27. Mai 2021 / 16:57 Uhr

"Sport schnell wieder ermöglichen": LSB kritisiert Stufenplan der Landesregierung

"Sport schnell wieder ermöglichen": LSB kritisiert Stufenplan der Landesregierung

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hofft auf weitere Lockerungen im Sport: Reinhard Rawe.
Hofft auf weitere Lockerungen im Sport: Reinhard Rawe. © imago images/Eibner
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Der Landessportbund Niedersachsen kritisiert die Regelungen der Landesregierung. Demnach würden die Corona-Lockerungen im Sport nicht schnell genug gehen. Vorsitzender Reinhard Rawe meint unter anderem, dass der Wettkampf zugelassen werden müsse.

Die Corona-Lockerungen gehen nicht weit und nicht schnell genug. Das kritisiert der Landessportbund (LSB) Niedersachsen. Die Regelungen der Landesregierung im Stufenplan 2.0 seien unverhältnismäßig und unverständlich. Der LSB fordert in einem Schreiben „eine weitgehende Öffnung des Vereinssports“.

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Dem Vorstandsvorsitzenden Reinhard Rawe liegt ganz besonders der Schwimmsport am Herzen: „Es ist schon der zweite Jahrgang, der nun keine Ausbildung zu erhalten droht. Das Land muss dafür sorgen, dass die Bäder zugänglich sind. Wir müssen die Schwimmfähigkeit der Kinder auf den Weg bringen, die Vereine sind da ganz wichtig.“

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LSB plädiert dafür, auf Testungen zu verzichten

In zehn Punkten hat der LSB seine Forderungen aufgelistet, die sich aus zahlreichen Stellungnahmen von Sportbünden und Landesfachverbänden auf den Stufenplan 2.0 ergeben. „Wir gehen davon aus und hoffen, dass es in diesen Tagen weitere Veränderungen geben wird“, so Rawe.

Ein weiterer entscheidender Aspekt sind die Schnelltests. Es sei nicht die Aufgabe eines Übungsleiters oder Vereinsvorsitzenden, am Eingang diese Tests durchzuführen oder Selbsttests zu beobachten, betont Rawe: „Das ist doch nicht praxisnah und keinem mehr vermittelbar.“ Der LSB setzt darauf, den Sportlern zu vertrauen und deren Selbsttests ebenso zu akzeptieren wie beispielsweise Testergebnisse des Arbeitgebers oder der Schule. Beim kontaktlosen Sport im Freien plädiert der LSB sogar dafür, auf Testungen komplett zu verzichten.

Auch Hallensport denkbar?

Angesichts der weiter sinkenden Inzidenzzahlen müsse selbst der Kontaktsport im Außenbereich möglich sein, mahnt der LSB. „Das betrifft besonders unseren Kernsport, den Fußball“, so Rawe. Mit bis zu 50 Teilnehmern sollen Übungseinheiten draußen generell wieder möglich sein. „Das hat doch mit den kleinen Trainingsgruppen jetzt überhaupt keinen Sinn mehr. Und der Wettkampf muss ebenfalls in allen Stufen zugelassen werden“, sagt Rawe.

In der Halle hält der LSB in allen Stufen „eine Öffnung von kommunalen, städtischen und vereinseigenen Sporthallen für kontaktfreien Sport in Gruppen von mindestens 30 Personen“ für praktikabel. Es müsse möglich sein, Sport umgehend wieder ohne zu große Einschränkungen in den Vereinen betreiben zu können, mahnt der LSB abschließend an. „Die Vereine lechzen danach, dass ihre Sportangebote wieder genutzt werden können“, unterstreicht Rawe.