23. Januar 2020 / 12:34 Uhr

Skandal-Derby: Sportgericht spricht Rekordstrafe gegen Hertha BSC aus – auch Union muss zahlen

Skandal-Derby: Sportgericht spricht Rekordstrafe gegen Hertha BSC aus – auch Union muss zahlen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim Berliner Derby zwischen Union und Hertha BSC war es zu einem Eklat gekommen.
Beim Berliner Derby zwischen Union und Hertha BSC war es zu einem Eklat gekommen. © dpa
Anzeige

Nach dem das Berliner Derby zwischen Union und Hertha BSC im November aus dem Ruder gelaufen war, bittet das DFB-Sportgericht nun beide Klubs zur Kasse. Die Herthaner müssen eine Rekordstrafe zahlen, auch die Eisernen werden hart gestraft.

Hertha BSC ist nach den Vorfällen im Derby bei Union Berlin vom DFB-Sportgericht mit einer Rekordstrafe belegt worden. Die Hauptstädter müssen wegen „fortgesetzten unsportlichen Verhaltens“ ihrer Anhänger eine Geldstrafe von 190 000 Euro bezahlen. Stadtrivale Union hingegen droht eine Strafe von 158 000 Euro. Der bisherige Höchstwert lag bei 166 000 Euro für den FSV Mainz 05.

Anzeige

In Bildern: Union Berlin siegt im Berlin-Derby mit 1:0 gegen Hertha BSC.

Unions Maskottchen Ritter Keule ballt die Fäuste vor Spielbeginn. Zur Galerie
Unions Maskottchen Ritter Keule ballt die Fäuste vor Spielbeginn. © dpa

Etwa ein Drittel der Summe (63 000 Euro) kann die Hertha für gewaltpräventive und sicherheitstechnische Maßnahmen verwenden und muss dies dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis Ende September nachweisen. Hertha hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Hertha-Fans hatten im Derby Leuchtraketen abgeschossen

Mit Anpfiff des Derbys bei Union am 2. November hatten Hertha-Fans drei Leuchtraketen abgeschossen - eine landete im Union-Block, wo ein Fan leichte Verbrennungen erlitt. Weiter zündeten die Gäste-Fans 40 Bengalische Feuer und Blinker sowie weitere Leuchtraketen, die teilweise direkt neben den Spielern auf dem Rasen landeten.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hatte anschließend von einem Telefonat mit Union-Kollege Dirk Zingler berichtet, in dem er sich für das Verhalten der Gäste-Fans, die Raketen geschossen hatten, entschuldigte. „Wir haben eine Riesenchance verpasst, nicht nur sportlich, weil Einige vermummt und mit Raketen Hertha nachhaltig beschädigt haben. Wir können uns das nicht gefallen lassen“, sagte Gegenbauer im November auf der Mitgliederversammlung. „Es ist durch nichts zu rechtfertigen, es ist schlicht und einfach kriminell.“

Mehr zu Hertha BSC

Für Union wurde die drastische Strafe wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger sowie nicht ausreichendem Ordnungsdienst beantragt. 250 Union-Fans waren unkontrolliert ins Stadion gestürmt, zudem zündeten die Anhänger Bengalos und Rauchtöpfe. Zudem überstiegen mindestens 20 zum Teil vermummte Zuschauer aus dem Bereich des Heimteams den Zaun zum Innenraum und wurden von Union-Spielern aufgehalten. Union hat das Urteil noch nicht akzeptiert und möchte es erst einmal innerhalb der Widerspruchsfrist in Ruhe prüfen, wie ein Sprecher auf Anfrage am Donnerstag sagte.

Auch das zweite Berliner Bundesliga-Derby zwischen Hertha und Union wird unter Flutlicht stattfinden. Die Partie des 27. Spieltags wird am Samstag, 21. März, um 18.30 Uhr angepfiffen. Hertha empfängt Union im Olympiastadion, das Hinspiel hatten die Köpenicker ebenfalls an einem Samstagabend mit 1:0 gewonnen.