20. April 2018 / 10:00 Uhr

Sportbuzzer-Matchday: Der VfL Wolfsburg muss in Gladbach ran

Sportbuzzer-Matchday: Der VfL Wolfsburg muss in Gladbach ran

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fußball: Bundesliga, 14. Spieltag, VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach am 03.12.2017 in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg (Niedersachsen). Wolfsburgs Yunus Malli (3.v.l) und Daniel Didavi (l) und Gladbachs Oscar Wendt (2.v.l) und Jannik Vestergaard (r) kämpfen um den Ball. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Hohe Hürde: Der VfL Wolfsburg (am Ball Yunus Malli) muss bei Borussia Mönchengladbach ran. © dpa
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Die Pole Position – wer sie in der Formel 1 inne hat, darf zuerst losbrausen und kann damit vorlegen. Diese Position nimmt am Freitagabend (20.30 Uhr) der VfL ein. Die Wolfsburger können im Abstiegskampf im Spiel bei Borussia Mönchengladbach vorlegen. Mit der besten Tordifferenz ausgestattet, führen die Wolfsburger das 30-Punkte-Trio vor Mainz und Freiburg an – und  können etwas schaffen, was ihnen in knapp 21 Jahren Fußball-Bundesliga noch nie gelungen ist.

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Die Ausgangslage

Der VfL ist mit dem 0:0 in Berlin, dem 2:0 in Freiburg und dem 0:0 gegen Augsburg dreimal in Folge ohne Gegentor geblieben. Klappt das in Gladbach wieder, wäre das ein VfL-Rekord in der Bundesliga. Verrückt: Dabei haben die Wolfsburger in dieser Saison vorrangig mit Personalsorgen in der Defensive zu kämpfen. Abwehrspieler John-Anthony Brooks etwa (erst Sehnenanriss, jetzt Knieprobleme) wurde immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen, Innenverteidiger Jeffrey Bruma (Knie) ebenfalls, seinem Abwehrkollegen Felix Uduokhai (Kniereizung) ging es nicht besser, am Freitag ist der gerade zurückgekehrte Ex-Münchner (Gelb-Rot) nun gesperrt. Die Defensivspieler Yannick Gerhardt (Aufbau nach einem Syndesmoseriss) und Ignacio Camacho (muskuläre Probleme) fehlten oder fehlen ebenso längere Zeit – genau wie Marcel Tisserand, der sich im Pokal auf Schalke einen Sehnenriss im Oberschenkel zugezogen hatte. Nun ist der Ex-Ingolstädter zumindest wieder zurück im Kader. Trotz des megagroßen Verletzungspechs hat’s der VfL bislang hinbekommen, hinten nicht auseinanderzubrechen „Jeder kennt die Abläufe, jeder weiß, wie er sich zu verhalten hat. Das war gut. Ich glaube, wir sind auch in der Lage, das weiterzuführen“, sagt Bruno Labbadia über die jüngste Zu-Null-Serie.

Das Personal

Der VfL und seine Verletzungssorgen – es wird immer schlimmer. Vor dem Spiel in Gladbach muss sich Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia erneut etwas einfallen lassen, denn wie befürchtet fällt ein Trio aus. „Die Situation ist im Grunde noch schlechter als gegen Augsburg. Felix Uduokhai ist gesperrt, von den verletzten Spielern kommt außerdem keiner zurück“, bedauert der VfL-Coach, der in seiner kurzen Amtszeit in Wolfsburg immer wieder improvisieren musste. Und ein Ende der Verletzungsmisere ist nicht abzusehen. Neben Kapitän Ignacio Camacho (muskuläre Probleme) und Josuha Guilavogui (Adduktorenprobleme) muss der VfL weiterhin auch auf Jeffrey Bruma verzichten. Der Abwehrboss hatte zuletzt wegen eines Virusinfekts aussetzen müssen, jetzt bereitet sein operiertes Knie wieder Sorgen. „Das Knie braucht Bewegung und Krafttraining, aber das hatte es jetzt zwei Wochen nicht, so dass Jeff höchstens bei 60 Prozent ist. Das hat er uns selbst signalisiert“, schildert der VfL-Coach geknickt.
Labbadia hofft, dass Bruma im nächsten Heimspiel gegen Hamburg wieder dabei sein kann – das gilt auch für Camacho und Guilavogui. Der VfL-Trainer erklärt: „Josuha hatte seit längerem eine leichte Verletzung, die in einem Muskelbereich liegt, der nicht so sehr in Anspruch genommen wird und die er kompensieren konnte. Zwei Spiele hat er mit er damit gemacht – jetzt ging es allerdings nicht mehr.“

Das Wiedersehen

Bleibt Dieter Hecking über das Saisonende hinaus Trainer bei VfL-Gegner Borussia Mönchengladbach? Oder ist für Wolfsburgs erfolgreichen Ex-Coach trotz Vertrages bis 2019 schon im Sommer Schluss bei der Borussia? Ausgerechnet vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Verein gibt’s Klarheit in dieser Sache. Borussen-Manager Max Eberl beantwortete am Donnerstag die Frage, ob Hecking definitiv auch in der neuen Saison Trainer am Niederrhein ist, unmissverständlich mit „Ja!“ Mit ihm als Trainer hatte der VfL noch international  gespielt. Bruno Labbadia, sein Nach-Nach-Nach-Nachfolger in Wolfsburg verteilt vorm Aufeinandertreffen ein Lob: „Jeder weiß, dass der Dieter auch hier eine gute Arbeit abgeliefert hat, ich wäre gern in der Situation der Gladbacher, weil die Borussia nichts mit dem Abstieg zu tun hat.“ Mit einem Sieg der Borussia kann er seinen Ex-Verein nun in noch größere Schwierigkeiten im Tabellenkeller geraten lassen.  „Ich wünsche dem VfL alles Gute“, sagt Hecking. Beim Blick aufs Restprogramm der Wolfsburger, Mainzer und Freiburger (alle haben 30 Punkte) sieht er Vorteile für den VfL. Der Gladbacher Trainer: „Mit den Heimspielen gegen Hamburg und Köln haben sie alle Chancen, die Aufgabe zu lösen und den Klassenerhalt zu schaffen.  Das wünsche ich ihnen auch.“ Allerdings: „Punkte aus Gladbach werden sie keine bekommen...“

VfL Wolfsburg, Freiburg und Mainz 05: Restprogramm im Vergleich

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Die enge Tabellenkonstellation

Zu sehr will Labbadia seinen Fokus nicht auf die Konkurrenz aus Mainz und Freiburg im Abstiegskampf richten, zumindest sagt er das. Der Coach strahlt trotz des packenden Dreikampfs im Tabellenkeller Gelassenheit aus – und verspricht: „Wir gehen die letzten vier Spiele genauso an wie die vorherigen. Die Situation ist schon lange eng. Wir schauen immer voll fokussiert nur auf das nächste Spiel.“ Ans Hinspiel denken die VfL-Fans gern zurück. Es gab drei wunderbare Wolfsburger Tore – und hinten stand die Null...