07. April 2020 / 20:00 Uhr

SPORTBUZZER-Umfrage in Brandenburg: Mehrheit gegen Verlängerung der Saison

SPORTBUZZER-Umfrage in Brandenburg: Mehrheit gegen Verlängerung der Saison

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Der SPORTBUZZER Brandenburg stellte die Frage: Sind Sie für eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni 2020 hinaus?
Der SPORTBUZZER Brandenburg stellte die Frage: Sind Sie für eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni 2020 hinaus? © Märkische Allgemeine Zeitung
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Der SPORTBUZZER Brandenburg hat seine Nutzer gefragt, ob sie sich eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni 2020 vorstellen können, knapp 60 Prozent stimmten dagegen.

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Bis 23.59 Uhr am Dienstag können Brandenburger Fußballvereine beim Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) darüber abstimmen, ob sie sich eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni 2020 hinaus vorstellen können. „Dieses Meinungsbild wollen wir dann auch in die Denkprozesse zu den weiteren Szenarien einfließen lassen“, sagt Jens Kaden. Der FLB-Präsident sitzt gemeinsam mit fünf weiteren Vertretern des Verbands im FLB-Krisenstab, der wegen der anhaltenden Corona-Pandemie eingesetzt wurde. Am Mittwochabend tagt dieser erneut und wird die Ergebnisse der Umfrage auswerten.

679 Teilnehmer bei SPORTBUZZER-Umfrage

Der SPORTBUZZER Brandenburg der Märkischen Allgemeinen Zeitung hat vorab ebenfalls eine Online-Umfrage gestartet, in der nach einer möglichen Verlängerung der Saison gefragt wurde. Das Ergebnis: Eine Mehrheit von gut 57 Prozent der Teilnehmer ist gegen eine Verlängerung der aktuellen Saison über den 30. Juni hinaus. Knapp 42 Prozent der 679 Teilnehmer der Umfrage können sich dagegen eine Verlängerung der Saison vorstellen.

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Trainer Janko Müller von der SG Bornim aus der Landesklasse West testet in der Zwangspause das Fußballwissen von Freunden. Zur Galerie
Trainer Janko Müller von der SG Bornim aus der Landesklasse West testet in der Zwangspause das Fußballwissen von Freunden. © SPORTBUZZER

Sollte bei der FLB-Umfrage ein ähnliches Meinungsbild unter den Vereinen entstehen, wäre damit der Handlungsspielraum im weiteren Vorgehen deutlich eingeschränkt. Zwar ist die Abstimmung nicht bindend, aber FLB-Präsident Kaden sagt auch: „Der Verband wird sich dann auch nicht über die Meinung der Vereine hinwegsetzen. Er hat dann die Legitimation über etwas zu entscheiden, was in Fußballdeutschland so noch nicht vorgekommen ist“, sagt Kaden. Denn auch ein kompletter Saisonabbruch ist möglich.

Entscheidung der Politik wichtig

Der FLB müsse aber auch die Entscheidung der Landesregierung und der Gesundheitsbehörden abwarten, „dies schon aufgrund von Haftungsgründen“, so Kaden. „Sofern die Saisonweiterführung zu einem gewissen Zeitpunkt wieder erlaubt werden und dazu die Bereitschaft der Vereine vorliegen sollte, dann wollen wir gemeinsam die Saison zu Ende bringen. Dies geht aber in dieser außergewöhnlichen Situation auch nur mit Entbehrungen, Entgegenkommen und Verständnis einher, denn die fehlenden Spieltage müssen in einem engen Zeitraum untergebracht werden“, sagt Kaden.

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Zuletzt hatten sich Vertreter von großen Brandenburger Fußballvereinen gegen eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen. „Aus meiner Sicht ist ein Abbruch der laufenden Saison zwingend erforderlich, verhältnismäßig und nachvollziehbar“, schrieb Marcel Penquitt, Präsident des Oberligisten Ludwigsfelder FC, in einem offenen Brief an Kaden und den NOFV-Präsidenten Erwin Bugar. Ingo Kahlisch, Trainer von Regionalligist Optik Rathenow äußerte sich ähnlich. „Stellen wir uns vor, der Spielbetrieb geht ab Mai weiter. Was passiert, wenn sich ein Spieler einer Mannschaft, nach dem 01.05. mit dem Virus infiziert? Die ganze Mannschaft müsste aus dem Wettbewerb gezogen werden. Und dann? Dann hätten wir die gleiche Situation wie vorher. Ein Spielbetrieb wäre unmöglich“, sagte Kahlisch in einer Stellungnahme des Vereins.