21. Oktober 2020 / 15:43 Uhr

Hier macht Nachsitzen Spaß: SPORTBUZZER-Fußballschule macht Station in Hemmingen

Hier macht Nachsitzen Spaß: SPORTBUZZER-Fußballschule macht Station in Hemmingen

Ulrich Bock
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jetzt spricht der 96-Pokalheld - und (fast) alle hören zu.
Jetzt spricht der 96-Pokalheld - und (fast) alle hören zu. © Debbie Jayne Kinsey
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Die Namen ihrer Lehrer können den kleinen Kickern bei der SPORTBUZZER-Fußballschule kein Begriff sein, dazu sind sie zu jung. Dass es sich bei Karsten Surmann, Jörg Sievers & Co. aber um Pokalhelden von Hannover 96 handelt, merken sie schnell. Und umso aufmerksamer hören sie zu - meistens jedenfalls.

Natürlich kennen Coby und Fiete den Mann nicht, der da in knallroter Trainingsjacke vor ihnen steht. Wie auch? Baujahr 2014 sind die beiden kleinen Kicker, sie sind jetzt erst mal ganz Ohr, denn der Mann mit der knallroten Trainingsjacke verspricht ihnen, dass sie in den nächsten fünf Tagen achtmal trainieren werden. Und damit öfter, als es die großen Idole von Bayern, Dortmund und 96 momentan tun können. Besser geht’s doch nicht: keine Schule, nur Fußball.

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Ihre Eltern haben die beiden Nachwuchsdribbler zur SPORTBUZZER-Fußballschule by Karsten Surmann angemeldet, die gerade Station beim SC Hemmingen-Westerfeld macht – und als der Namensgeber die 38-köpfige Rasselbande aus lauter Fünf- bis Zwölfjährigen begrüßt, sind nicht nur die Ohren gespitzt, sondern plötzlich auch die Augen ganz groß.

SPORTBUZZER-Fußballschule in Hemmingen

Denn ihr neuer Trainer Karsten, der Mann mit dem grellen Oberteil, spricht vom DFB-Pokal, den Hannover 96 vor langer Zeit gewonnen hat, als Zweitligist und mit ihm als Kapitän. 1992 war das, da waren Coby, Fiete und Co. noch so weit weg von der Welt wie Schalke 04 von der Meisterschaft. Kleiner Fußballerwitz. Fakt ist: Den Pokal kennen sie hier natürlich alle und 96 sowieso.

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Geht der Trend wieder zum schwarzen Schuh?

Aber darum geht es jetzt nicht, sondern darum, dass der Fußballnachwuchs auf dem Kunstrasenplatz an der Hohen Bünte fit gemacht wird womöglich sogar für den Weg in eine Talentschmiede der Bundesligisten.

Die Kinder hier kriegen schlichtweg nicht genug vom Fußball, sie sitzen liebend gern nach. Surmann hat sich für diese Sonderschicht mit Jörg Kretzschmar, Jörg Sievers und Roman Wojcicki weitere Pokalhelden sowie den früheren Profi Robert Scheurer als Verstärkung mitgebracht.

Jetzt aber ab auf den Platz, aufgeteilt zunächst nach Alter in drei Gruppen. Erfreulich: Der Trend geht offenbar wieder zum schwarzen Schuhwerk, wenngleich die bunten Botten nach wie vor dominieren. Die jüngsten Teilnehmer dürfen unter Surmanns Aufsicht gleich spielen. 96 trifft auf Werder, die Farben der Trainingsklamotten und Leibchen wollen es so – und Tim (8) schießt Werder mit einem Doppelpack zum ersten Sieg des Camps.

"Wir wollen den Kindern Werte vermitteln"

Bei Kretzschmar gibt’s Handball zum Aufwärmen, er ist einer der Ruhepole im Trainerteam. Ganz anders Scheurer, der immer wieder ein langgezogenes wie lautes „Waaahnsinn“ über den Platz schleudert. „Der ist ganz schön streng“, bestätigt Tristan (10), aber Spaß mache es ihm trotzdem, sehr großen sogar. Zumal nach einigen Läufen und Tänzchen jeweils mit Ball nun auch in dieser Gruppe gespielt wird.

Die Kinder sollen immer mit Spaß, aber auch dem nötigen Ernst, bei der Sache sein, betont Surmann. Es heiße nicht umsonst Fußballschule: „Wir wollen den Kindern Werte vermitteln, für den Sport, aber auch das ganz normale Miteinander.“ So gut das eben in einer Woche gehe. Das erfordert volle Aufmerksamkeit, die die Trainer auch immer wieder einfordern, was sichtlich schwieriger wird, je jünger der Nachwuchs ist und je länger die Einheit dauert.

Bilder von der SPORTBUZZER-Fußballschule by Karsten Surmann beim SC Hemmingen-Westerfeld

Bilder von der SPORTBUZZER-Fußballschule by Karsten Surmann beim SC Hemmingen-Westerfeld Zur Galerie
Bilder von der SPORTBUZZER-Fußballschule by Karsten Surmann beim SC Hemmingen-Westerfeld ©

Da kann auch ein Pokalheld mal an seine pädagogischen Grenzen stoßen. „Wenn ich den anderen Trainern sage, dass ihr nur 30 Minuten aufpasst und danach nicht mehr, haben die doch gar keine Lust mehr. Und dann? Was machen wir dann? Eis essen?“, fragt er Max, Despot und Coby, die gerade mit anderen wichtigen Dingen beschäftigt gewesen sind. Auf ihr kindlich-ehrliches „Jaaa!“ kann auch ein strenger Lehrer einfach nur mit einem liebevollen Lächeln antworten.