22. Januar 2021 / 19:20 Uhr

Nach dem verlängerten Lockdown: So geht es im heimischen Sport weiter

Nach dem verlängerten Lockdown: So geht es im heimischen Sport weiter

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wie geht es nach dem Lockdown weiter: Ein Saisonabbruch ist im Handball (gr. Bild) noch kein Thema. Im Judo (kl. B. 2. v. r.) wurden die deutschen Meisterschaften bis Ende März ausgesetzt.
Wie geht es nach dem Lockdown weiter: Ein Saisonabbruch ist im Handball (gr. Bild) noch kein Thema. Im Judo (kl. B. 2. v. r.) wurden die deutschen Meisterschaften bis Ende März ausgesetzt. © Photowerk
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Die Bundesregierung gab am Dienstag die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens Mitte Februar bekannt. Einige Sportarten hatten geplant, dann bereits wieder den Spielbetrieb aufnehmen zu können. So sehen die Planungen in Handball, Basketball und Co. aus.

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Fußball

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Wie die Saison für die heimischen Oberligisten Lupo/Martini Wolfsburg und MTV Gifhorn fortgesetzt werden soll, steht weiterhin aus. Der NFV unterbreitete den 24 Mannschaften einen Vorschlag, demnach würde die Qualifikationsrunde nach Beendigung der noch ausstehenden Spiele der Hinrunde abgebrochen werden. Am kommenden Dienstag bespricht der Spielausschuss das weitere Vorgehen.

Anfang Dezember verkündete Braunschweigs Bezirksausschuss-Vorsitzender Jörg Zellmer, dass es für die Landes- und Bezirksligen ab dem 14. März weitergehen soll. "Bei dem Stand bleiben wir auch weiterhin", sagt Zellmer. Die im Kreis Wolfsburg geplante Saisonfortsetzung für Anfang Februar kann dagegen nicht eingehalten werden. „Wir müssen dann alles etwas kompakter organisieren, es könnte auch sein, dass wir den Pokal-Wettbewerb abbrechen müssen“, sagt Wolfsburgs Spielausschuss-Vorsitzender Bernd Hartwig. „Aber momentan kann noch niemand sagen, wann wir wieder anfangen dürfen.“ 

Für die Herren-Teams im Kreis Gifhorn gibt es dagegen keine Änderungen, ab dem 14. März wurden in der Kreisliga sowie den 1. und 2. Kreisklassen Nachholspiele angesetzt, in der 3. Kreisklasse eine Woche darauf. "Bei uns hat es aber die Altherren und Altsenioren getroffen. Für Februar habe ich alle Spiele auf die Nachholtermine verlegt“, sagt Gifhorns Spielausschuss-Vorsitzender Timo Teichert.


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Handball

Im Handball-Verband Niedersachsen (HVN) hat sich die Zielsetzung nach dem Beschluss der Bundesregierung nicht verändert, der Saisonabbruch ist noch kein Thema. Der Verband hofft, dass die Vereine spätestens Mitte März wieder in die Sporthallen dürfen und die Saison mit einer Einfachrunde fortgesetzt werden kann. Bei einem verlängerten Mannschaftssport-Verbot über den Februar hinaus könnte sich die Lage ändern. "So langsam kommen wir dann an einen Punkt, an dem wir anders entscheiden müssen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt“, sagt Jens Schoof, HVN-Vizepräsident Spieltechnik.

Für die Vereine auf regionaler Ebene ist der Saisonabbruch "sehr wahrscheinlich", wie Oliver Ede, der stellvertretende Vorsitzende Spieltechnik der Handball-Region Süd-Ost Niedersachsen mitteilt. Eine Entscheidung soll Anfang kommender Woche fallen. Der Saisonabbruch würde bedeuten, dass es keine Auf- und Absteiger geben wird. "Einige Mannschaften haben noch kein einziges Spiel gehabt, da fällt es schwer, Auf- und Absteiger zu bestimmen", so Ede. Der Verband denkt über einen Pokalwettbewerb im Sommer für Herren und Jugend nach, um den Vereinen Spiele ermöglichen zu können. Auch die Nutzung im Freien mit Feld- oder Beachhandball sieht Ede gerade bei der Jugend als Möglichkeit für den Sommer.

