27. Juli 2020 / 13:56 Uhr

Sie sind ja Meister: Arnumer können 1:4 bei SPORTBUZZER-Challenge verschmerzen

Sie sind ja Meister: Arnumer können 1:4 bei SPORTBUZZER-Challenge verschmerzen

Ulrich Bock
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Eine gefühlte Ewigkeit: Marco Elas (rechts) und Mustafa Akcora spielen sich den Ball für die Trainingsgruppe der SV Wilkenburg 309-mal zu.
Eine gefühlte Ewigkeit: Marco Elas (rechts) und Mustafa Akcora spielen sich den Ball für die Trainingsgruppe der SV Wilkenburg 309-mal zu. © Debbie Jayne Kinsey
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Die Trainingsgruppe 2 des SV Wilkenburg hat sich in der 1. Runde der SPORTBUZZER-Challenge bei der SV Arnum II durchgesetzt. Marco Elas und Mustafa Akcora sorgten dabei für ein absolutes Highlight. Die Gastgeber können es verschmerzen, zu groß ist die Vorfreude beim Aufsteiger auf die neue Saison.

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Dreihundertneun! Nicht weniger als 309-mal haben sich Mustafa Akcora und Marco Elas den Ball in der Luft zugespielt, zumeist per Kopf. Das Duo des SV Wilkenburg, der seine sogenannte Trainingsgruppe 2 zum kontaktlosen Kick ins Nachbardorf geschickt hatte, könnte damit einen Rekord für die Ewigkeit bei der SPORTBUZZER-Challenge – präsentiert vom Sporthotel Fuchsbachtal und sportkluft.eu – aufgestellt haben.

Dubiel und Scholz können nur zuschauen

Anerkennendes Nicken und staunendes Kopfschütteln der Lokalrivalen waren dem technisch versierten Duo jedenfalls sicher. „Das ist so demütigend“, klagte Maurice Dubiel, der bei der gastgebenden SV Arnum gemeinsam mit Tobias Scholz fürs Balljonglieren ins Rennen geschickt wurde, zunächst jedoch tatenlos mit ansehen musste, wie Akcora und Elas die Messlatte Zuspiel für Zuspieler höher legten.

„Dafür seid ihr Meister geworden“, spendeten die Wilkenburger Trost. Und darüber freuen sich die Jungs von Stephan Schmidt tatsächlich noch immer. Dass sie wegen der Covid-19-Pandemie am grünen Tisch den Sprung in die 3. Kreisklasse gepackt haben, ändert nichts daran, dass die Arnumer ihre Aufstiegsshirts mit Stolz tragen. Sie haben schließlich eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die gewissermaßen auch eine Kurzgeschichte ist.

Bilder von der SPORTBUZZER-Challenge (1. Runde) zwischen der SV Arnum und dem SV Wilkenburg

Arnums Stephan Wehnert hat den Querbalken ins Visier genommen. Zur Galerie
Arnums Stephan Wehnert hat den Querbalken ins Visier genommen. ©

2014 hatte es bei der Sportlichen Vereinigung noch drei Herrenteams, beim Saisonstart 2016 allerdings lediglich noch die Bezirksligatruppe gegeben. Der Unterbau war innerhalb kürzester Zeit weggebrochen. „Ich bin da gerade frisch in den Verein gekommen und wollte in der Ü32 anfangen, war aber noch nicht alt genug. Also wollte ich erst einmal in die Zweite, doch die wurde direkt aufgelöst“, erinnert sich Schmidt. Soweit der traurige Prolog.

"Ich war halt der Blöde, der ja gesagt hat"

Im Frühjahr 2019 machten sich Lukas Pankow und Moritz Dorau daran, wieder eine Reserve ins Leben zu rufen. Beim Verein rannten sie offene Türen ein, der Kader stand schnell. Den Kern der Mannschaft bilden „alte Arnumer“, aus der Jugend, aus der alten Zweiten, aus der ehemaligen Dritten. Und Schmidt wurde von Spartenleiter Bastian Ammoneit als Trainer verpflichtet. „Na ja, ich war halt der Blöde, der ja gesagt hat“, erinnert sich der 35-Jährige und lacht.

Eine Fehlentscheidung war es offenkundig nicht. Mit vielen Spielern, die schon in der 1. Kreisklasse die Schuhe geschnürt haben, konnte das Ziel nur lauten: „Natürlich wollen wir aufsteigen!“ Und dieses Ziel haben die Arnumer erreicht – allerdings mit einem Schönheitsfehler. „Es ist relativ gut gelaufen, aber die Eingespieltheit hat hier und da merklich gefehlt“, sagt Schmidt.

SPORTBUZZER-Challenge: SV Arnum - SV Wilkenburg

Speziell gegen die stärkeren Teams sei das zu beobachten gewesen. „Die Durchschlagskraft hat uns gefehlt. Lösungen im letzten Drittel zu finden – an dieser Baustelle wollten wir in der zweiten Saisonhälfte eigentlich intensiv arbeiten“, sagt der Coach.

Künftig ohne Dorau und Dubiel

Das muss jetzt nachgeholt werden. Vor einer Woche hat die Vorbereitung begonnen – mit fünf Zugängen aus der A-Jugend, aber ohne Kapitän Dorau (Umzug nach München) und Dubiel (Studium). Zwei Abgänge, die wehtun. Trotzdem: „Oben mitzuspielen, sollte schon unser Anspruch sein“, sagt der Trainer.

Natürlich sei es erstrebenswert, die große Lücke zur ersten Mannschaft, mit der der Austausch gut funktioniere, möglichst schnell weiter zu verkleinern. „Jetzt freuen wir uns aber erst einmal, dass wir wieder trainieren dürfen. Alle haben Bock auf die neue Liga, die neuen Gegner“, sagt Schmidt. „So eine Mannschaft wünsche ich jedem Trainer.“

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Und die präsentierte sich bei der Challenge auch als fairer Verlierer. Im Nachbarschaftsduell erwischten die Gastgeber zwar einen Traumstart, Stephan Wehnert traf mit dem ersten Versuch den Querbalken. Doch Florian Elas glich aus, die Entscheidung fiel im Tengeln zugunsten der Gäste.

Gemeinsames Training zum Abschluss

Die hatten durch Guntram Elas auch im Stechen nach dem beidseitig erfolglosen Mülltonnenschießen die Nase vorn. Der Pfostenlauf wurde zum Duell Jung gegen Alt, in dem sich Arnums Christoph Meier mit 16:15 gegen den früh weggerutschten Andreas Heine durchsetzte.

Es folgte die große Show von Akcora und Marco Elas mit ihren 309 Kontakten beim Balljonglieren. Der Sieger stand damit fest – und beim Weitschuss krönte Moritz Hinkelmann mit seinem letzten Versuch die beeindruckende Wilkenburger Vorstellung mit dem weitesten Versuch und dem Punkt zum 4:1-Endstand. Im Anschluss trainierten die beiden Mannschaften übrigens noch gemeinsam, rund 45 Minuten lang mit gemischten Teams.