06. August 2021 / 18:18 Uhr

Sport-Legenden des Jahrzehnts: Als der TV Jahn Duderstadt die 3. Liga aufmischte

Sport-Legenden des Jahrzehnts: Als der TV Jahn Duderstadt die 3. Liga aufmischte

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Derby in der 3. Liga im Jahr 2010: Carlos Swoboda vom TV Jahn Duderstadt gegen die TG Münden. 
Derby in der 3. Liga im Jahr 2010: Carlos Swoboda vom TV Jahn Duderstadt gegen die TG Münden.  © Alciro Theodoro Da Silva
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Als im Jahr 2010 die 3. Handball-Liga gegründet wurde, mischte der TV Jahn Duderstadt in der neu geschaffenen Spielklasse mit. Der Klub bildete neben der TG Münden das Zentrum des Handballsports in Südniedersachsen. Deshalb sind die Jahner für unsere Serie Sport-Legenden des Jahrzehnts nominiert.

Die sportlich erfolgreichste Zeit in der Geschichte des TV Jahn Duderstadt liegt schon etwas länger zurück. Zwischen 1995 und 2001 spielten die Eichsfelder in der 2. Bundesliga und waren gemeinsam mit dem 1. SC Göttingen 05 das absolute Aushängeschild der Region.

In die zweithöchste Spielklasse schaffte es der TV Jahn anschließend zwar nicht mehr. Dafür avancierte der Verein zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts erneut zu einem Leuchtturm des Handballs in Südniedersachsen. Neben der TG Münden war Duderstadt 2010 die einzige Mannschaft aus der Region, die nach einer Ligareform des DHB in der neu geschaffenen 3. Liga an den Start ging.

Christian Schmidt, ehemaliger Torwart des TV Jahn Duderstadt

In der Staffel Ost traf der TV Jahn mit Trainer Thomas Brandes in der Saison 2010/11 auf bekannte Namen wie HSG Gensungen-Felsberg, SV Anhalt Bernburg oder SC DHfK Leipzig. Die Eichsfelder, die im Jahr zuvor Vierter in der Regionalliga geworden waren, erzielten in ihrer ersten Spielzeit in der 3. Liga mit 13 Siegen, drei Unentschieden und zwölf Niederlagen einen achtbaren achten Platz und hielten dadurch die Klasse.

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Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht
Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht ©

Achtbar deshalb, weil die Duderstädter mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Verhältnissen auskommen mussten. „Der Übergang von der Regionalliga zur 3. Liga war mit dem Etat, der unserem damaligen Geschäftsführer Rüdiger Anhuef zur Verfügung stand, nicht ganz so einfach“, erinnert sich Ekkehard Loest. Der heutige Vereinsvorsitzende war damals Abteilungsleiter der Handball-Abteilung. Und er hatte die Mannschaft in der Regionalliga-Saison 2009/10 nach der Entlassung von Stephan Albrecht zusammen mit Nerijus Kesilis übernommen. Dem Interimstrainergespann gelang die Qualifikation zur 3. Liga.

„Bei uns gab es keinen Vollprofi, alle Spieler haben studiert oder gearbeitet. Nur ganz wenige Spieler haben angemessene Aufwandsentschädigungen bekommen“, erklärt Loest. „Doch wir haben es mit den Mitteln, die wir zur Verfügung hatten, geschafft, das bestmögliche rauszuholen und Duderstadt zu einer der wichtigsten Mannschaften der Region zu machen.“

"Gerüst der Mannschaft hat gepasst"

Sportlicher Erfolg trotz überschaubarem Etat, das funktionierte wohl auch nur, weil sich bereits in der Regionalliga ein fester Kern aus Spielern formte, die in der Region zuhause waren und dem Verein über mehrere Jahre treu blieben. „Das Gerüst der Mannschaft hat also gepasst“, so Loest.


Zu diesem Kern gehörten unter anderem: Matthias Heim, Nerijus Kesilis, Marc Tetzlaff, Christian Wedemeyer, Julian Krüger, Carlos Swoboda, Jan-Philipp Naß, Maximilian Loest oder auch Christian Schmidt. „Das sind Spieler, die Duderstadt über Jahre geprägt haben“, unterstreicht der Vereinsvorsitzende im Rückblick.

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Christian Schmidt, der damals zwischen den Pfosten stand, ergänzt: „Diese Mannschaft hat immer ein Ziel gehabt: Wir wollten zusammen erfolgreich sein. Dafür hat jeder sein Ego hintangestellt. Jeder hatte, egal zu wie viel Spielanteilen er gekommen ist, Spaß daran, mit dieser Mannschaft aufzulaufen. Das hat uns ausgezeichnet.“

Nicht zuletzt hat der Drittligist TV Jahn Duderstadt auch für seine Stadt viel geleistet, davon ist Loest überzeugt: „Die Spieler waren tolle Botschafter der Stadt, indem sie Duderstadt über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht haben.“

Abstimmen können Sie im Internet unter gturl.de/sportlegenden oder direkt hier