30. August 2019 / 22:23 Uhr

Spitzenreiter! RB Leipzig holt dank Werner-Dreierpack die Tabellenführung

Spitzenreiter! RB Leipzig holt dank Werner-Dreierpack die Tabellenführung

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
MOENCHENGLADBACH, GERMANY - AUGUST 30: Timo Werner of RB Leipzig celebrates after scoring his team's first goal during the Bundesliga match between Borussia Moenchengladbach and RB Leipzig at Borussia-Park on August 30, 2019 in Moenchengladbach, Germany. (Photo by Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images)
Timo Werner bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für RB Leipzig. © Getty Images
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Drei Tore von Timo Werner im Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach sorgen dafür, dass RB Leipzig Höhenluft schnuppern kann. Marco Roses Serie gegen die Sachsen ist dagegen gerissen.

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Mönchengladbach. Eines ist vorm Anpfiff der 1900 geschlüpften Fohlen gegen die 109 Jahre später geborenen Roten Bullen klar: Es wird zumindest über Nacht und vorm Rest des dritten Bundesliga-Spieltages einen neuen Tabellenführer geben. Den Rasenballern hätte dazu am Freitag ein Remis gereicht. Das wiederum korrespondiert nicht mit der bekannten Gier der Leipziger. RB Leipzig gewinnt nach schwachen 30 und formidablen 60 Minuten 3:1 (2:0), sammelt die Punkte sieben bis neun ein und ist Spitzenreiter. Bester Mann auf dem Platz: Nationalstürmer Timo Werner. Der 23-Jährige schießt drei Tore (38./48./90 + 4), ist mit seiner Geschwindigkeit nie zu stoppen und ab sofort wieder bei Joachim Löw gesetzt.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum 3:1-Erfolg von RB Leipzig in Gladbach!

Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig (1:3) Zur Galerie
Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig (1:3) ©

Embolo bereitet RB Sorgen

Julian Nagelsmann im Borussia-Park mit Änderungen in Sachen Taktik und Personal. Der Cheftrainer der Rasenballer machte aus der Dreier-Abwehrkette eine Vierer-Combo. 4-4-2 statt 3-5-2 also. Gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Frankfurt neu im Team: Kevin Kampl, Konrad Laimer und Emil Forsberg. Leidtragende und beim Anpfiff neben Nagelsmann sitzend: Nordi Mukiele, Diego Demme und Christopher Nkunku. Die vom Leipziger Marco Rose gecoachten Gladbacher legen lebensbejahend-rustikal los, Breel Embolo senst zeitnah Lukas Klostermann um - gelb.

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(1) Peter Gulacsi: Selten geprüft, immer auf dem Posten, cooler Ungar. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Selten geprüft, immer auf dem Posten, cooler Ungar. Note 2. ©

Der Schweizer Hüne Embolo, dereinst ganz oben auf der Einkaufsliste der Roten Bullen, bereitet den Gästen auch fußballerisch Sorgen, haut den Ball nach Klasse-Pass von Alassane Plea volley drüber. RB findet in den ersten 30 Minuten nur defensiv statt, kann sich selten bis nie befreien, leidet unter Mut - und Ideenlosigkeit und schwachem Passspiel. Die Gladbacher bestimmen den Takt, der Ex-Schalker Embolo marschiert immer wieder durchs Mittelfeld, reißt Lücken, provoziert Freistöße.

Embolo, immer wieder Embolo. Nach einem Solo des Offensivmannes setzt Matthias Ginter Plea ein, der aus neun Metern an Peter Gulacsi scheitert (32.).

Mehr zum Spiel

Dann - endlich - die erste gelungene RB-Angriffsaktion. Forsberg hauchzart auf Werner, der zurück auf Forsberg, der retour zum Sprinter, Werner tunnelt Yann Sommer - 1:0 für RB (38.). Dann netzt Kampl ein, kein Tor, Abseits. Halbzeit. Ja, glückliche Fügung und Führung. Nein, so kann es eigentlich nicht weiter gehen.

Heiße Schlussphase

Wiederanpfiff, Gladbach ist wild entschlossen und kassiert das zweite Gegentor. Timo Werner kommt aus dem Windschatten von Nico Elvedi, sprintet Richtung Sommer - 2:0, das dritte Saisontor des Mannes, der just seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat (48.). Am Tegernsee streichelt Uli Hoeneß seinen Hund, teilt mit ihm eine Vesperplatte und sagt: „Den mit der Nummer elf, mein Lieber, den wollte ich holen, aber Kalle und Niko wollten nicht.“ Der Hund nickt und Yussuf Poulsen muss das 3:0 machen - nach Gala-Vorarbeit der Nummer elf. Die Nagelsmänner verdienen sich die Führung minütlich mehr, das Spiel und das Gladbacher Selbstwertgefühl sind in ihren Grundfesten erschüttert.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Timo Werner (RB Leipzig): Wir haben heute phasenweise sehr gut gespielt, Gladbach aber phasenweise auch zu viel spielen lassen. In der ersten Hälfte wussten wir nicht so richtig, warum wir mit 1:0 in Führung sind. Nach der Pause haben wir dann zum Glück gleich nachgelegt. Natürlich passt es wie die Faust auf‘s Auge, dass ich meinen Vertrag verlängert habe und nun treffe wie am laufenden Band. Aber auch im letzten Jahr lief es sehr, sehr gut. Ich glaube, ich habe auf dem Feld meinen Kopf immer frei und heute wurde das belohnt. Zur Galerie
Timo Werner (RB Leipzig): "Wir haben heute phasenweise sehr gut gespielt, Gladbach aber phasenweise auch zu viel spielen lassen. In der ersten Hälfte wussten wir nicht so richtig, warum wir mit 1:0 in Führung sind. Nach der Pause haben wir dann zum Glück gleich nachgelegt. Natürlich passt es wie die Faust auf‘s Auge, dass ich meinen Vertrag verlängert habe und nun treffe wie am laufenden Band. Aber auch im letzten Jahr lief es sehr, sehr gut. Ich glaube, ich habe auf dem Feld meinen Kopf immer frei und heute wurde das belohnt." ©

Die Borussen schlagen zurück. Stefan Lainer zwingt Willi Orban zu einem rettenden Heldenbrust-Ball an die Latte. Nagelsmann bringt Amadou Haidara für Forsberg. Der defensiven Stabilität wegen (63.). Klostermann, Werner, Flanke - Poulsen rutscht am dritten Tor vorbei. Dann eine erneute Glanz-Kombination, die bei Sabitzer endet. Dessen unhaltbaren Schuss hält Sommer. Gegenzug, Klostermann blockt Embolo vorm sicheren Gegentor ab. Das Spiel ist jetzt wild und ungezügelt, der Ordnung liebende Diego Demme löst Kampl ab. Der Rest ist bis in die Nachspielzeit nicht mehr ganz so prickelnd. Gladbach müht sich, RB setzt Nadelstiche. Dann köpft Breel Embolo das Anschlusstor. Der Bär hat - unglaublich und wahr - auch das 2:2 auf dem Schädel. Dann macht, wer sonst?, Timo Werner den Deckel drauf (90 + 4). 3:1 für RB. Vierter Sieg der Roten Bullen im vierten Spiel bei den Borussen, Platz eins, Länderspielpause. Kann man so machen.

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