Basketball

Der Spielbetrieb auf Landesebene ist vom Niedersächsischen Basketballverband vorerst bis Ende Februar ausgesetzt worden. Sobald eine Wiederaufnahme des Sportbetriebs nach dem Lockdown möglich ist, soll auch der Punktspielbetrieb wieder aufgenommen werden. Der Verband hofft darauf, nach den Osterferien wieder Punktspiele ausrichten zu können. „Der Spielbetrieb in der Region soll dann ebenfalls fortgesetzt werden“, sagt Jörg Meyer, Sportwart der Region Braunschweig, zu der auch die Vereine aus Wolfsburg und Gifhorn gehören. Es bestünde die Möglichkeit, die Saison bis zum 30. Juni auszudehnen, normalerweise endet sie im März/April. Regelungen zu Auf- und Abstieg werden erst getroffen, wenn klar ist, wie die Saison fortgesetzt wird.

In der AZ/WAZ vom 22. Januar 2021 hatten wir fälschlicherweise berichtet, dass der Spielbetrieb im Bezirk Braunschweig bereits abgebrochen wurde. Diese Information, die wir vom Bezirksvorsitzenden Braunschweigs, Rolf Zimmermann, erhalten hatten. war falsch. Der Niedersächsische Basketball-Verband befindet sich in der Umstrukturierung und Zimmermann ist nicht mehr Ansprechpartner für die Region.

Tischtennis

Durch die Verlängerung des Lockdowns ist sicher, dass die Saison nicht wie ursprünglich geplant am 12. Februar fortgesetzt werden kann. Einen Saisonabbruch hält Heinz Böhne, Präsident des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen (TTVN), trotz Aufforderung einzelner Vereine "nicht für sinnvoll und wir möchten in diesem Bereich auch keinen Alleingang machen. Wir stehen hierzu in engem Austausch mit dem niedersächsischen Sport- und Innenministerium, dem Landessportbund Niedersachsen, dem Deutschen Tischtennis Bund und den anderen Landesverbänden und sind davon überzeugt, dass wir eine gemeinsame Linie finden müssen", teilt Böhne in einem Infobrief mit. Zudem wird geprüft, ob und in welcher Form eine Verlängerung der Saison über den derzeit beschlossenen Termin Ende April hinaus möglich ist. Über eine weitere Verlängerung der Saisonunterbrechung wird das TTVN-Präsidium voraussichtlich Anfang Februar entscheiden.

Tennis

Der geplante Start der Wintersaison fand durch die Verlängerung des Lockdowns nicht statt, das weitere Vorgehen hat der Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) noch nicht festgelegt. Zumindest müssen die Akteure nicht komplett auf ihren Sport verzichten, wie Ingo Bettscheider, Sprecher der Regionen beim TNB, sagt. "Das Einzeltraining war den Lockdown über erlaubt und das wird auch weiterhin so bleiben."

Badminton

Anfang Januar tagte der Spielausschuss der Gruppe Nord und beschloss, die Spiele der Regional- und Oberliga bis zum 28. Februar auszusetzen. "Das ist auch noch der aktuelle Stand", sagt Obmann Wolfgang Schuch. "Wir finden uns am 5. Februar zu einer Telefonkonferenz zusammen, dort wird alles weitere besprochen." Eine Entscheidung läuft auf die Beendigung der Hinrunde oder einen Abbruch der Saison ohne Wertung hinaus. Bei Letzterem wird es keine Auf- und Absteiger geben.

Auch für die Ligen unterhalb der Oberliga wurde noch keine Entscheidung getroffen. "Wir sind uns bewusst, dass der Zeitraum immer enger wird. Wir müssen den Vereinen aber eine vierwöchige Einspielphase geben können und haben ihnen mitgeteilt, dass die Chance besteht, bis in den Mai zu spielen", sagt Markus Bennewitz, kommissarischer Vorsitzender des Niedersächsischen Badminton-Verbands.

