25. November 2020 / 14:05 Uhr

Sprint-Schwestern geben beim ESV Lok Döbeln Vollgas: „Wir pushen uns gegenseitig“

Sprint-Schwestern geben beim ESV Lok Döbeln Vollgas: „Wir pushen uns gegenseitig“

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Lok Döbeln hat mit Lisa Sprint die nächste Torgarantin an Bord.
Lok Döbeln hat mit Lisa Sprint die nächste Torgarantin an Bord. © Gerhard Schlechte
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Beim ESV Lok Döbeln verstärkt ein junges Familienduo seit Anfang der Saison erfolgreich das Frauen-Team in der Landesklasse. Die Schwestern Lisa und Rosa Sprint leben für den Fußball.

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Döbeln. Ein einziges Probetraining beim ESV Lok Döbeln hat die Sprint-Schwestern Lisa und Rosa überzeugt. Seit Beginn der Saison geben die Mädels Vollgas in Großbauchlitz und bringen frischen Wind in die „Oldie-Mannschaft” der Landesklasse-Kickerinnen. Und das mit vollem Einsatz. Die 19-jährige Lisa erzielte allein acht Tore in nur vier Einsätzen für Lok. Ihre zwei Jahre jüngere Schwester Rosa gab ihr Debüt vor der Corona-Zwangspause im Mittelfeld und stand gegen den Roten Stern Leipzig und die SpG BSV Schönau/Eintracht Süd II in der Startelf.

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Kapitänin Susann Grandke ist erleichtert über den Zuwachs der jungen Wilden: „Man merkt, dass die beiden von Kind an Fußball spielen.” Weiterer positiver Aspekt: Durch die beiden Neuzugänge war der Start des Teams in der Landesklasse auf dem Großfeld nicht mehr gefährdet. „Wir kämpfen jedes Jahr, dass die Mannschaft voll wird. 16 Spielerinnen müssen als Minimum im Kader stehen. Auf die kommen wir nun genau”, freut sich Grandke, die seit 20 Jahren im Verein kickt.

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Die Option, ein weiteres Jahr in der Kreisliga aufzulaufen, war für die 36-Jährige keine. „Das war für uns keine Herausforderung. Dafür waren wir zu gut.” Die Kapitänin ist Torgarantin beim ESV, bekannt für ihre Doppelschläge oder Hattricks. Allein in der Kreisliga-Partie gegen den SV Naunhof schoss Grandke einst sieben Buden – legendär.



Duo lebt den Sport

In der aktuellen Saison 2020/21 ist sie mit ihren Lok-Mädels nun wieder in der Landesklasse gefordert. Die Bilanz aus den bisherigen sechs Spielen kann sich sehen lassen: Rang drei nach fünf Siegen und einer Niederlage. Nur beim ZFC Meuselwitz verlor die Mannschaft mit 1:5. Sonst sorgt Lok in altbekannter Manier für Kantersiege und lange Gesichter bei den Gegnerinnen. Das Sprint-Duo schaut sich dabei natürlich viel bei der alteingesessenen Truppe ab. „Die Spielerinnen machen nach dem Match viel mit den jungen Mädels. Das finde ich gut”, kommentiert Lisa, die die Erfahrungen ihrer Mannschaftskolleginnen nach eigener Aussage regelrecht aufsaugt.

Ob das Team den Aufstieg anpeilt? „Wir wollen den ersten oder zweiten Platz erlangen”, gibt die 19-jährige Stürmerin vor. Das bestätigt auch Grandke, doch „ein Aufstieg ist nicht das Saisonziel”, erklärt die Goalgetterin. Zudem müsse man erst einmal sehen, ob überhaupt zu Ende gespielt werden kann – Corona-bedingt, versteht sich. Die Mädels halten sich im aktuellen Lockdown teilweise zu Hause fit, „einige aber sicher auch nicht.” Motivationsprobleme haben die Sprint-Girls, die zusammen in Gleisberg wohnen, jedenfalls nicht. „Wir pushen uns gegenseitig. Vor allem dann, wenn die andere mal keine Lust hat”, schmunzelt Lisa. Zickereien gibt es nicht. Dafür verstehen sich beide zu gut und leben gemeinsam den Sport.

Fußball geht vor Studium

Das Duo schnürte schon im Alter von fünf Jahren beim SV Gleisberg die Fußballschuhe, trat bei den Bambini gegen das Leder. Die Schwestern blieben bis zum Wechsel nach Döbeln beim Ausbildungsverein. Lisa profitierte zeitweise von einem Zweitspielrecht beim 1. FFC Fortuna Dresden. Eine weitere Option oder ein anderes Hobby gab und gibt es nicht. Im Gegenteil: Das "Rest-Leben" wird dem Fußball untergeordnet.

Erster Startelf-Einsatz für Rosa Sprint neben Kapitänin Susann Grandke im Duell gegen Roter Stern Leipzig.
Erster Startelf-Einsatz für Rosa Sprint neben Kapitänin Susann Grandke im Duell gegen Roter Stern Leipzig. © Antje Lange

Lisa studiert im ersten Semester Bauingenieurwesen in der Landeshauptstadt Dresden. Der Aufwand sei ähnlich wie in der Schule. „Das Training und die Spiele sind festgelegt, da habe ich auch keine Zeit fürs Studium”, räumt die 19-Jährige freimütig ein. Das taktet die Studentin, der das Online-Semester in die Karten spielt, drumherum ein und muss dann eben „nachsitzen”. Sie hofft, dass die Döbelner Truppe bald wieder auf Reisen gehen und in den Punktspielbetrieb starten kann – Mission: Tabellenspitze.

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