13. Oktober 2021 / 08:17 Uhr

Sport auch nach dem Unterricht: RB Leipzig startet Kooperation mit Grundschulen

Sport auch nach dem Unterricht: RB Leipzig startet Kooperation mit Grundschulen

Leon Heyde
Leipziger Volkszeitung
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RB Leipzig startete in der Grundschule an der Bernhard-Göring-Straße seine Fußball-AG. © Christian Modla
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Gemeinsam mit Schulen aus Leipzig und Markkleeberg möchte RB den Sport fördern und Kinder zum Sport animieren. Auch wenn die Roten Bullen ihre gesellschaftliche Verantwortung betonen, ganz uneigennützig ist das Projekt dennoch nicht.

Leipzig. Es hat gefunkt zwischen RB Leipzig und der Grundschule an der Bernhard-Göring-Straße. Lachende Kinder, schwitzende Trainer – einzig der Fanschal von Schulleiterin Petra Zapfe passte nicht ins Bild. Vielleicht prangt aber schon in einigen Wochen anstatt des Ulmer Münsters ein Roter Bulle auf Zapfes Fanbekleidung. Zeit genug zu Gewöhnung bleibt, in dieser Woche startete RB seine Fußball-AG an Leipzigs Grundschulen. Geht es nach RB, soll das Projekt den Sport an Leipzigs Schulen über Jahre prägen.

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Nicht nur Fußball

An vorerst acht Partnerschulen aus Leipzig und Markkleeberg veranstaltet der Bundesligist außerhalb der Unterrichtszeiten Sporteinheiten für Kinder. Initiiert wurde die Kooperation von Kai Vogel, Trainer der U10 bei RB: „An den Grundschulen kommt der Sport oft zu kurz. Wir wollen daher ergänzend zum Sportunterricht ein vielseitiges Bewegungsangebot bieten. Langfristig soll allen Grundschulen in Leipzig eine Zusammenarbeit angeboten werden.“ Dass Kinder vermehrt motorische und koordinative Defizite aufweisen, geht auch am Nachwuchsleistungszentrum am Cottaweg nicht unbemerkt vorbei. „Sobald der Ball am Fuß fehlt, stellen wir bei vielen unserer Kinder Probleme in Bewegungsabläufen fest. Im Training versuchen wir dem mit Einheiten in Fremdsportarten entgegenzuwirken“, erzählt Vogel, bei dessen Team daher Turneinheiten auf dem Plan stehen.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Kick-Off Veranstaltung

Kick-Off Veranstaltung von RB Leipzigs Fußball-AG an der Grundschule Bernhard-Göring-Straße am 12.10.2021 in Leipzig. Zur Galerie
Kick-Off Veranstaltung von RB Leipzigs Fußball-AG an der Grundschule Bernhard-Göring-Straße am 12.10.2021 in Leipzig. ©

Entsprechend vielseitig ist das Sportangebot, das RB-Nachwuchstrainer und Sportwissenschaftsdoktorand Simon Knöbel den Grundschülern bietet. Fußball wird in den 90 Minuten nur eine Viertelstunde gespielt, ansonsten stehen unterschiedliche Fangen- und Mannschaftsspiele auf dem Plan. Rene Holst, Sportlehrer der Grundschule an der Bernhard-Göring-Straße, schätzt dieses Konzept: „Ausschlaggebend war für uns, dass der Fußball nicht allein im Vordergrund steht. Mädchen und Jungen sollen sich zusammen ausprobieren. Alle wollen Sport machen, einzig der Freiraum dafür fehlt oft.“

Musterbeispiele gibt es

RB ist bemüht, seine gesellschaftliche Verantwortung zu betonen, ganz uneigennützig ist das Projekt dennoch nicht. Jan Schäfer, sportlicher Leiter im Kleinfeld der Roten Bullen, macht daraus kein Geheimnis. Durch die langfristige Etablierung der AG soll auch der Leipziger Nachwuchsfußball gestärkt sowie Talente gefördert und gesichtet werden. „Das sportliche und gesundheitliche Niveau im Nachwuchsfußball ist teilweise schon gering, wodurch auch die Leistungsunterschiede in Leipzig sehr groß sind“, bedauert Schäfer. Die frühzeitige Förderung soll Leipziger Talenten den Übergang in den Großfeldbereich erleichtern. „Ziel ist es, unsere Mannschaften ab der U15 zur Hälfte mit Spielern zu besetzen, die auch schon auf dem Kleinfeld in Leipzig spielten.“

Musterbeispiel für diesen Traum ist Sidney Raebiger. Der Freiberger spielt seit 2015 bei RB, kratzt mit 16 Jahren nun am Kader der Profis, ähnlich wie Joscha Wosz und Hugo Novoa. „Das sind alles Jungs, die es in der Bundesliga schaffen können. Jesse Marsch ist ein Trainer, der jungen Talenten Möglichkeiten bietet. Wenn die Saison sportlich gut verläuft, dann stehen die Chancen sicherlich auch gut, dass das möglich wird“, sagt Schäfer.