07. Oktober 2021 / 17:58 Uhr

Sport Union: Punktlos und 2:43 Tore, aber Aufgeben ist keine Option

Sport Union: Punktlos und 2:43 Tore, aber Aufgeben ist keine Option

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nicht aufgeben: Hayrettin Kus übernahm vor zwei Wochen Sport Union (kl. Bild) und denkt gar nicht daran, die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden.
Nicht aufgeben: Hayrettin Kus übernahm vor zwei Wochen Sport Union (kl. Bild) und denkt gar nicht daran, die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden. © Gero Gerewitz
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Der Wolfsburger Kreisligist Sport Union steht nach vier Spieltagen punktlos am Tabellenende. In jeder Partie verlor die Mannschaft von Trainer Hayrettin Kus zweitstellig. Für ihn ist Aufgeben aber keine Option.

Vier Spiele, null Punkte, 2:43 Tore und dazu ein erster Trainer, der nie anwesend war. So sieht der bittere Saisonstart des Kreisligisten Sport Union Wolfsburg aus. „Ich weiß, dass es eine schwierige Aufgabe wird, aber ich gebe nicht auf“, so Hayrettin Kus, der die Mannschaft vor zwei Wochen übernahm. „Wenn ich etwas in die Hand nehme, dann ziehe ich das bis zum Ende durch. Ich werde nicht zulassen, dass wir die Mannschaft abmelden.“

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Nachdem Vorgänger Khaled Amiri vor einem Jahr seinen Rücktritt als Trainer von Sport Union bekanntgab, suchte der Verein lange nach einem Ersatz – und fand diesen vermeintlich in Alpcan Adagide. Doch es kam anders. Zum Saisonauftakt beim SSV Vorsfelde II (0:12) und gegen den ESV Wolfsburg (1:11) trat die Mannschaft ohne Trainer an, danach übernahm Kus.

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Mit Kus soll bei Sport Union alles besser werden, aber „ich habe dem Vorstand mitgeteilt, dass das nicht von heute auf morgen geht. Wir brauchen Zeit“, so der 48-Jährige. Mit 17 zur Verfügung stehenden Spielern sei der Kader klein, zudem hätte gut ein Drittel nicht die Qualität für die Kreisliga. Mit mehr als einer Handvoll Spieler, teils mit Bezirks- und Landesliga-Erfahrung, stehe Unions Trainer im Austausch, aber, „wenn sie jetzt zu uns wechseln, dann werden sie von ihren Vereinen gesperrt. Das bringt uns nichts.“ Deshalb gilt es, erst einmal auf die Zähne zu beißen und die nächsten acht Spiele irgendwie zu überstehen.

In den zwei Wochen unter Kus wurden die Ergebnisse nicht besser, nach einem 1:10 beim TSV Heiligendorf musste er die Partie am vergangenen Sonntag gegen den TSV Ehmen in der Halbzeit beim Stand von 0:10 abbrechen. Von den 13 anwesenden Spielern ging es für sechs von ihnen verletzungsbedingt nicht weiter, Kus blieb keine andere Wahl. „Einer hatte Leistenprobleme, einer ein dickes Knie, zwei hatten sich im Spiel verletzt, die Spieler müssen am Montag wieder arbeiten. Es war keine Absicht von uns, wir konnten einfach nicht weiterspielen“, so Kus. Die Partie am Sonntag bei der FSG Neindorf/Almke (15 Uhr) ist nicht in Gefahr, Kus geht davon aus, dass ihm genug Spieler zur Verfügung stehen werden. Dass seine Mannschaft schon da ein positiveres Ergebnis erzielen kann, daran hat er zumindest seine Zweifel. „Der Prozess ist wie eine Treppe und wir befinden uns auf der ersten Stufe. Wir können nicht gleich auf die zehnte Stufe springen.“