16. Juli 2020 / 14:09 Uhr

Sportgeschichte der BSG Chemie Leipzig schreibt Stadtgeschichte

Sportgeschichte der BSG Chemie Leipzig schreibt Stadtgeschichte

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Dr. Anselm Hartinger, Direktor der Stadtgeschichtlichen Museen Leipzig, und Alexander Mennicke von der BSG Chemie präsentieren das „AKS100“-T-Shirt. © BSG Chemie
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Sport trifft auf Kultur: Die BSG Chemie Leipzig feiert das 100. Jubiläum des Alfred-Kunze-Sportparks. Das geschaffene Projekt „AKS100“ ergründet die Historie des Vereins. Da diese ein wichtiger Teil der Sport- und Stadtgeschichte ist, haben die BSG und das Stadtgeschichtliche Museum eine Kooperation beschlossen.

Leipzig. Die BSG Chemie feiert das 100. Jubiläum des Alfred-Kunze-Sportparks und schloss nun eine Kooperationsvereinbarung mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Die Partner wollen Sportgeschichte und Stadtgeschichte noch enger gemeinsam denken und erlebbar machen.

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„Der Gedanke entstand, weil wir im Rahmen unserer Forschungen zu 100 Jahren Alfred-Kunze-Sportpark die Archive permanent nutzten. Im Gespräch kamen dann weitere Ideen auf wie die Stadtteileinbindung“, sagt Projektleiter Alexander Mennicke von der BSG.

Langfristige Kooperation

In drei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen war der Sportpark nicht nur ein Austragungsort für Sportereignisse, sondern auch für gesellschaftliche Prozesse, politische Diskurse und kulturelle Aneignung. Er ist wichtiger Teil der Leipziger Sport- und darüber hinaus der Stadtgeschichte. Genau diese Geschichte soll innerhalb des soziokulturell angelegten Projektes „AKS100“ erforscht und abgebildet werden.

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DURCHKLICKEN: Rundgang durch den Alfred-Kunze-Sportpark (März 2020)

Es gibt viel zu tun im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Stadt Leipzig will mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket für den Erhalt der traditionsreichen Spielstätte der BSG Chemie Leipzig sorgen. Zur Galerie
Es gibt viel zu tun im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Stadt Leipzig will mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket für den Erhalt der traditionsreichen Spielstätte der BSG Chemie Leipzig sorgen. © André Kempner

Vor diesem Hintergrund haben das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig und die BSG Chemie Leipzig e.V. eine tiefgreifende Kooperation geschlossen, in der es um die Zusammenarbeit bei der Erschließung der Sportgeschichte Leipzigs, die gegenseitige Unterstützung bei Partizipationsprojekten im Stadtteil und Stadtraum sowie die kulturelle Teilhabe der Stadtgesellschaft im Sinne der Mitbestimmung und Demokratie gehen wird.

„Wir freuen uns, mit dem Stadtgeschichtlichen Museum einen Partner gefunden zu haben mit dem wir nicht nur kurzfristig zusammenarbeiten, sondern auch auf lange Sicht kooperieren können. Für uns als Verein bieten sich so neue Möglichkeiten, zum einen die eigene Geschichte aufarbeiten zu können und zum anderen die BSG Chemie Leipzig als wichtigen Teil der Leipziger Stadtgeschichte festigen zu dürfen. Darüber hinaus ermöglicht uns die Kooperation zur Stadtteilentwicklung des Leipziger Westens beizutragen“, so AKS100-Projektleiter Alexander Mennicke.

Veranstaltungen zum Stadionjubiläum

„Der Alfred-Kunze-Sportpark gehört zu den legendären Sportstätten Leipzigs, und allein schon die dort beheimatete Vereinstradition der Tura und BSG Chemie verdient alle Anstrengungen einer gemeinsamen Erforschung. Und so wie wir im Sportmuseum mit unseren reichen Beständen immer auch den Bezug zur Stadtgeschichte, Quartiersentwicklung und den dort beheimateten soziokulturellen Bewegungen herstellen, bemüht man sich im Verein mit großer fachlicher Expertise, viel Herzblut und einem bewusst auch kritischen Geist um die Geschichte des Stadions und solcher Persönlichkeiten wie Georg Schwarz und Alfred Kunze. Wir freuen uns auf diese Kooperation und auf spannende Entdeckungen rund um Leutzsch, den Fußball und die Leipziger Zeitgeschichte“, freut sich Dr. Anselm Hartinger, Direktor der Stadtgeschichtlichen Museen Leipzig.

Mehr zu BSG Chemie Leipzig

In der Sammlung des Stadtgeschichtlichen Museums befinden sich unter der Stichwortsuche „TV Jahn Leutzsch", „BSG Chemie Leipzig", „Alfred Kunze/Alfred-Kunze-Sportpark" und „Georg-Schwarz-Sportpark" rund 500 Objekte aus dem Zeitraum der 1920-er Jahre bis in die Gegenwart. Diese Objekte finden sich in den Sammlungsbereichen Fotografie, Fotoalben, Plakate, Programmhefte, Sportkleidung und Memorabilia, wie Plaketten, Trophäen, Wimpel und Urkunden.

Die Partner unterstützen sich dabei sowohl in der Analyse und Vervollständigung der jeweiligen Archive als auch in der Umsetzung einzelner Veranstaltungen im Rahmen des Stadionjubiläums. Darüber hinaus sind sich die Partner einig, die Kooperation auch über das Jahr 2020 hinaus auszubauen, um mittel- und langfristig sowohl die Stadtgeschichte im Besonderen als auch die Sport- und Stadtteilgeschichte im Leipziger Westen, unter anderem die Entwicklungen des Arbeitersports zu erforschen und darstellbar zu machen. „Wir denken da auch an gemeinsame Veranstaltungen. Zum Beispiel planen wir einen Vortrag „Fußball im Nationalsozialismus – Nationalsozialismus in Leutzsch‘“, so Mennicke.