16. Februar 2020 / 13:45 Uhr

Es wird langsam ernst: SPORTBUZZER Lauftreff absolviert ersten langen Trainingslauf

Es wird langsam ernst: SPORTBUZZER Lauftreff absolviert ersten langen Trainingslauf

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf zu 22 Kilometern: Mit Gruppenleiter Eric Hess (rechts) geht es beim ersten langen Lauf Richtung Maschsee.
Auf zu 22 Kilometern: Mit Gruppenleiter Eric Hess (rechts) geht es beim ersten langen Lauf Richtung Maschsee. © Norbert Fettback
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Nur noch etwas mehr als zwei Monate, dann geht es beim Hannover-Marathon in die Vollen. Bis dahin müssen die Mitglieder des SPORTBUZZER Lauftreffs noch etliche Kilometer abspulen, um gerüstet an den Start zu gehen. Im Training stand daher jetzt der erste lange Lauf auf dem Programm.

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Nein, so sollte es nicht laufen. „Nach 20 Kilometern bin ich ausgestiegen“, berichtet Rouven Franke. „Ich bin schon etwas gefrustet.“ Es ist der erste Rückschlag, den der 45-Jährige in der im November begonnenen Vorbereitung auf seinen ersten Marathon wegstecken muss.

Erkältung steckt noch in den Knochen

Eigentlich sollten es 24 Kilometer werden an diesem Samstag, an dem sich die Männer und Frauen vom SPORTBUZZER Lauftreff wieder zum gemeinsamen Training getroffen haben. Doch Franke, der in Egestorf am Deister wohnt, steckten die Folgen einer fiebrigen Erkältung noch in den Knochen. Zehn Tage hatte er zuvor seine Laufschuhe gar nicht geschnürt, da war diese Herausforderung wohl zu viel des Guten. Er musste die anderen ziehen lassen.

Und nun? Der 26. April ist der große Marathontag in Hannover, Franke plant – wie weitere 19 Teilnehmer am SPORTBUZZER Lauftreff – dann sein Debüt über die 42,195 Kilometer. Man merkt ihm an diesem Vormittag die Selbstzweifel an, ob er das schaffen kann. Zumal er erst vor zwei Jahren mit dem Laufen angefangen hat.

Bilder vom ersten langen Trainingslauf beim SPORTBUZZER Lauftreff

Das tut gut: Verschnauf- und Trinkpause nach der ersten Trainingsrunde. Zur Galerie
Das tut gut: Verschnauf- und Trinkpause nach der ersten Trainingsrunde. ©

Gut für ihn, dass es die Gruppe gibt mit den vielen anderen, die in zehn Wochen das gleiche Ziel verfolgen. Sie ist nicht nur für Tipps und das wichtige Gemeinschaftsgefühl gut, sondern auch für Aufmunterung. Nach dem jüngsten Malheur hat Franke die Chance genutzt, sich an Ort und Stelle mit Markus Pingpank auszutauschen. Der Trainer schaffte es, den Mittvierziger aus dem mentalen Tief herauszuholen. „Er hat mit klargemacht, dass noch genügend Zeit ist und ich mir keinen Kopf machen soll“, sagt Franke.

Zweieinhalb Stunden am Stück sollten sein

Klar ist aber auch: Jetzt müssen Kilometer her. Vier der sogenannten langen Läufe sollten im Vorfeld schon absolviert worden sein, wenn man als Debütant den Marathon erfolgreich zu Ende bringen möchte, erklärt der Trainer. Wobei Pingpank das eher in Stunden als in Streckenlänge bemisst. „Zumindest zweieinhalb Stunden sollte man dabei am Stück laufen“, sagt er. Das sei unabdingbar, um die Muskulatur an die ungewohnten Herausforderungen zu gewöhnen. Keine Frage: Gut 42 Kilometer zu laufen, das ist nun mal nicht mit links hinzubekommen.

