15. Dezember 2020 / 10:33 Uhr

Sport-Jahr 2021: Es kann nur besser werden

Sport-Jahr 2021: Es kann nur besser werden

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Seawolves-Guard Behnam Yakhchali (l.) strebt mit Basketball-Zweitligist Rostock Seawolves die Play-offs an.
Seawolves-Guard Behnam Yakhchali (l.) strebt mit Basketball-Zweitligist Rostock Seawolves die Play-offs an. © foto: Gunnar Rosenow
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Das alte Jahr geht, das neue kommt, Corona bleibt und wird 2021 weiter den Sport auch in Mecklenburg-Vorpommern beeinträchtigen. Wie stark, das weiß noch keiner. Trotz einiger beachtlicher Erfolge in 2020 – im neuen Jahr kann es eigentlich nur besser werden.

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Das alte Jahr geht, das neue kommt, Corona bleibt und wird auch 2021 den Sport beeinträchtigen. Wie stark, das weiß noch keiner. Trotz einiger beachtlicher Erfolge in 2020 – im neuen Jahr kann es eigentlich nur besser werden.

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Olympischer Sport

Wegen der Corona-Pandemie wurden im März erstmals Olympische Sommerspiele verschoben. Neuer Starttermin für die Wettkämpfe in Tokio ist der 23. Juli (bis 8. August). Als größte Medaillenhoffnung aus MV geht Ruderer Hannes Ocik (29) im Deutschland-Achter an den Start. Der Rostocker hat fast alles gewonnen – was ihm noch fehlt, ist eine olympische Medaille in Gold. Eine Hoffnungsträgerin könnte auch Lea Sophie Friedrich aus Dassow sein. Die Ausnahmesportlerin, die nächste Woche ihren 21. Geburtstag feiert, gilt spätestens nach ihren zwei Goldmedaillen bei der Heim-WM in Berlin als aussichtsreiche Kandidatin für einen Platz auf dem olympischen Siegertreppchen.

Die Chancen von Marathon-Meister Tom Gröschel auf ein Tokio-Ticket sind wegen fehlender Quali-Möglichkeiten gering. Wenn nicht um Olympia, dann geht es für den Rostocker ab 2021 um einen Startplatz bei der Welt- und/oder Europameisterschaft 2022.

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Basketball

Das Erreichen der Play-offs ist das erklärte Ziel der Rostock Seawolves in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Bisher hat das komplett umgekrempelte Team (zehn Neuzugänge) um Startrainer Dirk Bauermann geliefert: Die Seawolves starteten furios und mischen in Deutschlands zweithöchster Liga ganz oben mit. Mit sieben Siegen in Serie übertrafen die Korbjäger aus der Hansestadt ihren eigenen ProA-Rekord. „Die Neuausrichtung des Kaders war die Konsequenz aus den Ergebnissen der Vorsaison“, sagt Manager Jens Hakanowitz. Schaut man auf die bisherigen Resultate zahlt sich der Umbruch aus: „Wir haben von den internationalen Kontakten von Bauermann profitiert.“

Fußball

Zehn Jahre nach dem zweiten Abstieg aus der 2. Bundesliga 2011 will der FC Hansa Rostock im neuen Jahr endlich raus aus der wirtschaftlich und sportlich wenig attraktiven 3. Liga und wieder auf einer größeren Fußballbühne spielen. Es ist der dritte Anlauf unter Trainer Jens Härtel, der es geschafft hat, den Verein sportlich zu stabilisieren. In einer Liga, die keine herausragende Mannschaft, dafür aber ein breites Mittelmaß hat, ist alles möglich. Auch für den FC Hansa, für den die Hinrunde am 9. Januar mit dem Heimspiel gegen Unterhaching weitergeht.

Handball

Seit dem Amtsantritt von Stefan Güter (44) als neuer Geschäftsführer des Drittligisten HC Empor Rostock geht der Traditionsklub offener als bisher mit dem Thema Aufstieg um. Ziel sei es, „spätestens in anderthalb Jahren aufzusteigen und sich in der zweiten Liga zu etablieren“, erklärt der frühere Manager der Füchse Berlin. Die Ausgangslage ist gut. Empor führt ungeschlagen mit 10:0 Zählern die Staffel Nord-Ost an. Die Truppe von Trainer Till Wiechers, die zweimal knapp den Aufstieg verpasste, ist gereift, eingespielt und homogen. Im dritten Anlauf soll es klappen.

