04. November 2019 / 07:19 Uhr

Neuerung Spielrunde: Gewinnen wollen die Nachwuchsfußballer natürlich trotzdem alle

Neuerung Spielrunde: Gewinnen wollen die Nachwuchsfußballer natürlich trotzdem alle

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jubellauf: Die D-Junioren der SG Blaues Wunder IV freuen sich über ihr Last-Minute-Tor zum 2:1 über Niedersachsen Döhren III.
Jubellauf: Die D-Junioren der SG Blaues Wunder IV freuen sich über ihr Last-Minute-Tor zum 2:1 über Niedersachsen Döhren III. © Nicola Wehrbein
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Premiere beim SPORTBUZZER Hallenpokal: Erstmals sind D- und E-Junioren auch in Spielrunden übers Parkett gewirbelt, denn in diesen Altersklassen gibt es seit diesem Winter zwei Kategorien. Eben besagte Spielrunden und den Leistungsbereich. Gewinnen wollen die Nachwuchskicker natürlich trotzdem alle!

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Und weiter geht die wilde Fahrt. Weit mehr als 300 Nachwuchsteams und damit rund 3000 Kicker sind am Wochenende im Einsatz gewesen. In 52 Konkurrenzen rollte das Leder – quer verteilt auf die Hallen der Region. Der SPORTBUZZER Hallenpokal hat die gesamte Bandbreite des Fußballs geboten: von Spielrunden bei den G-Bambini auf dem Parkett in Immensen über die D-Mädchen bis hin zu hochklassigen Vorrundenauftritten der D- und E-Junioren im neu eingeführten Leistungsbereich.

Die Gastgeber mischen gut mit

Nicht zu vergessen: Die Spielrunden in der Altersklasse der oberen D-Junioren – unterm Hallendach der IGS Mühlenberg trumpften in Gruppe 7 die Jungs vom TSV Bemerode V sowie die Wunderaner stark auf. Die Formation des ausrichtenden Vereins Niedersachsen Döhren mischte ebenfalls gut mit.

Die letzten Sekunden laufen runter, als Tobias von den D-Junioren der SG Blaues Wunder IV zum Schuss ansetzt – und hinein die Kugel. Abpfiff: Schluss, aus, vorbei. Während die Akteure der Sportlichen Vereinigung Niedersachsen Döhren III ein wenig fassungslos dastehen, feiern Trainer Hermann Stockhorst und seine jungen Wunderaner fröhlich den späten 2:1-Siegtreffer.

Bilder vom SPORTBUZZER Hallenpokal - Spielrunde 7 der D-Junioren in Mühlenberg

Duell mit Haken und Ösen: Kai (rechts) im blauen Trikot der SG Blaues Wunder IV nimmt es gekonnt mit dem zwei Köpfe größeren Noah vom TSV Kirchrode II auf.  Zur Galerie
Duell mit Haken und Ösen: Kai (rechts) im blauen Trikot der SG Blaues Wunder IV nimmt es gekonnt mit dem zwei Köpfe größeren Noah vom TSV Kirchrode II auf.  ©

Spielrunde hin oder her. Auch wenn kein Titel winkt, wollen die Nachwuchsfußballer natürlich gewinnen. Ist doch klar. Acht Punkte holen die Blau-Weißen der SG um Robert, Kai und Tobias aus den fünf Begegnungen am ersten Spieltag – eine klasse Bilanz. Den Vogel schießt jedoch die Mannschaft des TSV Bemerode V ab, die Kicker präsentieren sich spitzenmäßig und behalten in allen ihren Partien klar die Oberhand.

"Wir haben uns mächtig auf die Hallenrunde gefreut"

„Bislang fallen uns die Gegner leicht“, sagt Bemerodes Torjäger Can strahlend. Und fügt hinzu: „Wir haben uns mächtig auf die Hallenrunde gefreut“ – nun rocken sie die Halle.

Mal was anderes: Bei den D- und E-Junioren hat sich der Wettbewerbsmodus geändert. Die Kreisligamannschaften und ambitionierten Kreisklassenteams kämpfen diesen Winter erstmalig in einem Leistungsbereich, für den die Vereine frei melden konnten, um den Einzug ins große Finale – und den Kreismeistertitel. Alle anderen Teams dieser Altersklassen tragen reine Spielrunden aus.

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Can und seine Mitspieler sprechen dennoch vom „Weiterkommen“ und der“ Zwischenrunde“. Warum auch nicht? Mit ihrer überragenden Leistung haben sie sich schließlich für ein Kräftemessen mit den Tabellenersten oder Zweitplatzierten der Parallelgruppen „qualifiziert“. Die Gruppen werden nämlich nach jeder Spielrunde neu eingeteilt, damit sich in etwa Teams der gleichen Leistungsstärke messen. Geplant sind jeweils drei Runden.

Blick ist nicht nur auf die Tabelle gerichtet

„Das Angebot der Spielrunde ist eine sehr gute Sache, wir haben uns bewusst dafür entschieden“, sagt Wunder-Trainer Hermann Stockhorst. „So bekommen alle Akteure die Möglichkeit, Spielpraxis zu sammeln. Der Spaß steht im Vordergrund, eben nicht der Aspekt, unbedingt auf Platz eins kommen zu müssen. Natürlich wollen wir gewinnen, keine Frage, und doch ist der Blick nicht nur auf den Sieg und die Tabelle gerichtet.“

Auch Matthias Möhring, Coach der Döhrener D-Junioren, begrüßt das System der Spielrunde: „Das Wichtigste überhaupt ist, dass die Kinder spielen. Wir spielen, damit wir uns verbessern, darum geht’s. Eine Einteilung in unterschiedliche Leistungsklassen halte ich für vernünftig, denn das verhindert große Enttäuschungen. Durch den neuen Modus von Leistungs- und Spielrunden ist gewährleistet, dass es meist Partien auf Augenhöhe gibt – das ist doch letztlich das A und O, gerade im Jugendfußball, dass es auf schöne, enge Spiele hinausläuft.“

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Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. Zur Galerie
Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. ©

Für Kirchrodes D-Junioren-Coach Manuel ist die Spielerunde „eine nette Alternativvariante“ zum rein leistungsorientierten Wettbewerb, „weniger Stress, und alle haben die Chance, zu spielen, ich bin damit sehr zufrieden.“ Die jungen Kicker sind es ohnehin.

Und sie spielen ganz eindeutig keinen Deut schlechter Fußball, wenn am Ende kein Titel steht. Vielmehr rennen und kämpfen alle Aktiven, als ginge es um Alles. Auch der Torjubel fällt keineswegs leiser aus, nur weil das Ganze jetzt Spielrunde heißt. Jeder Sieg wird gebührend gefeiert, so soll es sein. Das Schönste ist: Verlierer gibt es nicht wirklich. Und damit ist viel gewonnen.