang Andreas Naumann im Eilenburger Tor vor der Pause per Kopf zu einer Glanztat. So ging es nur mit einem 1:0 in die Pause. In den Rudolstädter vier Wänden dürfte es laut und knackig gewesen sein. Trainer Holger Jähnisch kam keine zehn Minuten später zurück und wechselte doppelt.

Gierig und griffig

Die Halbzeitansprache trug Früchte und so hatten die Gäste die erste Chance nach der Pause, doch Riemer schoss am langen Pfosten vorbei. Eilenburg blieb giftig, kam aber nur noch selten gefährlich vor das Tor. Mit dem Doppelwechsel – Adam Fiedler und Sebastian Heidel für Dennis Kummer und Marko Trogrlic – wollte Knaubel für neuen Schwung sorgen. Und das klappte.

Als der beste Eilenburger, Bunge, sich durchsetzte, klärte Markus Baumann unglücklich mit der Hand. Weil sich das Ganze im Strafraum abspielte, gab’s Elfmeter. Fiedler, nach mehreren Wochen Pause erstmals am Ball, trat an und hämmerte das Leder unhaltbar unter die Latte. 2:0 – eine sichere Führung und Zeit für Wechselspiele. Beide Teams schöpften ihr Wechselkontingent aus und ersehnten den Schlusspfiff, als es doch noch mal spannend wurde.

Als Toni Majetschak der Ball an die Hand sprang, entschied der gute Referee Benjamin Buth (Berlin) auf Elfmeter für die Gäste. Torjäger Benjamin Bahner schickte Naumann in die falsche Ecke und verkürzte. Kurz danach war Schluss und die Tabellenspitze perfekt. „Wir waren gierig und griffig, haben die Räume eng gemacht und auf dem tiefen Platz verdient gewonnen“, schätzte Mittelfeld-Sechser Jonas Vetterlein ein.