27. Januar 2020 / 13:23 Uhr

Nicht nur die Talente von Linden 07 entwickeln sich prima: "Richtiger Fußball statt wildem Gekicke"

Nicht nur die Talente von Linden 07 entwickeln sich prima: "Richtiger Fußball statt wildem Gekicke"

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit Tempo und Technik: Jhon vom SV Linden 07 lässt sich bei seinem Sturmlauf auch von zwei Akteuren des FC Lehrte nicht ausbremsen.
Mit Tempo und Technik: Jhon vom SV Linden 07 lässt sich bei seinem Sturmlauf auch von zwei Akteuren des FC Lehrte nicht ausbremsen. © Nicola Wehrbein
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Jeder junge Fußballer träumt wohl davon, später mal als Profi in den größten Stadien der Welt auflaufen zu dürfen. Nur einem Bruchteil von ihnen ist das zwar vergönnt, doch steigern sich die Talente kontinuierlich, wie auch beim SPORTBUZZER Hallenpokal in der Zwischenrunde der D-Junioren zu beobachten war.

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Umjubelt, reich und berühmt – viele junge Kicker träumen von einer Karriere als Fußballprofi. Das ist bei Jhon nicht anders. Der Zwölfjährige ist für die D-Junioren des SV Linden 07 am Ball. Er ist körperlich präsent, ballgewandt, zweikampfstark und dynamisch. Am 2. Spieltag der Zwischenrunde im Leistungsbereich lief es großartig für Jhon, Atilla, Anis und ihre Teamkameraden: Mit drei ungefährdeten Siegen aus drei Begegnungen erhöhten die Lindener „Butjer“ ihre Gesamtausbeute auf 18 Punkte – und zogen als Tabellenerster der Gruppe 2 souverän ins Semifinale ein.

Der Traum von Real Madrid

24 (aus 64) Mannschaften sind weiter im Rennen um den begehrten SPORTBUZZER Hallenpokal, der HSC und TSV Havelse mischen noch mit jeweils drei Teams mit, der TSV Bemerode ist mit zwei Formationen vertreten.

„Mit dem Fußballspielen begonnen habe ich bei einem kleinen Verein in meiner Geburtsstadt Barcelona“, erzählt Jhon. „Seit wir dann vor ein paar Jahren nach Hannover gezogen sind, spiele ich bei Linden 07. Wir sind eine krasse Mannschaft. Und wir sind Freunde.“ Berufswunsch Profifußballer? „Wer will das nicht?“, antwortet der D-Junior. Sein Lieblingsverein sei Real Madrid, obschon er aus Barcelona kommt. „Irgendwann mal für Real Madrid auflaufen, das wär's!“

Bilder vom SPORTBUZZER Hallenpokal - Leistungsbereich Zwischenrunde 2 der D-Junioren in Kronsberg

Auf und davon: Ben im Dress des TSV Bemerode II enteilt seinem Gegenspieler SV 06 Lehrte. Zur Galerie
Auf und davon: Ben im Dress des TSV Bemerode II enteilt seinem Gegenspieler SV 06 Lehrte. ©
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07-Coach Saman Shamo ist selbst erst 19 Jahre jung, einen Großteil der Spieler trainiert er jedoch bereits seit der F-Jugend. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie sich die Jungs im Laufe dieser Zeit entwickelt haben, von Kreuz-und Quer-Durcheinanderlaufen und fröhlich-wildem Gekicke hin zum richtigen Fußball“, sagt Shamo. Und ergänzt: „Wir haben schon so viel zusammen erlebt, sportlich, aber auch abseits des Platzes. Etwa bei unseren Reisen zu internationalen Turnieren, unvergessen ist die Abschlussfahrt nach Barcelona vor anderthalb Jahren. Die Jungs sind ein großer Bestandteil meines Lebens.“

Irrungen und Wirrungen im Vorfeld

Ende der Saison heißt es für Shamo Abschied nehmen von „seinen“ Jungs, der engagierte junge Mann geht zum Jura-Studium nach Berlin – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Gerade deshalb ist jedes weitere Spiel im Wettbewerb des SPORTBUZZER Hallenpokals ein ganz Besonderes für ihn.

Bevor an diesem Spieltag der Gruppe 2 das Leder rollte, hatte es einige Irrungen und Wirrungen gegeben. Als Spielort war offiziell die Nebenstelle der IGS Kronsberg am Friedrich-Wulfert-Platz verzeichnet, dort trafen die Teams samt Anhang auch pünktlich ein. Diese Halle war allerdings bereits fest in den Händen von Badminton-Sportlern. Eindeutig verkehrt. Und nun? Rasch klärte sich die Sache auf. In der zum Glück nicht weit entfernten Sporthalle der IGS Kronsberg erwarteten der gastgebende TSV Bemerode und ein Büfett vom Feinsten die Mannschaften schon sehnsüchtig.

