11. Februar 2019 / 13:18 Uhr

Sie freut sich aufs Debüt, er will genießen: Carlotta Kleiner und Ulrich Scharf sind beim Lauftreff dabei

Sie freut sich aufs Debüt, er will genießen: Carlotta Kleiner und Ulrich Scharf sind beim Lauftreff dabei

Norbert Fettback
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Jüngste und der Älteste beim SPORTBUZZER Lauftreff: Carlotta Kleiner und Ulrich Scharf.
Die Jüngste und der Älteste beim SPORTBUZZER Lauftreff: Carlotta Kleiner und Ulrich Scharf. © Norbert Fettback
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Sie gehen den Weg gemeinsam, wenn auch mit unterschiedlichen Zielen: Ulrich Scharf und Carlotta Kleiner sind der älteste Teilnehmer und die jüngste Teilnehmerin beim SPORTBUZZER Lauftreff. Er will den Hannover-Marathon einfach genießen, sie in diesem Jahr endlich ihr Debüt feiern.

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Auch das wäre geschafft. 21 Kilometer am Stück hat der Mann in der roten Jacke soeben zurückgelegt, für jeden hat er nur wenig mehr als sechs Minuten gebraucht. Das Tempo, das es sein sollte mit Blick auf den 7. April in Hannover. „Es lief problemlos. Wir hatten ja auch Rückenwind“, sagt Ulrich Scharf, der sich mit den anderen vom SPORTBUZZER Lauftreff auf seinen 16. Marathon vorbereitet.

Ein Traum für jeden Marathoni

Insgeheim freut er sich schon darauf, dass seine Frau Monika ihm nach den 42 Kilometern am Friedrichswall zujubelt und ihm wieder das Gleiche sagt wie die Jahre zuvor: „Du bist so leicht und locker ins Ziel gelaufen.“ Worte, die ein Traum sind für jeden Marathoni – erst recht für einen, der sechs Wochen später bereits 75 Jahre alt wird.

Aufwärmen vor dem Start: Lauf-Abc mit Gruppenleiter Mike Asche (links).
Aufwärmen vor dem Start: Lauf-Abc mit Gruppenleiter Mike Asche (links). © Norbert Fettback
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Scharf ist der Senior beim SPORTBUZZER Lauftreff. Und topfit dazu. Er ist einer, der es auch als Mittsiebziger nicht sein lassen will. Weder das Laufen an sich, noch den Marathon und auch nicht diese Gruppe, der er schon seit Jahren die Treue hält und mit deren Hilfe er seit vorigem Oktober den nächsten Anlauf nimmt. Angetrieben von dem einen Gedanken: „Ich will wissen, schaffst du das noch, den Marathon?“

Genug Zeit zum Trainieren

Um das herauszufinden, sind ihm das Training in der Gruppe und die Tipps von Markus Pingpank wichtig. Damit holt er sich zusätzlichen Rückenwind für sein Dauerprojekt, die 42 Kilometer. „Ich fühle mich nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert“, sagt Scharf. Vier Stunden und 30 Minuten hat er sich dieses Mal vorgenommen, in seiner Altersklasse würde das eine Podiumsplatzierung bedeuten. Dafür läuft der Mann aus Kirchrode bis zu fünfmal in der Woche, an die 70 Kilometer kommen dabei zusammen. Und er lächelt: Als Rentner habe er ja schließlich genug Zeit zum Trainieren.

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Tun ihm danach nicht die alten Knochen weh? Scharf, der beruflich einst als Apotheker tätig war, kennt keinen Schmerz. „Alles bestens“, sagt er. „Die Gelenke machen mit. Und nach 25 Jahren Laufen habe ich ein gutes Gefühl für meinen Körper.“ Er lebe gesund, achte auf seine Ernährung und auf sein Gewicht. Und treibe eben regelmäßig Sport, wozu im Winter auch das Skifahren gehört.

"Da kann man nur den Hut ziehen!"

Für die anderen Teilnehmer am SPORTBUZZER Lauftreff ist Scharf eine Respektsperson. Mit „bewundernswert“ beschreibt Carlotta Kleiner die Art und Weise, wie er sich als Läufer im reifen Alter präsentiert. „Da kann man nur den Hut ziehen! Wenn ich mit fast 75 noch so unterwegs wäre ...“

Trainer Markus Pingpank stimmt die Teilnehmer des SPORTBUZZER Lauftreffs auf ihren Lauf über 21 Kilometer ein, den sie in dem Tempo laufen sollen, das von ihnen auch am  7. April angeschlagen wird.

Bis dahin ist es noch lange hin: Kleiner ist gerade mal 25 und damit die Jüngste in der Gruppe. Auch sie ist an diesem Tag 21 Kilometer gelaufen, und hinterher war sie ebenso zufrieden wie der Senior im Team. Ihr habe es keine Mühe bereitet, den Kilometerschnitt von 5:15 Minuten durchzuhalten. Voriges Jahr sei sie den anderen noch hinterhergehechelt. „Das ist der Effekt des guten Trainings“, sagt Kleiner, die erst seit Herbst 2017, seit ihrem Umzug von Kiel nach Hannover, regelmäßig läuft – inspiriert von ihrer Mutter, die diesem Hobby schon länger frönt.

Hoffentlich nicht wieder Fieber

Auch der Trainer des SPORTBUZZER Lauftreffs hat bei Carlotta Kleiner einen Leistungssprung ausgemacht. Markus Pingpank traut ihr sogar zu, dass sie beim Marathon am 7. April in die Nähe von 3:30 Stunden kommt. Kleiner gibt sich da zurückhaltender. Unter vier Stunden zu bleiben, sei ihr „Minimalziel“. Gucken, was geht! Voriges Jahr musste sie ihr Marathondebüt in Hannover schweren Herzens verschieben: Zwei Tage vor dem großen Tag lag sie mit Fieber flach; sie startete dann im September in Berlin und war mit ihrer Zeit von 4:13 Stunden „total zufrieden“.

Nach jeder der drei Sieben-Kilometer-Runden hält Trainer Markus Pingpank (rechts) für die Läufer Getränke bereit.
Nach jeder der drei Sieben-Kilometer-Runden hält Trainer Markus Pingpank (rechts) für die Läufer Getränke bereit. © Norbert Fettback

Ulrich Scharf war zweimal in Berlin am Start, für ihn geht aber nichts über den Marathon in Hannover. „Da kann ich um 7.30 Uhr noch zusammen mit meiner Frau frühstücken, setze mich anschließend in die Straßenbahn und laufe dann ein bisschen. Und um 15 Uhr bin ich wieder zu Hause.“ Längst gehe es ihm nicht mehr so sehr um die Zeit, die die Uhr am Handgelenk nach den 42 Kilometern anzeigt.

Eine andere Hausnummer

„Früher wollte ich immer unter vier Stunden bleiben. Ich genieße das jetzt mehr“, sagt er. Im Alter sei das Laufen schon „eine andere Hausnummer“. Ob er sich auch mit 80 noch an einen Marathon heranwagen würde? „Wenn ich merke, das geht noch, warum nicht? Wenn ich mich aber ins Ziel quälen müsste, dann würde ich mich für einen Halbmarathon anmelden. Den schaffe ich dann immer noch.“

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