29. März 2020 / 11:31 Uhr

Schon zehn Jahre her: Die Scorpions werden Meister - Boos und Dolak erinnern sich (Teil 2)

Schon zehn Jahre her: Die Scorpions werden Meister - Boos und Dolak erinnern sich (Teil 2)

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tino Boos (rechts) verpasst Scorpions-Trainer Hans Zach eine Bierdusche. Die Scorpions Aris Brimanis (kleines Bild, links) und Chris Herperger verkleidet als Roller-Girls in Hannovers City.
Tino Boos (rechts) verpasst Scorpions-Trainer Hans Zach eine Bierdusche. Die Scorpions Aris Brimanis (kleines Bild, links) und Chris Herperger verkleidet als Roller-Girls in Hannovers City. © Team zur Nieden
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Der 25. April 2010 – die Hannover Scorpions werden unter Trainerlegende Hans Zach sensationell deutscher Meister. Zehn Jahre später blicken wir in unserer Serie auf diesen historischen Triumph zurück. Im zweiten Teil des großen Doppelinterviews sprechen die damaligen Meister-Helden Tino Boos und Thomas Dolak über die Erinnerungen an die Play-offs, wie sie es eine Woche lang haben krachen lassen und ihre Verbindung zu Hannover.

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Hier geht's zum ersten Teil des Doppelinterviews mit den DEL-Meistern Boos und Dolak

Tino Boos, Thomas Dolak – welche Erinnerungen haben Sie insgesamt an die Play-offs?

Dolak: Alle Serien waren hart. Wobei ich seit dem Halbfinale das Gefühl hatte, dass wir Meister werden. In der Kabine hatten wir eine besondere Atmosphäre – da war mir klar: Das Ding schnappen wir uns dieses Jahr.

Boos: Dieses Gefühl hatte ich auch. Es war jedoch eine besondere Drucksituation. Ich hatte jeweils eine Meisterschaft mit Düsseldorf und Köln geholt, das war aber schon länger her. Und plötzlich war ich 35 Jahre alt und stand vorm Karriereende. Auf einmal hat man die große Chance auf einen weiteren Titel, weil damals viele Favoriten früh rausgeflogen waren. Der Druck ist dann ein anderer, wenn man gegen einen Außenseiter, der eigentlich ja keiner mehr ist, wie Augsburg spielt.

Die Meisterschaft wurde dann eine Woche lang gefeiert?

Boos: Ja, so war der Plan.

Dolak: Ich habe einen Filmriss, ich weiß nichts mehr. Doch, wir haben es eine Woche lang krachen lassen.

Boos: Ich erinnere mich noch gern an unsere Perückenparty.

Dolak: Wir wollten uns im HeimW treffen. Dort saß der Niki Mondt mit einer Perücke. Und dann hat es seinen Lauf genommen.

Boos: Die Stadt war ja noch offen und jeder hat sich irgendwo eine Verkleidung gekauft.

Dolak: Ich war auch im Beate-Uhse-Laden. Aber Chris Herperger und Aris Brimanis haben den Vogel abgeschossen. Wir dachten eigentlich, die wären schon nach Hause gegangen…

Boos: …und wir liefen durch die Stadt zum Abendessen, dann tauchten sie plötzlich wieder auf, verkleidet als Roller-Girls – bauchfrei und mit Hot Pants flitzten sie auf Rollschuhen über den Opernplatz. Wir lagen vor Lachen auf dem Boden.

Welche Verbindungen haben Sie noch nach Hannover?

Dolak: Ich stehe noch in Kontakt mit Sachar Blank. Außerdem stammt meine Frau aus Hannover, daher ist man auch mal zu Besuchen in der Stadt.

Boos: Die Stadt hat für mich einen hohen Stellenwert, denn mein Sohn wurde hier geboren. Wir haben uns damals ein soziales Umfeld in Hannover aufgebaut, treffen manche Leute noch zu Geburtstagen.

Im Gespräch: Thomas Dolak (links) und Tino Boos (rechts) blicken in Düsseldorf mit Reporter Stephan Hartung auf die Meisterschaft zurück.
Im Gespräch: Thomas Dolak (links) und Tino Boos (rechts) blicken in Düsseldorf mit Reporter Stephan Hartung auf die Meisterschaft zurück. © Stephan Hartung
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Das ist Thomas Dolak

Der 40-Jährige schnürte in 16 Spielzeiten seine Schlittschuhe in der DEL – die Hälfte davon bei den Hannover Scorpions. Dolak belegt in den vereinsinternen Rekordlisten den zweiten Platz bei DEL-Spielen (457), Punkten (306) und Torvorlagen (199) – jeweils hinter Lenny Soccio. Unter Soccio agierte er in der Saison 2013/2014 als Co-Trainer bei den Scorpions in der Oberliga. Heute ist Dolak Assistenzcoach der Düsseldorfer EG.

Die Meister von damals Thomas Dolak (links) und Tino Boos sind heute noch Freunde.
Die Meister von damals Thomas Dolak (links) und Tino Boos sind heute noch Freunde. © Stephan Hartung

Das ist Tino Boos

Von 1992 bis zu seinem Karriereende 2013 spielte der gebürtige Düsseldorfer Tino Boos in der höchsten deutschen Spielklasse, darunter vier Jahre bei den Hannover Scorpions (von 2007 bis 2011). Mit ihm als Kapitän gewannen die Scorpions 2010 die Meisterschaft. Boos leitet heute in der DEL-Geschäftsstelle in Neuss das Game Center. Weiter kümmert sich der 44-Jährige um Teile des Spielbetriebs und die Spielerentwicklung.