Leichtathletik

Für die Leichtathleten hat der Beschluss der Bundesregierung zu keinen Änderungen geführt. Auch weiterhin dürfen nur Kader-Athleten - unter Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln - trainieren, da sie mit Profisportlern gleichgesetzt sind. Auch die geplanten Hallenmeisterschaften in Dortmund (20./21. Februar) sollen weiterhin stattfinden. "Der deutsche Leichtathletik-Verband hat ein umfangreiches Hygiene-Konzept entworfen. Wir müssen aber abwarten, denn die Entscheidung treffen die Behörden vor Ort", sagt Mediendirektor Peter Schmitt.

Boxen

Kein Training, keine Wettkämpfe. Alle Turnhallen und Sportstätten in Niedersachsen sind geschlossen, die Amateur-Boxer "sind komplett eingefroren", sagt Michael Seltmann, Präsident des Boxverbands Hannover-Braunschweig-Lüneburg. "Wir schauen, wie sich die weitere Lage entwickelt. Unsere Prognose ist, dass wir im Sommer wieder starten können, aber unter Auflagen." Profiboxer können dagegen weiterhin trainieren und Wettkämpfe veranstalten.

Volleyball

Der Saison-Abbruch war Mitte Dezember vom Präsidium des Nordwestdeutschen Volleyball-Verbandes (NWVV) beschlossen worden und gilt für alle Teams von Kreisklasse bis zur Oberliga sowie den Jugend-Spielbetrieb. Das bedeutet, es wird keine Wertung für die Saison 2020/21 geben, auf Auf- und Absteiger wird verzichtet. Über eine mögliche Fortsetzung in den Regionalligen und 3. Ligen wird Ende Januar entschieden. „Die Fortsetzung eines geordneten Spielbetriebes ist perspektivisch nicht durchführbar“, heißt es in einer Mitteilung des NWVV-Präsidiums.

Schwimmen

Bereits seit Anfang November können die meisten Schwimmer nicht mehr trainieren, es gibt nur Ausnahmen für Spitzen- und Profisportler. "Es darf nur ab Landeskader trainiert werden, aber diese müssen einem Landesstützpunkt angehören", sagt Gernot Ingenerf, Vizepräsident Leistungssport beim Landesschwimmverband Niedersachsen (LSN). In Braunschweig wird seit dem 14. Dezember wieder trainiert. "Alles andere neben den Landesstützpunkten liegt gerade brach", sagt Ingenerf. Der LSN entschied bereits, die für den April geplanten Landesmeisterschaften auf Juli zu verschieben, zudem werden sie in Freibädern ausgetragen. "Wir müssen aber sehen, dass die Schwimmer vorher trainieren können, eine Landesmeisterschaft ohne Training macht wenig Sinn", so Ingenerf.

Judo

Als Kontaktsport findet Judo in den Vereinen derzeit nicht statt, Meisterschaften – wie auch die deutschen Meisterschaften sowie deren Qualifikation - wurden bis Ende März ausgesetzt. Der Sport wurde in die Eigenheime verlegt. „Durch die Pandemie haben wir als Judoka die Digitalisierung im großen Stil vorangebracht. Judo wird derzeit von zu Hause betrieben, selbst die Prüfungen werden aufgenommen und an die Prüfer geschickt“, sagt Egbert von Horn, Präsident des Niedersächsischen Judo-Verbands (NJV). „Wir hoffen, dass wir zum Sommer hin wieder mit den Meisterschaften beginnen können.“

Die Judoka aus dem Olympia- und Perspektiv-Kader des Deutschen Judo-Bunds, wie Giovanna Scoccimarro vom MTV Vorsfelde, dürfen weiterhin trainieren, allerdings nur an bestimmten Standorten, wie dem Olympiastützpunkt Hannover und dem Olympischen Trainingszentrum in Kienbaum.

