08. März 2019 / 12:25 Uhr

SPORTBUZZER und AZ/WAZ vergeben ein Stipendium für den VfL-Campus

SPORTBUZZER und AZ/WAZ vergeben ein Stipendium für den VfL-Campus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der SPORTBUZZER vergibt ein Weiterbildungs-Stipendium
Der SPORTBUZZER vergibt ein Weiterbildungs-Stipendium © Darius Simka/regios24
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Jetzt per Mail bewerben: Weiterbildung im Bereich "Fußballmanagement" im Wert von 5400 Euro – VfL-Fußballerin Pia-Sophie Wolter studiert ebenfalls am VfL-Campus: "Ich setze mich gern mal hin und schreibe eine Hausarbeit."

"Studieren bei den Profis“ – so lautet der Slogan des VfL-Campus. Seit Herbst 2015 bietet der private Hochschulstandort in Verbindung mit dem Sportbusiness-Campus die Möglichkeit, beim VfL Wolfsburg einen staatlich anerkannten Abschluss zu erwerben. In Kooperation mit dem Fußball-Bundesligisten vergeben die AZ/WAZ und der SPORTBUZZER ein Stipendium im Wert von 5400 Euro für eine Weiterbildung im Bereich „Fußballmanagement“.

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Als Klassenzimmer fungiert die Wolfsburger VW-Arena – und auch sonst ist man nah dran am VfL. Die Dozenten kommen aus verschiedenen Bereichen des Sportbusiness, regelmäßig sind hochkarätige Gesprächspartner wie zuletzt Jörg Schmadtke (Geschäftsführer Sport VfL Wolfsburg) und Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg) zu Gast.

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Der ehemalige Wolfsburg-Profi ist selbst Absolvent der Weiterbildung. „Sie hat mir fachlich und persönlich sehr gutgetan“, so Schäfer, „wir haben viele Themen bearbeitet, die mir in meinem späteren Berufsleben weiterhelfen werden“. Kathrin Lehmann, Geschäftsführerin des Sportbusiness-Campus, erläutert: „Das Studium am VfL Campus passt zu allen BWL-Interessierten, die Sportfans sind. Und es macht doch mehr Spaß, Bilanzen von Manchester United zu lesen als von einem Telekommunikationsunternehmen oder ähnlichem.“

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<b>Koen Casteels:</b> 13 Millionen Euro (unverändert) Zur Galerie
Koen Casteels: 13 Millionen Euro (unverändert) ©

Der SPORTBUZZER ermöglicht es, an einer solchen Weiterbildung in Form eines Intensiv-Blockseminars teilzunehmen. Die unterschiedlichen Module werden in zwei Präsenzwochen à sechs Tagen (8. bis 13. April und 17. bis 22. Juni) behandelt. Darüber hinaus werden die Lehrinhalte über Online-Sessions und per Selbststudium vermittelt. Dies umfasst das Textstudium, Hausaufgaben und Projekt- und Vertiefungsarbeiten. Neben 37 ECTS-Credits, die europaweit auf ein Bachelor- oder Master-Studium angerechnet werden können, wird das Hochschulzertifikat zum Fußball-Manager der Steinbeis-Hochschule Berlin erworben.

Bewerbt Euch jetzt!

Bewerber sollten 18 Jahre alt sein und ein ausgeprägtes Interesse an Fußball, Sport und Management aufweisen. Erforderlich ist ein Motivationsschreiben (maximal zwei DIN-A4-Seiten) inklusive eines unterschriebenen Lebenslaufs und Foto, das bis zum 18. März per E-Mail an die Adresse vfl-campus@sportbuzzer.de eingereicht werden muss. Anschließend entscheidet ein Gremium über den weiteren Verlauf. Weitere Informationen gibt es unter: www.sportbusinesscampus.de/vfl-campus/

VfL-Fußballerin Pia-Sophie Wolter studiert am VfL-Campus.
VfL-Fußballerin Pia-Sophie Wolter studiert am VfL-Campus. © Darius Simka/regios24

INTERVIEW | VfLerin Pia-Sophie Wolter: "Es macht mir Spaß zu lernen"

Von Tim Lüddecke

Seit September studiert Pia-Sophie Wolter am VfL-Campus. Hier belegt die Fußballerin den Bachelor-Studiengang Business Administration (B.A.) mit thematischer Vertiefung Sportbusiness. „BWL, wissenschaftliches Arbeiten, Finanzmanagement“, zählt sie bisherige Themenfelder auf, „und Wirtschaftsmathematik und Statistik – mein absolutes Lieblingsthema“, meint sie lachend. Für die 21-Jährige war trotz des Wechsels vor der Saison zum VfL klar, dass sie sich vernünftig für ihre persönliche Zukunft aufstellen will.

Hatten Sie gewusst, dass es den VfL-Campus gibt?

Nein, aber als ich mit 20 nach Wolfsburg gekommen bin, wollte ich auf jeden Fall etwas neben dem Fußball machen – auch, um etwas in der Hand zu haben. Ralf Kellermann hat mir dann erzählt, dass Lara Dickenmann ebenfalls dort studiert. Es hat sich für mich sehr interessant angehört, gerade weil man einen näheren Einblick in den VfL bekommt.


