11. März 2019 / 11:16 Uhr

Einmal ums Steinhuder Meer: Der SPORTBUZZER Lauftreff geht in die Vollen

Einmal ums Steinhuder Meer: Der SPORTBUZZER Lauftreff geht in die Vollen

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gut gelaunt unterwegs: Finja Albrecht vom SPORTBUZZER Lauftreff (links) hat auf der ersten Hälfte sichtlich Spaß. 
Gut gelaunt unterwegs: Finja Albrecht vom SPORTBUZZER Lauftreff (links) hat auf der ersten Hälfte sichtlich Spaß.  © Norbert Fettback
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Windig ist sie gewesen, die jüngste Trainingseinheit vom SPORTBUZZER Lauftreff. Und anstrengend, ging es doch über nicht weniger als 31 Kilometer. Einmal rund um das Steinhuder Meer arbeiten sich die Läufer in sieben unterschiedlichen Tempogruppen. Respekt!

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Der Wind macht dicke Backen an diesem Vormittag. Er bläst aus Richtung Westen, direkt von vorn. Voll auf Angriff! Anne Kostrzewa scheint das wenig zu stören. Die 51-Jährige hat sich gut gewappnet. Jacke zu bis obenhin, Buff um den Hals, die Mütze über beide Ohren gezogen, so geht es los in Hagenburg.

31 Kilometer am Stück

Und nicht nur das: Sie hat ihren lauferfahrenen Ehemann Felix an der Seite und sich so Verstärkung organisiert für ihr bislang anspruchsvollstes sportliches Vorhaben in diesem Jahr: die Umrundung des Steinhuder Meeres. 31 Kilometer am Stück, ohne Chance abzukürzen oder zwischendurch aufzuhören. Die Königsetappe in der Marathonvorbereitung für den 7. April!

Bilder von der Trainingseinheit des SPORTBUZZER Lauftreffs rund um das Steinhuder Meer

Das Tempo stimmt: Maike Kaschorek (gelbe Jacke) hat einen Schnitt von
5:45 Minuten pro Kilometer auf dem Plan.  Zur Galerie
Das Tempo stimmt: Maike Kaschorek (gelbe Jacke) hat einen Schnitt von 5:45 Minuten pro Kilometer auf dem Plan.  ©
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Mit Anne Kostrzewa machen sich 130 weitere Läuferinnen und Läufer auf den Weg. Die vom SPORTBUZZER Lauftreff gehören dazu. Trainer Markus Pingpank hat ihnen in den vergangenen Wochen nicht nur einmal gesagt: Wer ums Meer kommt, der schafft auch die 42 Kilometer durch Hannover. Das ist eine langjährige Erfahrung und auch der Grund für die alljährlich große Resonanz auf das Steinhude-Angebot.

Kaschorek gibt den Lauftakt vor

Die abwechslungsreiche Runde entlang an Kanälen und Gräben, Wiesen, Schilf und Strandabschnitten, durch Wälder und durchs Tote Moor gleicht einer Generalprobe für den Lauf der Läufe. Bei vielen, die sich Punkt neun Uhr am TSV-Sportheim versammelt haben, spürt man die Aufregung. Vor allem bei denen, für die der Marathon in wenigen Wochen eine Premiere ist. Maike Kaschorek, die eine der sieben Tempogruppen leitet und so den Lauftakt vorgibt, zählt laut runter: „Fünf, vier, drei, zwei, eins – und los!“

Mehr über den SPORTBUZZER Lauftreff

Die Anspannung löst sich mit den ersten Laufschritten. Mit so vielen unterwegs zu sein und das gleiche Ziel zu haben, das macht es in dem Fall bedeutend leichter. Auch Anne Kostrzewa wirkt wie beflügelt. Der starke Gegenwind auf den ersten Kilometern, pfeif drauf! „Ich bin wohl zu schnell losgelaufen, das hat Kraft gekostet“, sagt sie dreieinhalb Stunden später, als sie wieder in Hagenburg ist. Zusammen mit ihrem Felix – und mit Glücksgefühlen.

Gutes Omen für zweiten Marathon

Das Training mit dem SPORTBUZZER Lauftreff hat sie fit gemacht: Das Meer ist umrundet, und dies fast minutengenau in der Zeit, die sie sich vorgenommen hatte. Ein gutes Omen für ihren zweiten Marathon.

Letzte Instruktionen von Trainer Markus Pingpank vor dem Start.

