23. November 2021 / 17:52 Uhr

Sport in Brandenburg nur noch unter 2G möglich - Vereine befürchten Probleme bei Kontrolle

Sport in Brandenburg nur noch unter 2G möglich - Vereine befürchten Probleme bei Kontrolle

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
War wieder nicht zu stoppen: Patrick Richter vom Werderaner FC (vorne).
Auch im Brandenburger Fußball gilt künftig die 2G-Regel. © Kevin Päplow
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Das Brandenburger Kabinett hat eine neue Umgangsverordnung beschlossen. Darin gibt es auch wesentliche Änderungen für den Freiluft-Sport, der nur noch unter 2G möglich ist. 

Die am Dienstag verkündete Verschärfung der Corona-Regeln, Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem „weitgehenden Lockdown für Ungeimpfte“, hat auch weitreichende Folgen für den Sport in Brandenburg. Die 2G-Regelung (geimpfte und genesene Personen), die seit knapp zwei Wochen bereits für den Hallensport galt, wird ab dem heutigen Mittwoch auf den gesamten Sport ausgeweitet und gilt zunächst bis zum 15. Dezember. Ausgenommen sind Berufssportlerinnen und -sportler, außerdem Bundesligateams und Bundes- und Landeskader, sowie Kinder bis 12 Jahre. Zwischen 12 und 17 Jahre können Jugendlichen getestet weiter Sport treiben, wenn sie nicht genesen oder geimpft sind.

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Die Freiluft-Sportart, die in Brandenburg von dieser 2G-Regel am meisten betroffen ist, ist der Fußball. Die Frage ist nun, wie der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) mit der 2G-Entscheidung umgeht. Geschäftsführerin Anne Engel kündigte auf SPORTBUZZER-Nachfrage am Dienstag an, dass der Krisenstab des FLB sich am Mittwochabend beraten wird. Gleiches gilt für den Nordostdeutschen Fußballverband, der ebenfalls Mittwoch berät. Minimalziel des FLB ist es nach wie vor, dass die Saison sportlich gewertet werden kann.

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Dafür müssten 75 Prozent der Mannschaften einer Liga mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert haben. Zeit dafür bliebe bis Ende Juni 2022, in den meisten Ligen auf Landesebene fehlen dafür ungefähr vier Spieltage, auf Kreisebene weniger. Die fünf Brandenburger Fußball-Regionalligisten können weiter auf alle Spieler bauen, weil sie unter die Berufssportler-Regel fallen, ab der Oberliga müssen die Spieler die 2G-Regel einhalten. 


Klaus-Dieter Bartsch, Präsident des Brandenburgligisten Werderaner FC, zeigt Verständnis für die 2G-Entscheidung. „Wir sollten an die Gesundheit der Leute denken, wir wollen Weihnachten feiern können“, sagt Bartsch. Allerdings sieht er auch Probleme. „Für uns Vereine ist es schwierig, die Regel umzusetzen. Wie will man das als ehrenamtlicher Verein kontrollieren? Das ist fast nicht umsetzbar“, gibt Bartsch zu bedenken, dessen Verein nach zwölf Spieltagen auf Tabellenplatz sechs liegt. Der Verein werde jetzt eine freiwillige Umfrage starten, wie viele Spieler nach 2G-Regel spielen könnten. Bartsch hofft auf eine sportliche Wertung, „die Situation ist immerhin besser als im letzten Jahr, als nach neun Spieltagen ein Aufsteiger gemeldet wurde“.

Keine Probleme bei Rudern und Rugby

Doch nicht nur der Fußball ist von den neuen Maßnahmen betroffen, auch beispielsweise das Rudern. „Der Begriff Kontaktsport ist unsere Dauerbaustelle. Wenn mehrere Leute im Boot sitzen, treten sie ja nicht in einen direkten Kontakt wie beim Fußball, haben aber auch nicht mindestens 1,50 Meter Abstand zueinander – da fehlen ein paar Zentimeter. Daher müssen wir uns nach den Vorgaben des Landes richten und werden diese einhalten. Allerdings haben wir Glück im Unglück, denn jetzt herrscht ja weitgehend ruderfreie Zeit“, sagt Ulrike Hartmann, Präsidentin des Landesruderverbands Brandenburg.

Auch beim Rugby-Verband Brandenburg hat man Glück im Unglück gehabt. „Wir sind in der vergleichsweise komfortablen Lage, dass wir alle Punktspiele des Jahres noch absolvieren konnten. Die letzten am vergangenen Wochenende“, so Verbandspräsident Reinhard Göres. Erst im Frühjahr geht der Freiluft-Spielbetrieb weiter, dann wird man bei der Einschätzung der Lage auf die Empfehlung der Verbandsärzte vertrauen. Der Deutsche Rugby-Tag in München, am 27. November, fällt der aktuellen Corona-Lage aber zum Opfer, weil man sich nicht darauf einigen konnte, die Veranstaltung unter 2G-Regeln durchzuführen.