23. Juli 2020 / 17:36 Uhr

Es passt beim TSV Limmer: SPORTBUZZER-Challenge steigert Vorfreude auf die Saison

Es passt beim TSV Limmer: SPORTBUZZER-Challenge steigert Vorfreude auf die Saison

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Oberliga-Frauen des TSV Limmer und ihr neuer Trainer Dennis Pannwitz (eingeklinkt) haben gegen den TuS Davenstedt durchaus Grund zum Jubeln.
Die Oberliga-Frauen des TSV Limmer und ihr neuer Trainer Dennis Pannwitz (eingeklinkt) haben gegen den TuS Davenstedt durchaus Grund zum Jubeln. © Debbie Jayne Kinsey
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Da haben sich welche gesucht und gefunden, so wirkt es jedenfalls und bisher und auch beim Duell der 1. Runde der SPORTBUZZER-Challenge. Die Rede ist von den Oberliga-Fußballerinnen des TSV Limmer und ihrem neuen Coach Dennis Pannwitz. Es gibt allerdings einen traurigen Hintergrund dieser Geschichte.

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Stoisch, mit verschränkten Armen, aber meistens mit einem Lächeln auf dem Gesicht verfolgt der neue starke Mann bei den Oberliga-Frauen des TSV Limmer die SPORTBUZZER-Challenge – präsentiert von sportkluft.eu und dem Sporthotel Fuchsbachtal. Während der TuS Davenstedt nach den Siegen beim Cup und Masters vom Triple träumen darf, konzentrieren sich Dennis Pannwitz und sein neues Team nun auf die hoffentlich bald beginnende Saison.

Noch im April und im Mai hatten Limmers Frauen über die sozialen Medien einen neuen Trainer gesucht. Pannwitz wurde jedoch über die Trainerbörse des Verbandes auf die Stelle aufmerksam. Dass der 30-Jährige sich nun voll und ganz auf seinen Job an der Seitenlinie konzentriert, hat neben den sechs Operationen im „komplett zerstörten linken Knie“ einen überaus traurigen Grund.

Bilder von der SPORTBUZZER-Challenge (1. Runde) zwischen den Frauen des TSV Limmer und dem TuS Davenstedt

Davenstedts Enis Ay vollführt Akrobatik auf dem Fußballplatz. Zur Galerie
Davenstedts Enis Ay vollführt Akrobatik auf dem Fußballplatz. ©

Pannwitz und seine Frau erlebten einen tragischen Schicksalsschlag, mussten mit dem plötzlichen Tod ihres Sohnes, der seinen 1. Geburtstag nicht mehr erlebte, fertig werden. „Ich rede gern über Joshua“, sagt Pannwitz heute, zwei Jahre später. „Um mich aus dieser Traurigkeit heraus zu holen, habe ich angefangen als Trainer zu arbeiten.“

"Inzwischen ist es mehr als eine Notlösung"

Das Leben geht weiter, der Blick wieder nach vorn. „Durch diese Situation habe ich mich da reingesteigert, aber inzwischen ist es mehr als eine Notlösung, jetzt ist es etwas komplett anderes, auch in Limmer“, sagt Pannwitz.

Am 24. Mai stellte sich der Mann aus Rosenthal (Peine), der gerade eine Umschulung zum Erzieher macht, bei der Vorsitzenden des TSV, Heidi von der Ah, vor. Vier Tage später leitete er die erste Trainingseinheit. „Ich hatte ja nicht mal einen Trainerschein, den mache ich jetzt erst“, sagt Pannwitz, „und trotzdem hat mir der Verein die Möglichkeit gegeben.“ Sie waren eben von Anfang an auf einer Wellenlänge, haben die gleichen taktischen Vorstellungen – man wird den Eindruck nicht los, dass sich da zwei gefunden haben.

SPORTBUZZER-Challenge: TSV Limmer Frauen - TuS Davenstedt

Mit einem gemeinsamen Vorhaben: „Alle wollen oben mitspielen und vielleicht am Ende in die Regionalliga zurückkehren“, sagt der neue TSV-Trainer. „Mein persönliches Ziel ist, dass wir besser abschneiden als im letzten Jahr.“ Nach fünf Jahren in der 3. Liga mussten die Limmeranerinnen 2019 zurück in die Oberliga. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs standen sie mit 23 Punkten aus 13 Spielen auf Platz drei. Viel weiter nach oben geht es also nicht mehr.

Mit Blick auf den Kader – Kerstin Dehning (Mellendorfer TV), Laura Klose (Sparta Göttingen), Lisa Marie Sehnert, Merle Koch (beide TSV Bemerode), Pia Siegel, Virginia Böhne (beide 96) und Jana Rauch (eigene Reserve) sind gekommen, nur Janine Budde (PSV GW Hildesheim) und Isabelle Herwy (eigene Reserve) haben das Team verlassen – sagt Pannwitz: „Wir haben uns qualitativ und quantitativ verstärkt, haben eine besseren Kader als letzte Saison.“

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Wie der Modus in der voraussichtlich Mitte September beginnenden Spielzeit aussehen wird, steht indes noch nicht fest. „Im Raum stehen zwei Vorrundenstaffeln für die 16 Mannschaften“, sagt Pannwitz. Seine Tochter Emma ist im Übrigen vor Kurzem ein Jahr alt geworden. Das Leben geht weiter.

Dem TSV fehlen drei Meter

Nicht weiter geht es für sein Team bei der Challenge. Trotz Führung durch einen Lattentreffer von Sabrina Schmeding im Duell mit Enis Ay steht am Ende ein 2:3 für die Limmeranerinnen zu Buche. Paul Lange sorgt im Hochhalten gegen Wiebke Strübig für den Ausgleich – beide hatten zuvor die Mülltonne verfehlt.

16 Versuche und damit zwei mehr als Vanessa Jünger schafft Dodzi-Julio Kotchi beim Pfostenrennen. Bernard Baruti und Nils Pielter legen beim Balljonglieren zu zweit 47 Versuche vor – Franziska Bohn und Nele Aufurt jubeln nach 51 Wechseln über den Ausgleich. Laura Klose fehlen dann allerdings im Weitschuss drei Meter zum weitesten Versuch von Christian Frombach.