Kegeln

Die Spielzeit 2020/2021 wurde bereits im Dezember vom Deutschen Keglerbund Classic abgesagt, Auf- und Absteiger wird es nicht geben. Bitter für die Herren vom KV Wolfsburg, die wie in der vergangenen Saison oben in der 2. Bundesliga mitspielten und vor der Entscheidung auf dem zweiten Tabellenplatz standen. Die Frauen waren Sechster der 2. Bundesliga. Für den Klub-Vorsitzenden und Spieler Mathias Hähnel ist der Beschluss „vernünftig, wir hatten für uns schon entschieden, zum nächsten Saisonspiel nicht mehr anzureisen“.

Reiten

Durch die Ausweitung des Lockdowns hat sich für das Reiten als Individualsportart nichts geändert. Aber: "Jeder Betrieb kann seine eigenen Regelungen aufstellen, da Anlagen unterschiedlich groß sind", sagt die Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Pferdesportverband Hannover, Tinal Pantel. Die Regelungen können auch von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich ausfallen, je nach Inzidenz-Wert. Für Profisportler sind unter Auflagen auch Wettkämpfe weiterhin erlaubt.

Turnen

Die öffentlichen Sporthallen sind geschlossen, vereinseigene Hallen dürften zwar weiterhin genutzt werden, der Kreis Wolfsburg empfiehlt jedoch, davon abzusehen. "Wir sollten uns an die Vorgaben des Bundes halten und die Kontakte so minimal wie möglich halten", sagt die Kreisvorsitzende Gitti Fahse. Als Individualsport dürften Turner zu zweit in eine Halle oder mit Personen aus dem eigenen Hausstand. Der VfB Fallersleben bietet für die eigenen Mitglieder beispielsweise ein "Bewegungsland light" für Familien, beziehungsweise einen Haushalt, an, bei dem die Aufbauten 45 Minuten lang in der Sporthalle genutzt werden können.

Viele Vereine in Wolfsburg und Gifhorn bieten Online-Training an, wie Fahse und Joachim Schiweck, kommissarischer Vorsitzender für den Kreis Gifhorn, bestätigen. "Der Zuspruch ist dort sehr groß", sagt Schiweck.

Faustball

Die für den November angesetzte Hallen-Saison war für Zweitligist MTV Vorsfelde beendet, bevor sie begonnen hatte. Auf der Präsidiums-Konferenz Mitte Dezember war beschlossen worden, die Saison für die 1. und 2. Bundesligen abzusagen, um den Vereinen Planungssicherheit geben zu können. "Wir wollten nicht auf Biegen und Brechen bis in den April die Hallensaison spielen", sagt Sönke Spille, Pressesprecher der Deutschen Fausball-Liga (DFBL). Damit wird es von Verbandsseite keine Auf- und Absteiger geben. Für die Bundesligisten startet am 1. Mai die Feld-Saison.

Eine Entscheidung für die Vereine unterhalb der Bundesligen - auf Landes- und Bezirksebene - ist noch nicht gefallen, die Tendenz geht dabei auch Richtung Abbruch, wie Braunschweigs Bezirks-Fachwart Patrick Linke, mitteilt. "Die Vereine konnten nicht trainieren, es macht wenig Sinn, so in die Saison zu starten."

Crossminton

Die Crossminton-Saison sollte für die Wobspeeders aus der 1. Liga Nord im November starten, doch die angesetzten ersten beiden Spieltage können nicht ausgetragen werden, wie der Ligaverantwortliche Christoph Kuwert-Behrenz bestätigt. Im Dezember konnten die Wolfsburger als Individualsportler im Einzel "mit festen Trainingspartnern trainieren", sagt Kuwert-Behrenz, der selbst für die Wobspeeders spielt. Durch die geschlossene Sporthalle an der Kreuzheide fand in diesem Jahr noch kein Training statt. Die Crossminton-Saison läuft bis Ende März, anschließend wird in einem Finalturnier der deutsche Meister ausgespielt. In der vergangenen Saison hatten sich die Wolfsburger als Sieger der Liga Nord für das Bundesliga-Finalturnier qualifiziert, die Austragung fand jedoch nicht statt.