Für die Handballer des Stralsunder HV wird der Kampf um den Klassenerhalt weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen. „Wir wollen uns langfristig in der 3. Liga etablieren“, lautet die Marschroute von Trainer Steffen Fischer, die auch nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs gilt. Ein Vorteil dabei wird sein, dass die Stralsunder auch während der coronabedingten Unterbrechung trainieren konnten. Die Karten im Kampf um die Punkte sind vor dem Restart so neu gemischt. Der Spielbetrieb bleibt aber mindestens noch bis zum 30. Januar ausgesetzt.

Die Drittliga-Handballerinnen des Rostocker HC setzen die Saison nach mehrmonatiger Corona-Zwangspause frühestens am 20. Februar fort. Dann ist der mit 4:2 Punkten gut gestartete Aufsteiger bei der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen zu Gast. Da niemand weiß, ob und in welchem Modus die Saison zu Ende gespielt werden kann, „wollen wir so früh wie möglich Punkte holen, um die Klasse zu halten“, sagt Klubchef Olaf Meyer. Ein Vorteil der langen Zwangspause: Die langzeitverletzten Julia Böhme, Alexandra Rohde und Rieke Anderson sollen bis März wieder zum Team stoßen.

In Bildern: So schön war der Derby-Sieg der Rostock Dolphins

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So schön war der Derby-Sieg der Rostock Dolphins ©

Volleyball

Die Titel, die der SSC Palmberg Schwerin wegen der Corona-Pandemie 2020 nicht holen konnte, peilt der Rekordmeister im neuen Jahr an. Die Chancen stehen gut: Nach dem Sieg im Supercup steht der SSC auch im Pokalfinale. Mit dem SC Potsdam wartet am 28. Februar im Finale ein Überraschungsteam. Bevor in Mannheim das Finale steigt, schlägt der SSC in der Champions-League auf. Vom 2. bis 4. Februar richtet Schwerin das Rückrundenturnier in der europäischen Top-Liga aus. Zu Gast sind Skyres Rzeszow sowie die beiden italienischen Klubs Scandicci und Busto Arsizio. Nach zwei Siegen und sechs Punkten aus den Hinspielen kann sich der SSC Hoffnungen auf das Viertelfinale machen.

Voraussichtlich Ende April endet die Bundesliga-Saison – im Idealfall mit dem 13. Titel für den SSC. „In den nationalen Wettbewerben können wir Pokal- und Meistertitel holen. In der Champions League wollen wir das bestmögliche Ergebnis erreichen“, sagt Trainer Felix Koslowski und hofft, dass Corona seiner Mannschaft die Titeljagd nicht wieder vermasselt.

Der Wunsch 1. Bundesliga bleibt bei Zweitligist 1. VC Stralsund bestehen, wird 2021 aber nicht realisierbar sein. Sportlich haben sich die Volleyballerinnen seit Jahren in der Spitzengruppe der 2. Liga etabliert und im Pokal schon Erstligisten geärgert. Doch strukturell klafft beim ambitionierten VC noch eine zu große Lücke zum Oberhaus. Der Verein kann sich in den kommenden Monaten weiter ganz auf die Professionalisierung konzentrieren. Denn die tabellarische Endplatzierung in der Corona-Saison, die vermutlich bis Ende April gehen wird, ist allenfalls Nebensache.

Das Scouting wird verbessert, und eine Videowand soll in der Arena installiert werden. Im November analysieren die Wildcats dann erneut, wie groß der Schritt zur 1. Liga noch ist.

Für die Zweitliga-Volleyballer des SV Warnemünde startet das Sportjahr am 9. Januar mit dem Rückrunden-Auftakt. Zu Gast an der Ostsee ist dann der TV Baden. Die Hanseaten haben nach überstandener Corona-Welle für das neue Jahr vor allem ein Wunsch: „Wir wollen spielen“, sagt SVW-Manager Christian Hinze. Im November waren zwölf Akteure des Teams mit dem Coronavirus infiziert. Über einen Monat lang ruhte der Spielbetrieb für die Rostocker. Neben dem sportlichen Ziel, erfolgreich zu sein, blickt der Verein in Richtung Zukunft: „Die jungen Spieler sollen sich weiterentwickeln und im Team festigen“, erklärt Hinze.