06. Januar 2021 / 12:15 Uhr

Sorge um den Nachwuchs: Laatzens Coach Carsten Stegen sieht verlorenen Jahrgang

Sorge um den Nachwuchs: Laatzens Coach Carsten Stegen sieht verlorenen Jahrgang

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Carsten Stegen spricht von einer tragischen Situation für die jungen Wasserballer.
Carsten Stegen spricht von einer tragischen Situation für die jungen Wasserballer. © Dennis Michelmann
Anzeige

Auch die Wasserballer der SpVg Laatzen könne ihrem Sport derzeit nicht nachgehen. Besonders kritisch sieht Carsten Stegen die Situation für den Nachwuchs: "Sie haben jetzt über ein Jahr lang nicht gespielt, da kann man schon von einem verlorenen Jahrgang sprechen", sagt der Trainer. 

Lustig sei es zugegangen beim traditionellen Weihnachtsbier der Wasserballer der SpVg Laatzen. 40 Leute waren dabei – natürlich nicht wie sonst in einer Gaststätte, dafür über die Videokonferenzplattform Zoom. „Ich dachte, das geht wie unsere virtuellen Fitnessübungen dort etwas länger als 40 Minuten. 19 Uhr fing es an, aber die letzten haben sich um 1.30 Uhr verabschiedet“, sagt Trainer Carsten Stegen.

Anzeige

Doch so schön das Wiedersehen am Bildschirm auch war, insbesondere mit einigen jüngeren Spielern aus Laatzen – die nächste Auflage werde hoffentlich wieder im Vereinsheim stattfinden. „Gerade für unsere Jugendlichen ist die Situation schon tragisch. Sie haben jetzt über ein Jahr lang nicht gespielt, da kann man schon von einem verlorenen Jahrgang sprechen“, sagt Stegen.

Mehr Berichte aus der Region

Eine Aktion der SpVg zu den Festtagen, an denen die jungen Wasserballer ihre Initialen auf Handtücher setzen lassen konnten, habe dem Verein viel positives Feedback vom Nachwuchs eingebracht. „Meine Hoffnung ist groß, dass viele dem Sport auch nach dieser langen Pause treu bleiben, die sie aus sportlicher Sicht aushungert“, sagt der Coach des Zweitligisten.

"Ein kleiner Silberstreif am Horizont"

Es sei natürlich schwierig, in diesem Sport ohne das wichtigste Element auf lange Zeit am Ball zu bleiben. „Da hängen wir am Tropf der Bäder“, wählt Stegen eine treffende Metapher. Solange die Schwimmbäder nur für Kaderathleten geöffnet sind, ist neben Ausdauerläufen und Krafttraining nicht viel möglich. „Es gibt einige taktische Sachen, die man auch ohne Wasser üben kann, sobald Gruppen wieder zusammenkommen können“, sagt der Trainer. Wo man sich etwa bei Überzahl hinzustellen hat oder andere positionsorientierte Bewegungen seien Ideen, die auch als Trockenübungen funktionieren können.

Momentan sei im Gespräch, dass die Pokalrunde mit den Erstligisten im Zeitraum Mai/Juni ausgetragen wird. „Das ist ein kleiner Silberstreif am Horizont und taugt auch als Trainingsziel“, sagt Stegen.