24. August 2021 / 14:47 Uhr

Sport-Legenden: Göttinger Orientierungsläuferinnen blicken auf eine erfolgreiche Dekade zurück

Sport-Legenden: Göttinger Orientierungsläuferinnen blicken auf eine erfolgreiche Dekade zurück

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Nina Döllgast, Sabine Rothaug und Birte Friedrichs (v.l.) sicherten 2018 die deutsche Hochschulmeisterschaft für die Uni Göttingen.
Nina Döllgast, Sabine Rothaug und Birte Friedrichs (v.l.) sicherten 2018 die deutsche Hochschulmeisterschaft für die Uni Göttingen. © R/privat
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Sie haben Titel und Podiumsplätze bei den deutschen Hochschulmeisterschaften geholt: die Orientierungsläuferinnen der Universität Göttingen. Das hat die Sportlerinnen auf die Liste der Nominierten für die Tageblatt-Wahl der Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts gebracht.

Neun Podiumsplatzierungen bei sieben deutschen Hochschulmeisterschaften im Orientierungslauf seit 2011 zeigen, welche Rolle die Universität Göttingen in dieser Sportart einnimmt. Neben Dresden bringt das Team aus Südniedersachsen immer wieder nationale Meister hervor, gilt als Hochburg. 2015, 2017 und 2018 stand eine Damen-Staffel jeweils oben auf dem Treppchen. Damit gehören die Orientierungsläuferinnen zu den Teams, die es auf die Liste der Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts geschafft haben.

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Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht
Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht ©

Eine „Konstante“ hat es in den vergangenen Jahren in dieser Szene gegeben: Anke von Gaza war immer mit dabei, gehörte in Stuttgart 2015 und Nettersheim 2017 zum Siegerteam. Dort, in der Nähe von Köln, gewann sie mit Birte Friedrichs und Sabine Rothaug. Ein Jahr später rückte für sie Nina Döllgast ins Team, von Gaza wurde mit der zweiten Mannschaft Dritte.

Hochschulsport lockt Eliteläufer nach Göttingen

Die Angestellte der Universität Göttingen hat schon als Kind mit dem Orientierungslauf begonnen und ist diesem Sport treu geblieben. „Der Hochschulsport lockt immer wieder auch Eliteläufer und Nationalmannschafts-Mitglieder zum Studium nach Göttingen“, hat sie in der Vergangenheit beobachtet. Nach Erfolgen in den 1980er Jahren herrschte eine Weile Flaute, ehe seit 2011 wieder vordere Platzierungen erreicht wurden.

Wo geht's lang? Anke von Gaza während eines Wettkampfs.
Wo geht's lang? Anke von Gaza während eines Wettkampfs. ©

Für die Mischung aus Laufsport und guter Orientierung brauchen Anfänger eine Weile, um erfolgreich zu sein. Neben der detailreichen Karte, auf der verschiedene Farben etwas über die Passierbarkeit des Geländes aussagen, ist der Kompass ein wichtiges Hilfsmittel zur Orientierung. Einsteiger werden im Training oft auf dem Gelände rund um das Zentrum für den Hochschulsport am Sprangerweg herangeführt. „Wichtig ist es, erste Frusterlebnisse zu vermeiden“, sagt von Gaza.

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Inzwischen werde der Staffelwettbewerb bei den Hochschulmeisterschaften immer mehr von den Wäldern in den urbanen Raum verlegt. 2019, bei den Titelkämpfen in Göttingen, war der Nordcampus der Uni Austragungsort. „Ich arbeite dort, aber unter Orientierungslauf-Gesichtspunkten hatte ich mir das Gelände vorher nicht angeschaut. Ich kenne dort auch nicht jede Ecke“, gibt die Chemisch-Technische-Assistenten der Agrarwissenschaften zu.

