23. März 2020 / 14:24 Uhr

Sportgericht weist SV Ehrenhains Beschwerde ab

Sportgericht weist SV Ehrenhains Beschwerde ab

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Bewegte Zeiten: Ehrenhains Trainer Jörg Böckel (rechts) spielt gelegentlich für die eigene zweite Mannschaft. Hier geht er ins Laufduellmit Martin Pfefferkorn vom SV Zehma.
Bewegte Zeiten: Ehrenhains Trainer Jörg Böckel (rechts) spielt gelegentlich für die eigene zweite Mannschaft. Hier geht er ins Laufduellmit Martin Pfefferkorn vom SV Zehma. © Mario Jahn
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Fußball: Der SV Ehrenhain darf nicht im Halbfinlae des Thüringenpokals antreten. Der FSV Martinroda hingegen zieht kampflos ins Finale ein. SV-Trainer Jörg Böckel plädiert für Playoffs, falls die Saison zu Ende gebracht wird.

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Mehr oder weniger Corona-Hausarrest, langandauernd – und dazu noch das niederschmetternde Urteil des Sportgerichts von Montag. Für Thüringenligist SV Ehrenhain begann die Sportwoche überaus unerquicklich.

Auch wenn keiner weiß, wie, wann und ob irgendetwas weitergeht, zumindest in Sachen Thüringenpokal gibt es nun Klarheit für den SVE. Nach schriftlicher Verhandlung wies das Sportgericht die Beschwerde des Vereins zurück. Damit darf die Mannschaft von Trainer Jörg Böckel nicht im Halbfinale antreten und der FSV Martinroda zieht kampflos ins Endspiel ein.

Zur Begründung hieß es unter anderem: „Sinn eines Pokalwettbewerbes ist es, dass eine Mannschaft, die in der aktuellen Pokalrunde verliert, auch ausgeschieden ist.“ Die Spielordnung regele klar, dass nur die Sieger der jeweiligen Paarungen sich für die nächste Runde qualifizierten. Und weiter: „Dass der letzte Spielpartner der Pokalrunde als Nachrücker wieder am Spielbetrieb im Pokalwettbewerb teilnehmen kann, ist nicht vorgesehen.

Insolvente Erfurter

Hintergrund: Ehrenhain war ursprünglich im Viertelfinale an Rot-Weiß Erfurt gescheitert. Doch der Regionalligist meldete später Insolvenz an und zog sein Team zurück. Der SVE stellte daraufhin einen Antrag, das Halbfinale spielen zu dürfen – der Spielausschuss gab selbigem statt, weil er eine sportliche Lösung herbeiführen wollte. Das wiederum missfiel Martinroda, das vor das Sportgericht zog. Das gab dem Oberligisten in erster Instanz Recht. Ehrenhain legte daraufhin Beschwerde ein. Diese wurde nun verhandelt.

Unterdessen stehen Spiel- und Trainingsbetrieb ohnehin komplett still. So bleibt momentan nur eins. „Die Jungs müssen sich individuell fit halten. Ich denke, sie sind ehrgeizig genug, auch wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht“, sagt SVE-Trainer Jörg Böckel. Also müssen Lösungsvorschläge her. Der Verband hatte die Mannschaften bereits gebeten, ihre Meinungen zum weiteren Saisonverlauf mitzuteilen und dabei mehrere Möglichkeiten ins Feld geführt (siehe nebenstehender Beitrag).

Amerikanisches Vorbild

Natürlich hat sich Jörg Böckel auch darüber Gedanken gemacht. „Wenn wir erst im Mai wieder anfangen, schaffen wir es nicht, die Saison bis 30. Juni zu Ende zu spielen, wenn die Verträge der Spieler enden. Deswegen plädiere ich für Playoffspiele und eine Teilung der Liga.“ Der 37-Jährige schlägt einen Modus nach amerikanischem Vorbild vor. Demnach würde es zunächst Viertelfinals mit Hin- und Rückspielen geben, der Erste träfe auf den Achten, der Zweite auf den Siebten und so weiter. Bis dann in einem Finale der Landesmeister ermittelt würde.

Doch was passiert, wenn es gar nicht weiter gehen kann und die Saison vorzeitig abgebrochen wird? „Dann müssen wir das hinnehmen und brauchen gar nicht weiter darüber nachdenken. Dann kannst du eigentlich nur den Stand zur Winterpause nehmen“, meint Böckel. Das hieße: Ehrenhain wäre Vizemeister – würde den Titel nur wegen des schlechteren Torverhältnisses dem FC An der Fahner Höhe überlassen müssen. Die Frage ist freilich, was dieser Titel dann wert wäre. Und natürlich gibt es angesichts der momentanen Situation weit wichtigeres als Fußball-Spekulationen.