05. Mai 2021 / 11:21 Uhr

Sportgericht lässt Meuselwitzer Finaltraum platzen : Wird der Cupsieger ausgelost?

Sportgericht lässt Meuselwitzer Finaltraum platzen : Wird der Cupsieger ausgelost?

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Endet der Oberliga-Abbruch mit seinen Folgen vor Gericht?
Der Thüringenpokal muss nun anders entschieden werden als erhofft. © Archiv
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Das Tauziehen um den Thüringenpokal hält an. Das Landesfinale zwischen dem ZFC Meuselwitz und Carl Zeiss Jena wird es so nicht geben. Das zuständige Sportgericht schob dem nun einen Riegel vor. Möglich ist, dass der Pokalsieger ausgelost wird. Verantwortlich für das Durcheinander ist der Verband selbst.

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Zipsendorf. Das Sportgericht des Thüringer Fußballverbandes (TFV) hat am Dienstagabend das Finale im Thüringenpokal zwischen dem ZFC Meuselwitz und Carl Zeiss Jena kassiert. Das Gremium gab einer entsprechenden Beschwerde von Rot-Weiß Erfurt und dem FC An der Fahner Höhe statt. Der Verband will nun die schriftliche Begründung abwarten und dann entscheiden, ob er Berufung einlegt. Die Chancen darauf stehen aber eher schlecht, denn es fehlt die Rechtsgrundlage, wie das Gericht in einer ersten kurzen Stellungsnahme monierte. Die wahrscheinlichste Variante ist nun: Der Cupsieger wird per Losverfahren ermittelt.

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ZFC-Vizepräsident Holm Pinder nahm die Nachricht vergleichsweise gefasst auf: „Uns kann eigentlich nichts mehr überraschen, bei all dem, was seit vergangenem November passiert ist. Trotzdem wäre es natürlich ärgerlich, wenn es so kommt. Dann wäre unsere ganze Vorbereitung und Planung für die Katz‘ gewesen.“ Die Meuselwitzer Spieler befinden sich zwar im Kurzarbeits-Modus, stehen dennoch bereits seit Januar wieder auf dem Platz, trainieren und absolvieren Testspiele.

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Finale am grünen Tisch festgelegt

TFV-Chef Udo Penßler-Beyer wirkte in einer ersten Reaktion reichlich konsterniert. „Den formalen Fehler müssen wir uns allerdings ohne Wenn und Aber auf die Fahnen schreiben. Er hätte im Vorfeld erkannt werden müssen.“ Schlimmer noch: In der vergangenen Saison war die nötige Klausel noch in den Wettbewerbsmodalitäten verankert gewesen. „Aber das ist nicht für 20/21 fortgeschrieben worden. Sonst wäre es, das hat uns das Gericht auch bestätigt, einfacher gewesen. Es bleibt im Thüringer Fußball spannend, aber wir sind ja aus dem letzten Jahr kampferprobt“, so Penßler-Beyer weiter.



Weil seit Monaten im Freistaat nur Meuselwitz und Jena trainieren und spielen dürfen, hatte der Spielausschuss nach Rücksprache mit den Vereinen das Endspiel zwischen den beiden Regionalligisten am grünen Tisch festgelegt. Die übrigen 30 im Wettbewerb verbliebenen Mannschaften sollten mit je 2000 Euro abgefunden werden. Ähnliche Lösungen gibt es auch in anderen Bundesländern. „Es ist schon komisch: Sachsen und Brandenburg ziehen das auch durch, nur bei uns wird drei Wochen vorher wieder alles umgestoßen“, sagt Pinder.

Fehlen am bundesweiten Finaltag kostet Geld

Das TFV-Sportgericht fordert nun jedoch einen Vertreter unter den „noch im Wettbewerb befindlichen 32 Mannschaften zu ermitteln“ und begründet dies außerdem mit einem Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und das Fair-Play.

Der Verband muss also eine neue Lösung finden. Das von Fahner Höhe angestrebte Losverfahren sieht Penßler-Beyer kritisch, weil Thüringen dann nicht beim vom DFB groß aufgezogenen und live in der ARD übertragenen „Finaltag der Amateure“ dabei sein kann: „Das macht auch finanzielle Einbußen in Größenordnungen aus, denn wir müssen ja den gesamten Vorstandsbeschluss aufheben, darunter auch die für die Vereine avisierte Summe von 2000 Euro.“

Noch viel unwahrscheinlicher, wenn nicht gar unmöglich scheint aber, dass nun plötzlich der sportliche Weg beschritten wird. Der unverrückbare Termin für das Endspiel lautet: 29. Mai. Und auch die neue Corona-Verordnung wird nicht plötzlich den Amateursport für Erwachsene freigeben. Selbst für den utopischen Fall, dass alles anders kommt, fehlt den Vereinen nach einem halben Jahr Pause schlicht die nötige Vorbereitungszeit.

Die schriftliche Begründung des Sportgerichts-Urteils wird noch in dieser Woche erwartet. Mal schauen, ob der TFV dann doch in Berufung geht.