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Und flugs ging auf dem Parkett die Post ab. Nicht nur der Lindener Nachwuchs trumpfte stark auf, auch die Akteure der JSG Mellendorf/Elze hatten einen Sahnetag erwischt: Vier Siege, 15 geschossene Tore – damit kletterte das Team von Trainer Florian Karus auf Platz zwei im Klassement. „Unser Ziel war das Semifinale, das haben wir erreicht“, freut sich Erfan, bei dem an diesem Tag (fast) jeder Schuss saß. Der Goalgetter der JSG eifert voller Leidenschaft seinem Vorbild nach, dem argentinischen Ausnahmespieler Lionel Messi. „Messi ist der Beste, und der FC Barcelona der beste Verein überhaupt. Mein Traum ist es, für Barça zu spielen.“

Drei Generationen für eine Mannschaft

Fußballbegeisterung und -Engagement über drei Generationen: Das erste Spiel „seiner Jungs“ von der JSG Mandelsloh/Helstorf/Mariensee/Wulfelade – einen klasse 6:0-Sieg über den FC Lehrte – hatte Opa Ziemann leider verpasst, weil er halt vor der falschen Halle gestanden hatte und anschließend durch Bemerode irrte. Sein Sohn Kai Ziemann, zugleich D-Junioren-Trainer wies ihm schließlich den richtigen Weg.

Im Duell mit der JSG aus Mellendorf/Elze zog der Neustädter Club dann allerdings mit 1:3 den Kürzeren. Am Ende des Tages gab es für den agilen Senior (und alle anderen „Ziemänner“) noch mal allen Grund zur Freude: Enkel Moses und dessen Mannschaftskameraden feierten ein 4:2 gegen den SV 06 Lehrte – und das Weiterkommen als Tabellendritter.

Bilder vom SPORTBUZZER Hallenpokal - Leistungsbereich Zwischenrunde 6 der D-Junioren in Linden

Und Schuss: Talent Baran zieht im D-Junioren-Duell gegen die JSG Wedemark/Brelingen/Resse mit Karacho ab. Zur Galerie
Und Schuss: Talent Baran zieht im D-Junioren-Duell gegen die JSG Wedemark/Brelingen/Resse mit Karacho ab. ©

Der TSV Bemerode II hielt gleichsam Einzug ins Semifinale. Bemerodes Alwin, Spitzname „Lini“, ist – wie etliche andere D-Junioren auch – schon ein alter Hase in puncto Hallenpokal: „Ich war die letzten Jahre auch immer dabei. Früher mit meinem ersten Verein SV Borussia Hannover. Jetzt spiele ich schon länger für den TSV Bemerode. Meine Eltern kommen aus dem Kosovo, ich bin aber in Deutschland geboren. Ich liebe den Fußball. Fußball ist mein ein und alles. Ich würde alles dafür geben, später mal Profi zu sein. Am liebsten bei Paris Saint-Germain oder Juventus Turin.“

Nur wenige schaffen den Sprung

Die deutschen Bundesliga-Topklubs FC Bayern München oder Borussia Dortmund – ganz zu schweigen von Hannover 96 – scheinen bei den Nachwuchsfußballern aus der Region nicht mehr angesagt zu sein, die jungen Kicker denken internationaler. Dass es vom Traum zur Realität ein langer, steiniger Weg ist, dürfte den Jungs bewusst sein.

Talent, der unbedingte Wille zum Erfolg, Ausdauer, Charakterfestigkeit und Biss, ein guter Trainer zur rechten Zeit, das Quäntchen Glück und so viel mehr braucht es, um Profi zu werden. Nur ein winziger Bruchteil der ambitionierten Junioren schafft den Schritt in die oberen Ligen, das ist klar.

Bilder vom SPORTBUZZER Hallenpokal - Spielrunde 7 der D-Junioren in Mühlenberg

Duell mit Haken und Ösen: Kai (rechts) im blauen Trikot der SG Blaues Wunder IV nimmt es gekonnt mit dem zwei Köpfe größeren Noah vom TSV Kirchrode II auf.  Zur Galerie
Duell mit Haken und Ösen: Kai (rechts) im blauen Trikot der SG Blaues Wunder IV nimmt es gekonnt mit dem zwei Köpfe größeren Noah vom TSV Kirchrode II auf.  ©

Aber es gibt eben immer wieder Beispiele derer, denen der Sprung gelingt. Etwa dem gebürtigen Wunstorfer Nicolas Kühn, der über die Stationen TSV Klein Heidorn, 1. FC Wunstorf, FC St. Pauli, Hannover 96 und RB Leipzig bei Ajax Amsterdam II gelandet ist – und nun jüngst für die Rückrunde vom FC Bayern München ausgeliehen worden ist. „Also, warum nicht davon träumen“, sagt Jhon. Recht hat er!

Ganz realistisch geht es für die D-Junioren von Linden 07, des HSC Hannover, TSV Havelse, JFV Calenberger Land, SV Germania Grasdorf, TSV Bemerode, Niedersachsen Döhren und der anderen Klubs in der Semifinalrunde des SPORTBUZZER Hallenpokals weiter. Ein spannendes Kräftemessen auf hohem Niveau ist garantiert. Nur die beiden Erstplatzierten aus den vier Gruppen erreichen das Finale.

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