Diese Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften stehen zur Wahl

Sportlerin

  • Neele Eckhardt Noack (Deutsche Meisterin im Dreisprung)
  • Hannah Buch (Deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren der Junioren)
  • Jasmin Bothmann (Mehrfache Weltmeisterin im Minigolf)
  • Tonie Lenz (Sieg bei den Worldgames mit der Kanupolo-Nationalmannschaft)
  • Fiona Sieber (Siegerin German Masters/Schach)
  • Angelina Wucherpfennig (Deutsche Meisterin Schülerklasse Luftgewehr/Sportschießen)
  • Birte Kressdorf (Langstreckenschwimmerin, Durchquerung des Ärmelkanals)
  • Pauline Bremer (Fußball-Nationalspielerin, zweifache Champions-League-Siegerin)
  • Jennifer Crowder (Basketball-Nationalspielerin und Bundesliga-Spielerin und „Guard of the year“)
  • Barbara von Ende (mehrfache Deutsche Tennis-Meisterin der Senioren)

Sportler

  • Tobias Buck-Gramcko (Bahnrad-Juniorenweltmeister mit Weltrekord)
  • Rolf Geese (mehrfacher Senioren-Weltmeister und -Weltrekordler im Zehnkampf)
  • Lars Bode (Weltmeister im Drachenboot-Rennen)
  • Ansgar Knauff (Profi bei Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund)
  • Aaron Donkor (Linebacker in der NFL bei den Seattle Seahawks)
  • Florian Reichert (Seriensieger beim Göttinger Altstadtlauf)
  • Robert Kulawick (Gewinn der Eurochallenge mit der BG Göttingen und Publikumsliebling)
  • Fynn Kunze (Deutscher Jahrgangsmeister über 200 Meter Rücken)
  • Nils Knöchelmann (Deutscher Meister Para-Bogenschießen)
  • Lukas Richter (Sieg bei den Worldgames mit der Kanupolo-Nationalmannschaft)

Mannschaften

  • Tanzsportteam Göttingen (Deutscher Meister und WM-Dritter Standard-Formation)
  • BG Göttingen (Gewinn der Basketball-Eurochallenge)
  • C-Junioren I. SC Göttingen 05 (Teilnahme Fußball-Regionalliga, höchste Spielklasse)
  • Minigolfclub Göttingen Damen (Deutscher Mannschaftsmeister)
  • RV Stahlross Obernfeld (André und Manuel Kopp, Deutsche Radball-Meister)
  • Göttinger Paddler Club Damen (Deutscher Meister)
  • Universität Göttingen Damenbasketball (Mehrfacher Deutscher Hochschulmeister)
  • TV Jahn Duderstadt (Dritte Handball-Bundesliga)
  • Universität Göttingen 3x3-Basketball (Finale der World University League der Herren)
  • Universität Göttingen Laufsport (Sabine Rothaug, Birte Friedrichs und Anke von Gaza: Deutsche Hochschulmeisterinnen im Orientierungslauf)

Abstimmen können Sie ab sofort im Internet unter gturl.de/sportlegenden

Familiäre Atmosphäre bei den Wettkämpfen

Die Staffelläufe sind so konzipiert, dass die Startläufer gemeinsam auf die Strecke gehen, sich die Wege dann aber an bestimmten Gabelungen trennen, damit jeder Teilnehmer für sich seine Strecke findet. Am Ende sind alle Staffeln die gleiche Distanz gelaufen. Inzwischen gehören nur noch zwei Starter zu einer Staffel, die müssen allerdings zwei Durchgänge à etwa 15 Minuten laufen. „Jeder Orientierungslauf ist anders, ist eine neue Herausforderung“, gibt von Gaza zu. Die Atmosphäre bei den Wettkämpfen bezeichnet die Athletin als „familiär“, man kenne sich untereinander.

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Zu ihren besten Zeiten sei sie auch bei den Weltmeisterschaften gestartet, habe dort auf dem Podium gestanden. Aber nicht nur „zu Fuß“ war sie erfolgreich, auch als Ski-Langläuferin hat sich von Gaza in der Orientierungslauf-Szene einen Namen gemacht: Schon dreimal wurde sie bei den Seniorinnen Weltmeisterin. Amtierende nationale Meisterin ist sie in der Damen-Hauptklasse im Bereich Moutainbike. „Die Knochen tun mir inzwischen weh, ich trainiere nicht mehr so viel. So allmählich werde ich meine Karriere ausklingen lassen“, sagt die 50-Jährige, die für einen Klub im Solling startet, weil es in Göttingen keine in Vereinen organisierte Orientierungsläufer gibt.

Abstimmen könnt ihr im Internet unter gturl.de/sportlegenden oder direkt hier

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