11. August 2020 / 13:23 Uhr

Ohne Kapitän Baar: Arminia erlebt bei SPORTBUZZER-Challenge sein Blaues Wunder

Ohne Kapitän Baar: Arminia erlebt bei SPORTBUZZER-Challenge sein Blaues Wunder

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Luc Fender (links) und Richard Mensah sind erschöpft - und enttäuscht, dass Arminia bei der SPORTBUZZER-Challenge raus ist. Nicht dabei war Kapitän Leander Baar (eingeklinkt).
Luc Fender (links) und Richard Mensah sind erschöpft - und enttäuscht, dass Arminia bei der SPORTBUZZER-Challenge raus ist. Nicht dabei war Kapitän Leander Baar (eingeklinkt). © Debbie Jayne Kinsey/privat
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Der Traum vom Final 4 in Barsinghausen ist für den SV Arminia Hannover bei der SPORTBUZZER-Challenge geplatzt. Gegen die SG Blaues Wunder waren nach 90 Minuten Testspiel die Beine offenbar einfach zu schwer. Kapitän Leander Baar erfuhr vom Aus während seines Urlaubs auf Mallorca.

Er ist erst 22 Jahre jung und schon eine tragende Säule beim Oberligisten Arminia Hannover – im Mittelfeld führt Leander Baar Regie. Im ersten Achtelfinale der SPORTBUZZER-Challenge – präsentiert von sportkluft.eu und dem Sporthotel Fuchsbachtal – erholte sich der Student mit Freundin Antonia Bubolz auf Mallorca. Prompt setzte es eine Niederlage. Doch dazu später mehr.

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Kaum wieder zurück in Deutschland, stand Baar wieder die vollen 90 Minuten im Testspiel auf dem Platz. Das lag zum einen an der dünnen Personaldecke von Trainer Skerdi Bejzade. Viel mehr untermauert die Nominierung aber die Bedeutung des Blondschopfes.

Leander Baar macht es seinem Bruder Linus nach

Als Baar mit 14 Jahren das Zuhause in Northeim verließ, um bei Hannover 96 sein Glück zu versuchen, mussten die Eltern auch ihren zweiten Sohn zum Fußball ziehen lassen. Sein zwei Jahre älterer Bruder Linus spielte bereits beim VfL Wolfsburg. 2013 war das. Vier erfolgreiche Jahre folgten. Der defensive Mittelfeldspieler träumte von einer Profilaufbahn. Er gehörte zu den 96-Talenten, die 2016 den DFB-Pokal gewannen.

Bilder von der SPORTBUZZER-Challenge (Achtelfinale) zwischen dem SV Arminia Hannover und der SG Blaues Wunder

Arminias Kriseld Doko mit vorbildlicher Haltung beim Weitschießen. Zur Galerie
Arminias Kriseld Doko mit vorbildlicher Haltung beim Weitschießen. ©

Baar wurde im Endspiel in Berlin in der 77. Minute eingewechselt und erlebte auf dem Platz die entscheidenden Treffer von Mohamed Darwish (82.) und Lars Ritzka (90.) zum 4:2 gegen Hertha BSC. „Bis zum Halbfinale habe ich alle Spiele gemacht, dann ist Trainer Daniel Stendel zu den Profis gewechselt“, erzählt Baar.

Baar entscheidet sich für akademischen Weg

Bei der 96-Reserve erging es ihm ein Jahr später ähnlich: Nach der Verpflichtung von Niklas Tarnat war Baar außen vor und bekam nur wenig Einsatzmöglichkeiten. Die 96-Zeit sei „abrupt und nicht gerade im Gu­ten zu Ende gegangen“, sagt Baar rückblickend. Theoretisch hätte er noch auf Viertligaebene bleiben können, „aber ich habe mich dann für den akademischen Weg entschieden“.

Im dritten Jahr studiert der 22-Jährige Sport- und Gesundheitsmanagement an der Buhmann-Schule – und kickt in der Oberliga für Arminia. Komplett abgehakt habe er den Traum vom Profivertrag allerdings noch nicht. In diesem Sommer gab es Gespräche mit Regionalligist VfV 06 Hildesheim. Es blieb bei Gesprächen, Baar entschied sich für das dritte Jahr am Bischofsholer Damm.


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Nicht zuletzt, weil der Student im März 2021 ein sechsmonatiges Betriebspraktikum absolvieren muss. „Ich warte das einfach ab und schaue, wo es mich hin verschlägt“, sagt er. Diesen offenen Austausch schätzen sie bei Armina. Leander sei als Persönlichkeit gefestigt, sagt SVA-Vorstand Frank Willig, „auf und neben dem Platz zuverlässig und einfach ein guter Typ“. Ein schönes Lob.

Nur noch Ergebniskosmetik

Noch einmal zurück zur Challenge: Beim 2:3 gegen das Blaue Wunder wurde die Arminia auf dem falschen Fuß erwischt – schon nach den ersten drei Duellen stand die Niederlage fest. Dominik Lindemann (gegen Luc Fender), Jonathan Gille (gegen Richard Mensah) und Zidene Bel­khi­ret (gegen Mohammed Salifou) entschieden das Latten- und Mülltonnenschießen mit jeweils einem Treffer sowie das erstmals auf 35 Sekunden verlängerte Pfostenrennen (19:18) für sich.

Dass An­drew Owusu und André N'Diaye das Balljonglieren zu zweit gegen Sascha Krüger und Gianluca Ingaliso (38:17) sowie Kriseld Doko den Weitschuss gegen Marius Müller gewannen, war lediglich noch Ergebniskosmetik. Allerdings muss man den Arminen zugutehalten, dass sie vor dem Duell der Blauen bereits 90 Testminuten in den Beinen hatten.