17. Juli 2020 / 16:51 Uhr

Trotz Jonglierpech: Bemerode nimmt nach SPORTBUZZER-Challenge Aufstieg ins Visier

Trotz Jonglierpech: Bemerode nimmt nach SPORTBUZZER-Challenge Aufstieg ins Visier

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Arminias Salifou Moussa (links) und Bemerodes Alexander Kamerer halten den Ball hoch. Generell liegt das Jonglieren eher den Blauen.
Arminias Salifou Moussa (links) und Bemerodes Alexander Kamerer halten den Ball hoch. Generell liegt das Jonglieren eher den Blauen. © Debbie Jayne Kinsey
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Bei der SPORTBUZZER-Challenge hat dem TSV Bemerode im Duell mit Oberligist Arminia ein wenig das Glück gefehlt, speziell beim Balljonglieren. Das hindert den Bezirksligisten freilich nicht daran, mit einem gut besetzten Kader den Aufstieg in die Landesliga durchaus offensiv ins Visier zu nehmen.

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Der TSV Bemerode ist zurück im Wettkampfmodus – wenn auch nur kurz. Der Bezirksligist stellte sich der SPORTBUZZER-Challenge präsentiert von Sportkluft.eu und dem Sporthotel Fuchsbachtal gegen das Oberliga-Team vom SV Arminia. Doch dazu später mehr. Die deutliche Niederlage, die es setzte, ändert auch nichts an den Ansprüchen für die neue Saison: den Aufstieg in die Landesliga.

"Dem Fußballer reicht ein bisschen Rasen und ein Ball"

Seit dem 6. Juli ist Vollkontakt wieder erlaubt, die Bemeroder kamen allerdings nur ein einziges Mal in den Genuss. Ihr Trainer Mohammad Kordian schickte sie nach einem Trainingsspielchen in die zweiwöchige Sommerpause. „Dem Fußballer reicht ein bisschen Rasen und ein Ball“, sagt „Mo“ Kordian. „Das steigert die Lust und ist auch bewusst so gewollt.“

Wochenlang stand auch in Bemerode die (Fußball-)Welt still. Nach dem letzten Pflichtspiel in der Bezirksliga 2 am 17. November 2019, einem 2:2 gegen den FC Lehrte, und sechs Testkicks im neuen Jahr, waren die Spieler 56 Tage lang zum Nichtstun verdammt. „In der dritten Woche des Lockdowns haben wir mit Cybertraining angefangen“, erzählt Kordian. Zweimal in der Woche trafen sie sich im virtuellen Raum, die Beteiligung lag weiter bei mindestens 20 Mann.

Bilder von der SPORTBUZZER-Challenge (1. Runde) zwischen Arminia Hannover und dem TSV Bemerode

Salifou Moussa von Arminia punktet beim Pfostenlauf. Zur Galerie
Salifou Moussa von Arminia punktet beim Pfostenlauf. ©

„Wir haben oft zwei Stunden später noch dagesessen und erzählt, insofern hat es seinen Sinn erfüllt“, sagt Kordian. Jedes Mal musste ein anderer Spieler ein Training für die Teamkollegen erarbeiten. Und das auch gerne in Verkleidung. „Mein absolutes Highlight war ein Ganzkörperlatexanzug in Rot“, sagt Kordian. Den Namen des Spielers behält er in der Öffentlichkeit lieber für sich.

Allein die Ankündigung, dass am 7. Mai wieder gemeinsam trainiert werden durfte, „war schon ein richtig geiles Gefühl“, sagt Kordian. „Natürlich war es in den ersten Einheiten ungewohnt. Jeder war auf sich und die Regeln fokussiert, aber alle hatten ihren Spaß.“ Die Beteiligung wuchs zwischenzeitlich auf 30 Spieler an, „wenn man nicht spielen kann, freut man sich noch mehr auf das Training“.

SPORTBUZZER-Challenge: Arminia Hannover - TSV Bemerode

Am Dienstag nimmt der Tabellenzweite der am 27. Juni endgültig abgebrochenen Spielzeit die Vorbereitung wieder auf. Zunächst mit einem Kader von 34 Spielern. Denny Ehrich (zurück nach Erfurt) und Ben Kube, der aus beruflichen Gründen umgezogen ist, haben den TSV verlassen.

Ibrahim Yayci kehrt aus Degersen zurück

Dafür rücken U19-Kapitän Maximilian Langenau, Johann Feldkamp, Patrick Bartkiewicz und Srecko Rogovic aus der eigenen Jugend auf. Karsten Malarowski hat sein Auslandssemester beendet, Ibrahim Yayci kehrt nach einem halben Jahr beim SV Degersen zurück. Torben Koschinsky kommt vom SV Ramlingen/Ehlershausen II, Alexander Kamerer und Brian Hernández Ferreras vom JFV Calenberger Land.

Nach der SPORTBUZZER-Challenge ist also vor der Saison – und die soll laut Kordian eine „Challenge für alle“ werden. „Sollte es eine Aufstiegsrunde geben, wollen wir die auch erreichen. Und wenn wir da sind, wollen wir auch aufsteigen. Alles andere wäre Quatsch und mit diesem Gedanken gehen wir in die Saison.“ Aber dann bitte ohne Ganzkörperlatexanzug.

Mehr zur SPORTBUZZER-Challenge

Zurück zum Duell mit der Arminia. Die Geschichte im Rudolf-Kalweit-Stadion war eine deutliche Angelegenheit – allerdings nur, weil die Arminen im Balljonglieren viermal die Nase vorn hatten. Richard Mensah (gegen Niklas Mauer) und Aldo Mitraj (gegen Timo Lindemann) hatten im Ballhochhalten den längeren Atem, nachdem keiner der Kontrahenten bei drei Versuchen weder die Latte noch die Mülltonne getroffen hatte.

Fender und N'Diaye sorgen für die Entscheidung

Nach dem Pfostenrennen mit jeweils 16 Berührungen waren Michael Würpel und Mohammed Salifou Moussa so außer Atem, dass das Balljonglieren zu zweit vorgezogen wurde. Und mit 44 Berührungen sorgten Luc Fender und Andre N'Diaye mit dem 3:0 für die Entscheidung. Yayci und Kamerer hatten 19 Berührungen vorgelegt. Moussa legte im Ballhochhalten gegen Würpel sogar das 4:0 nach.

Der abschließende Weitschuss verlief kurios: Der letzte Versuch von Sven Haushalter sprang zwar über den seitlichen Zaun, lag dennoch auf einer Höhe mit dem weitesten Schuss des Arminen Konrad Gardemin. Erst der vierte Versuch brachte den Bemeroder Ehrenpunkt.