30. November 2021 / 08:02 Uhr

Sportdirektor, Schwankungen, Transfers: Die Baustellen von RB Leipzig

Sportdirektor, Schwankungen, Transfers: Die Baustellen von RB Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RB Leipzigs André Silva (li.) und Peter Gulacsi durchleben eine schwierige Saison.
RB Leipzigs André Silva (li.) und Peter Gulacsi durchleben eine schwierige Saison. © Getty Images
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RB Leipzig braucht die Champions League, um seinen Kader zu halten. In dieser Spielzeit verpasst man es aber regelmäßig, in die Top Vier der Liga vorzudringen. Die Vorstellungen der Sachsen unter Coach Jesse Marsch schwanken zwischen wunderbar und sonderbar. Baustellen gibt es gleich mehrere.

Leipzig. Zwei Niederlagen in der Fußball-Bundesliga nacheinander, die Bayern und Dortmund außer Reichweite, nur Platz acht: Vizemeister RB Leipzig taumelt mehr oder weniger durch die Saison. Das größte Problem ist offensichtlich die mangelnde Konstanz in den Leistungen. Doch die Baustellen im Club sind zahlreicher.

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Sportdirektor: Seit Monaten sucht der Club einen Nachfolger von Markus Krösche. Der Sportdirektor soll bei RB das Gesicht des Clubs nach außen sein, soll Druck von Trainer und Mannschaft nehmen und gemeinsam im Trio mit Florian Scholz (Kaufmännischer Leiter Sport und CMO) und Christopher Vivell (Technischer Direktor) arbeiten. Die Anforderungen sind speziell, das bestätigten beide im Frühjahr im SPORTBUZZER-Interview. Und sie sorgen offenbar dafür, dass sich die Personalsuche in die Länge zieht. Laut Club-Boss Oliver Mintzlaff ist man aktuell in zwar "sehr konkreten Gesprächen". Wann die abgeschlossen sein werden, ist aber offen.

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Schwankungen: Chefetage, Trainer und Spieler stehen vor dem Rätsel, woher das Auf und Ab in den Leistungen kommt. Nach den Spielen in Paris, gegen Dortmund und in Brügge hoffte man auf eine Initialzündung, die allerdings verpuffte. Bis zur Winterpause will man auf 30 Punkte kommen. Das gelingt allerdings nur noch, wenn man die verbleibenden vier Spiele gewinnt. Dafür müsste es schon am Freitag bei Union Berlin eine Saison-Premiere geben und Leipzig müsste ein Auswärtsspiel in der Liga gewinnen.


Krisenfestigkeit: Kevin Kampl brachte es nach dem 1:3 gegen Leverkusen auf den Punkt. "Die letzten Jahre ging es immer steil bergauf, doch es kann auch mal eine Saison dabei sein, wo es nicht läuft und man für alles kämpfen muss", sagte der Vize-Kapitän. An diesem Punkt ist RB gerade und die Krisenfestigkeit lässt durchaus zu wünschen übrig. Echte Anführer hat man wenige im Team. Kapitän Marcel Sabitzer wurde verkauft, Yussuf Poulsen und Willi Orban fallen aktuell aus, Konrad Laimer kommt erst langsam in Form.

Transfers: Wenn der Preis stimmt, wird verkauft. Das unterscheidet RB noch nicht von anderen Clubs. Nur wenige können es sich leisten, ihre Spieler trotz Millionenofferten zu halten. Im Moment tut den Verantwortlichen am Cottaweg dieser Umstand aber besonders weh. Denn die Abgänge der Innenverteidiger Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté sowie von Sabitzer sind bisher schlicht nicht zu kompensieren. Von den Neuzugängen besticht einzig Kroatiens Nationalverteidiger Josko Gvardiol durch konstant starke Leistungen. Größter Problemfall ist der für 23 Millionen Euro verpflichtete Angreifer André Silva, der auch Ende November immer noch oft nicht ausreichend eingebunden wird.

Die Turnier-Falle: Hinein getappt ist RB mit Dani Olmo. Der Spanier, Leistungsträger der Vorsaison und wichtiger Baustein für den Erfolg, wollte neben der EM unbedingt auch das Olympische Turnier bestreiten, sprach von "einem Lebenstraum". Der Club wollte nicht im Weg stehen und zahlt nun die Zeche. Der 23-Jährige verpasste nicht nur die komplette Vorbereitung. Er ist inzwischen auch völlig überspielt und quasi dauerverletzt.

dpa / AHR