„Richtig anstrengend“ sei die zweite Hälfte gewesen, gibt sie zu, womit Ehemann Felix wieder ins Spiel kommt. „In solchen Momenten hilft es, darauf hingewiesen zu werden, dass zu jammern nichts bringt. Man muss auf die Zähne beißen und einfach weiterlaufen.“ Das soll auch ihr Rezept für den 7. April sein, wenn aus den 31 Kilometern 42 werden. Felix Kostrzewa, der selbst schon mehr als zehn Marathons und einige Ultraläufe in den Beinen hat, wird sie auch dann begleiten, das hat er ihr versprochen. Kann da noch etwas schiefgehen?

Bei Grimme spielt der Kreislauf verrückt

Marc Grimme ist bei dieser Frage ins Grübeln gekommen. Seine Vorbereitung auf den Hannover-Marathon mit dem SPORTBUZZER Lauftreff sei bei bisher perfekt gelaufen, sagt er. Und dann dies: Bei Kilometer 23 kurz vor Steinhude – dort, wo Marathon-Chefin Stefanie Eichel den Läufern eigenhändig Tee ausgeschenkt hat – sei alles noch bestens gewesen. „Dann aber hat der Kreislauf verrückt gespielt“, sagt Grimme. „Keine Ahnung, woran es lag.“

Auf geht's: Die Teilnehmer des SPORTBUZZER Lauftreffs machen sich auf den Weg.

Der Spaß, den es bis dahin gemacht habe bei flottem Fünf-Minuten-Schnitt pro Kilometer, sei plötzlich umgeschlagen in reine Quälerei. Er sei „total eingebrochen“. Kein gutes Zeichen für den bevorstehenden zweiten Marathon; der 30-Jährige will sich nun schnell ärztlichen Rat holen und ist um eine Erfahrung reicher.

Auch Kopelke lernt dazu

Auch Simon Kopelke, Grimmes Arbeitskollege, hat an diesem Tag dazulernen müssen. „Ich weiß jetzt, was es heißt weiterzumachen, wenn es wehtut“, sagt der 44-Jährige nach dem längsten Lauf seines Lebens, dem Anfang April das Marathondebüt folgen soll. Was ihm Mut macht: Den Trainingsplan vom SPORTBUZZER Lauftreff hat er in den vergangenen Monaten ohne Abstriche befolgt, und er hat sich bei Trainer Markus Pingpank darüber hinaus immer wieder zusätzlich Rat geholt. „Das gibt mir Sicherheit und bringt Fitness“, sagt Marathonneuling Kopelke.

Wind und Wetter können den Läufern nicht die Freude am Sport nehmen.

„Überraschend hart“ sei es am Steinhuder Meer gewesen, sagt auch Tobias Pütz. „Aber es war eine gute Standortbestimmung.“ Von seinem ursprünglichen Ziel, seinen ersten Marathon in 3:15 Stunden zu beenden, hat sich der 35-Jährige schweren Herzens verabschieden müssen. Muskuläre Disbalancen und ein Schienbeinkantensydrom, eines dieser fiesen Läuferprobleme, haben ihn einen Monat lang ausgebremst.

Rückstand ist nicht mehr aufzuholen

Dieser Rückstand war dann nicht mehr aufzuholen. „Wenn es jetzt in Hannover dreieinhalb Stunden werden, ist es auch okay“, sagt Pütz, als er sich nach der großen Runde am Kuchenbüfett in Hagenburg stärkt. „Ohne die Gruppe vom SPORTBUZZER Lauftreff wäre ich nie so weit gekommen.“

Die Mitglieder des SPORTBUZZER Lauftreffs haben den Marathon vor Augen.

Melanie Saul hat weit über vier Stunden gebraucht für die Strecke von Hagenburg über Winzlar, Mardorf und Steinhude bis zurück zum Start. Und das immer wieder mit Gehpausen. Obwohl sie schon 30 Minuten vor den anderen losgelaufen war, ist sie von den meisten überholt worden. Ihr Trinkrucksack war fast durchweg der einzige Begleiter der tapferen 37-Jährigen.

Unter Strandlauf versteht man gemeinhin etwas anderes ...

Zufrieden ist sie trotzdem. „Was ich will, ist, bei meinem ersten Marathon ins Ziel zu kommen. Und wenn es weit länger als fünf Stunden dauert“, sagt die Hannoveranerin nach ihrem Kampf gegen den Wind und die Einsamkeit auf der 31-Kilometer-Strecke. Ein wichtiger Etappensieg, der auch ihr Rückenwind gibt. „Ich bin herumgekommen ums Meer. Das ist das, was zählt.“

"Die letzten Meter schafft man jetzt auch noch."

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