An diesem Sonnabend geht es in dieser Hinsicht erstmals zur Sache. Am Clubheim von Hannover 78 machen sich pünktlich um 9 Uhr fünf Trainingsgruppen für zweieinhalb Stunden auf den Weg in die Masch. Auf dem Plan stehen maximal 30 Kilometer – für die Schnellen um Mike Asche als Gruppenleiter. Und minimal 22 – für jene, die es, angeführt von Eric Hess, nicht ganz so eilig haben. Wichtig ist durchzuhalten, was den meisten auch gelingt.

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Zu denen, die wie Rouven Franke an diesem Tag Probleme mit dem Durchkommen haben, gehört Sebastian Groß. Auch er will Ende April in Hannover erstmals einen Marathon finishen. Nun aber setzen dem 35-Jährigen gleich zweieinhalb Wochen ohne Laufpraxis zu. Erkältung plus Skiurlaub, das ist in dem Fall keine Erfolgsformel.

„Nach 18 Kilometern habe ich gespürt, dass meine Beine schwer wurden“, sagt Franke. Trotzdem ist er als sportlicher Typ guter Dinge, zumal er sich beim SPORTBUZZER Lauftreff bestens aufgehoben fühlt. „Die fachliche Betreuung ist top“, sagt er. Und er sei einer, dem man bei so einem Vorhaben auch hin und wieder in den Hintern treten müsse.

Das Steinhuder Meer im Visier

Wie Franke sieht er deshalb dem 14. März mit einem besonderen Gefühl entgegen. Dann geht es ums Steinhuder Meer, die Runde ist 31 Kilometern lang und so etwas wie die Distanz der Wahrheit. „Mein Respekt davor ist riesig“, sagt Groß.

Er wohnt in Luthe und kennt diese Strecke, allerdings nur vom Radfahren. „Das zieht sich“, meint der frühere Fußballer vom TuS Garbsen vor seinem „Heimspiel“ am Steinhuder Meer. „Aber das muss ich wuppen.“ Auch deshalb nimmt der Außendienstler bei seinen Fahrten zu Zielen in ganz Norddeutschland stets seine Laufsachen mit auf die Tour.

Bilder vom Kraft- und Stabilisationstraining des SPORTBUZZER Lauftreffs

Gelächelt wird trotzdem: Auch diese Übung hat es in sich.  Zur Galerie
Gelächelt wird trotzdem: Auch diese Übung hat es in sich.  ©

Bilder vom Zeitschätzlauf des SPORTBUZZER-Lauftreffs am Lindener Berg

„Diesmal ohne Uhr“: Trainer Markus Pingpank (Mitte) stimmt den SPORTBUZZER-Lauftreff auf den Zeitschätzlauf am Lindener Berg ein. Zur Galerie
„Diesmal ohne Uhr“: Trainer Markus Pingpank (Mitte) stimmt den SPORTBUZZER-Lauftreff auf den Zeitschätzlauf am Lindener Berg ein. ©

Petra von Elling hat es ihm und Rouven Franke an diesem Sonnabend vorgemacht, wie es gehen kann. „Es war anstrengend, aber gut“, sagt sie, nachdem sie ihren langen Lauf wie im Trainingsplan vorgesehen erfolgreich zu Ende gebracht hat.

Von Elling ist guter Dinge

Auch die 53-Jährige aus Jeinsen, die schon länger regelmäßig läuft, plant ihren ersten Marathon. Sie reize der mentale Aspekt, sagt sie. „Ich möchte wissen, wie es ist, den Kopf davon zu überzeugen, dass man über den Punkt hinauskommt, den man glaubt, nicht überwinden zu können.“ Drei-, viermal schnüre sie in der Woche die Laufschuhe, und nicht zuletzt aufgrund des SPORTBUZZER Lauftreff sei sie mit Blick auf den 26. April guter Dinge.

Ihr Ziel für Hannover? „Um die fünf Stunden wären gut“, sagt sie. Sebastian Groß erhofft sich, unter vier Stunden zu bleiben. Und Rouven Franke, der Dritte aus diesem Debütanten-Kreis, der durch das Laufen rund 30 Kilogramm abgenommen hat, will einfach nur ankommen. Egal, wie schnell es wird, einig ist sich das Trio darin: „Allein würde ich den Marathon nicht schaffen.“