26. August 2020 / 13:11 Uhr

"Bekloppt genug" für SPORTBUZZER-Challenge: Wilkenburgs Trainingsgruppe 2 trotzt Coronavirus

"Bekloppt genug" für SPORTBUZZER-Challenge: Wilkenburgs Trainingsgruppe 2 trotzt Coronavirus

Curdt Blumenthal
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
So soll es sein: Hemmingens Wisam Askar hilft dem entkräfteten Wilkenburger Andreas Heine nach dem Pfostenlauf wieder hoch.
So soll es sein: Hemmingens Wisam Askar hilft dem entkräfteten Wilkenburger Andreas Heine nach dem Pfostenlauf wieder hoch. © Debbie Jayne Kinsey
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Jetzt hat es sie erwischt: Dem Coronavirus hat die Trainingsgruppe 2 des SV Wilkenburg erfolgreich getrotzt, im Achtelfinale der SPORTBUZZER-Challenge war der SC Hemmingen-Westerfeld aber eine Nummer zu groß. Egal, die Verbundenheit bei der zusammengewürfelten Truppe wird bleiben.

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Als Anfang Mai die ersten Gehversuche auf den niedersächsischen Fußballplätzen stattfanden, waren viele Mannschaften beim SV Wilkenburg noch sehr zurückhaltend. Zu zurückhaltend für den baldigen Ü50-Kicker Andreas Heine. Der 49-Jährige mit Trainerschein wurde umgehend zum Corona-Beauftragten des SV Wilkenburg. Mit Vereinskollege Marco Elas trommelte er rasch und quer durch alle Altersklassen hindurch eine Truppe von sporthungrigen Kickern zusammen, die zweimal in der Woche trainierte. Die Trainingsgruppe 2 war geboren.

"Wir sind ja bekloppt genug"

Sogar externe Amateurspitzenfußballer wie Moritz Hinkelmann folgten dem Lockruf. Der 29-Jährige hat 36-mal für den VfB Lübeck in der Regionalliga Nord gespielt. Und er bleibt dem Verein erhalten: „Moritz ist in den Verein eingetreten und ist jetzt bei der ersten Mannschaft eingestiegen“, berichtet Heine.

Die SPORTBUZZER-Challenge – präsentiert von sportkluft.eu und dem Sporthotel Fuchsbachtal – kam für die nach Herausforderungen suchende Truppe laut Heine gerade recht: „Wir sind ja bekloppt genug. Wir haben uns fit gehalten und nicht rumgeeiert. Da kriechst du hinterher vom Platz“, sagt er.

Bilder von der SPORTBUZZER-Challenge (Achtelfinale) zwischen dem SV Wilkenburg und SC Hemmingen-Westerfeld

Hemmingens Athiwat-Joe Khambor feiert seinen Sieg beim Lattenschießen. Zur Galerie
Hemmingens Athiwat-Joe Khambor feiert seinen Sieg beim Lattenschießen. ©

Bis dahin alles gut, auch Lokalrivale SV Arnum war in der 1. Runde der Challenge kein Stimmungskiller. Doch dann der große Schock für die gesamten Verein: Ein Spieler wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Aufregung war groß, der gesamte Trainings- und Spielbetrieb wurde eingestellt. „Wir haben den ein oder anderen, der zur Risikogruppe gehört, in unseren Reihen. Das war schon ein heißes Ding“, sagt Heine.

Gesundheitsamt beruhigt die Lage

Die Hilfe des Gesundheitsamtes der Region Hannover sei der entscheidende Faktor für die Beruhigung der Lage gewesen: „Das Amt hat ganz präzise die Kontaktpersonen abgefragt und Fragen zur Infektiosität beantwortet. Davor gab es intern viele Vermutungen, welche die Unruhen befeuerten.“

Einige Tage und Testergebnisse später war die Erleichterung groß: Innerhalb des Vereins ist es zu keinen weiteren Ansteckungen gekommen. Als der Spieler zum letzten Mal vor seiner Erkrankung zum Training erschien, war er noch nicht infektiös. Die Quarantäne hat er gut überstanden. Auch die Trainingsgruppe 2 hat den Schock verdaut. Jetzt, wo der normale Spielbetrieb wieder startet, werden die Trainingseinheiten weniger. Spätestens im Winter soll es aber weitergehen: „Die Verbundenheit wird bleiben“, betont Heine.

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Mit Verbundenheit konnten die Wilkenburger im Nachbarschaftsduell mit SC Hemmingen-Westerfeld nicht rechnen. Der Landesligist wurde seiner Favoritenrolle gerecht und zog durch ein 4:1 ins Viertelfinale der SPORTBUZZER-Challenge ein. Die Hemminger Yannick Kranz und Clemens Grage haben dabei ihren eigenen Jonglage-Rekord auf beeindruckende Art und Weise noch einmal nach oben geschraubt.

Zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Bei den ersten Duellen war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Der Gastgeber ging mit einem Treffer von Athiwat-Joe Khambor im Lattenschießen in Führung. Beim Mülltonnenschießen entschied der Treffer von Wilkenburgs Baris Yigit das Duell nach fünf Versuchen. Hemmingens Wisam Askar wiederum hatte beim Pfostenlauf mit 19 Berührungen etwas mehr Luft als Routinier Heine.

Gegen die 668 Wechsel bei der Balljonglage konnte allerdings auch Wilkenburgs Duo Marco Elas und Mustafa Akcora mit immerhin 250 Ballwechseln nicht gegenhalten. Beim Weitschuss bugsierte Hemmingens Steven Melz den Ball an das andere Ende des Feldes. Da konnte auch Ex-Regionalliga-Spieler Hinkelmann nur hinterherschauen.