Wie ist das Studentenleben?

Während meiner Zeit bei Werder Bremen habe ich bereits zwei Semester Sonderpädagogik an der Uni Oldenburg studiert. Das war aber schwerer zu vereinen mit dem Pendeln, das ist hier in Wolfsburg deutlich einfacher. Es war richtig, das zu machen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Uni und VfL-Campus?

An der Uni hat es mir gefallen, dass man jeden Tag dort war. Dass man viel Kontakt mit anderen hatte. Viele wussten auch gar nicht, dass ich Fußball spiele. Das war ganz cool, um das Studentenleben dann auch etwas mitzuerleben. Am Campus hat man eine kleine Gruppe, es ist persönlicher. In Oldenburg saß ich mit 200 Leuten in der Vorlesung und spätestens nach einer Stunde habe ich mit meinem Sitznachbarn gequatscht, weil wir keine Lust mehr hatten zuzuhören.

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Fällt Ihnen das Lernen leicht?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin sehr eigenständig, schon in Oldenburg musste ich das aufgrund des Trainings sein. Es macht mir Spaß zu lernen, ich kann das und ich setze mich auch gern mal hin und schreibe eine Hausarbeit.

Sie sind also eher die Streberin?

Das ist immer etwas negativ behaftet... Wenn ich weiß, ich muss etwas machen, dann mache ich es auch. Ich bin niemand, der die Dinge aufschiebt und in der letzten Nacht bis 23.59 Uhr da dran sitzt. Bis jetzt habe ich alles bestanden. 

Wie funktioniert es zeitlich als aktive Profi-Fußballerin?

Selbst wenn man zweimal trainiert, hat man mittags Zeit oder nach der zweiten Einheit. Ich setze mich aber generell eher abends hin und lerne, das war schon in der Schulzeit so. Und wenn man auf Auswärtsfahrten im Hotel ist, kann man auch mal was für die Uni machen – anstatt vor dem Fernseher zu hängen.

Passiert das denn auch?

Es kommt auch darauf an, mit wem man auf einem Zimmer ist. In der Hinrunde war das öfter Joelle Wedemeyer, sie studiert auch. Und dann sagen wir beide: Wir müssen jetzt lernen und lassen den Fernseher aus. Wenn man aber jemanden hat, der das nicht muss und fragt, ob man einen Kaffee trinken möchte, macht es das natürlich schwieriger.

Trainingslager Frauen-Bundesligist VfL Wolfsburg

Trainingslager Frauen-Bundesligist VfL Wolfsburg. Zur Galerie
Trainingslager Frauen-Bundesligist VfL Wolfsburg. ©

Wie viel Zeit investieren Sie also täglich ins Studium?

Ich versuche schon, dass ich mich drei Stunden am Tag dran setze. Wenn man sich abends mal zum Champions-League-Gucken trifft, wird es wahrscheinlich etwas weniger. Aber zwei sind es bestimmt immer.

Haben Sie als Profi einen kleinen Wissensvorsprung?

Klar weiß ich vielleicht eher, wie es innerhalb eines Vereins abläuft. Schade ist aber, dass ich bei Auswärtsspielen samstags selten am Campus sein kann. Aber dadurch, dass wir in unserer Gruppe nur zu elft sind – zehn Männer und ich (lacht) – gehen die Dozenten besonders auf einen ein. Und wenn ich mal was verpasse, kann ich auch jedem meiner Kommilitonen schreiben – sie helfen mir dann. Aber im Februar habe ich es an einem Samstag auch tatsächlich geschafft, einen ganzen Tag von 9 bis 17 Uhr da zu sein. Da musste ich mir einiges anhören – ob das nicht zu anstrengend für mich werde…

Was erhoffen Sie sich am VfL-Campus zu lernen?

Die Grundlagen in Richtung Management und BWL, die einem für die Zukunft helfen. Die Inhalte sind auch nicht so trocken, wie ich es erwartet hatte, weil wir immer den Bezug zum Sport und dem VfL haben. Bei Werder habe ich durch ein FSJ und meinen Papa (Ex-Profi und nun Trainer, d. Red.) bereits Einblicke im Jugendbereich bekommen, nun erhoffe ich mir die im Profibereich. 

Haben Sie Herrn Kellermann schon gefragt, ob Sie ihm mal über die Schulter gucken dürfen?

Ich werde seine Nachfolgerin! (lacht) Nein, habe ich noch nicht. Vielleicht kann ich ja mal ein Praktikum machen…

Ist es als Fußballerin besonders wichtig, sich beruflich abzusichern für nach der Karriere?

Es ist ja generell so, dass man nach der Karriere noch was machen muss. Klar, die Männer haben dann vielleicht ausgesorgt, aber will man mit 34 für den Rest des Lebens nichts mehr machen? Ich finde das einfach wichtig. Im Frauenfußball gilt das wohl noch mal mehr. Ich glaube etwa nicht, dass man als Frau die ganzen Expertenjobs bekommen würde.