13. Juli 2018 / 15:06 Uhr

SpVg Laatzen will sich bei der Stadtmeisterschaft "ordentlich reinhauen"

SpVg Laatzen will sich bei der Stadtmeisterschaft "ordentlich reinhauen"

Ulrich Bock
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Laatzens Yannick Kahl grätscht zum Ball.
Laatzens Yannick Kahl grätscht zum Ball.
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Am Freitagabend startet die Laatzener Stadtmeisterschaft. Das Eröffnungsspiel bestreitet der Ausrichter SpVg Laatzen gegen den BSV Gleidingen. Die Sportliche Vereinigung hat sich für das Turnier und die neue Saison einiges vorgenommen.

Es wird allenthalben gelaufen, geschwitzt und auch schon gespielt – die Vorbereitung ist in vollem Gange. Und damit ist auch die Zeit gekommen, in der die Stadtmeister ermittelt werden. In Laatzen fungiert die Sportliche Vereinigung als Ausrichter, am Freitag geht es los. Um 18 Uhr eröffnen die Gastgeber das Turnier gegen den BSV Gleidingen und damit gegen den Titelverteidiger, im Anschluss trifft um 19.45 Uhr der FC Rethen auf den TSV Ingeln-Oesselse. Fünfter Teilnehmer ist Germania Grasdorf. Ermittelt wird der Sieger im Modus Jeder gegen jeden (Spielzeit 2x40 Minuten).

​"Wenn die erstmal ins Rollen kommen"

Cihan Sanli, Abteilungsleiter der SpVg, freut sich besonders darüber, dass „wir die Zusage haben, dass alle mit der ersten Mannschaft antreten. Natürlich ist die Stadtmeisterschaft ein Vorbereitungsturnier, es steckt allerdings eben eine gewisse Brisanz drin, die Jungs werden sich alle ordentlich reinhauen.“ Ein klassisches Finale gibt es nicht, es ist jedoch nicht gerade abwegig, dass die Entscheidung darüber, wer letztlich den Siegerpokal in die Höhe stemmen darf, am letzten Spieltag (Montag, 23. Juli) im Duell zwischen Gleidingern und Grasdorfern fällt. „Ich persönlich bin aber sehr gespannt, auf Ingeln-Oesselse“, sagt Sanli mit Blick auf den dritten Kreisligisten im Feld. Der FC Rethen sei als Team aus der 2. Kreisklasse zwar der Außenseiter, aber „wenn die erst einmal ins Rollen kommen, ist das ziemlich ansehnlich, was sie spielen“, betont Sanli, der da aus Erfahrung spricht, hatte er es doch in der vergangenen Saison als Trainer der Laatzener Reserve mit den Kickern vom Erbenholz zu tun.

Die Bilder vom Finale der Laatzener Stadtmeisterschaft 2017 zwischen dem BSV Gleidingen und dem TSV Ingeln-Oesselse:

Der Ingeln-Spieler legt Tempo mit dem Ball vor. Zur Galerie
Der Ingeln-Spieler legt Tempo mit dem Ball vor. © Dennis Michelmann

Keine klassische Traineraufteilung

Und die eigene Mannschaft? Die ist zwar „nur“ in der 1. Kreisklasse beheimatet, „aber sie spielt auf heimischer Anlage und mit einem neuen Trainer – da wird sich jeder zeigen wollen“, sagt der Spartenleiter. Gutes Stichwort: René Jopek ist neu an Bord bei den Gelb-Schwarzen, er bildet gemeinsam mit Nils Noormann ein Trainergespann. „Sie machen das als Team“, betont Sanli. „Es ist nicht die klassische Aufteilung Trainer und Co-Trainer.“ Zur Rückrunde der vergangenen Saison hatten Noormann und Steven Kahl als dessen verlängerter Arm auf dem Platz das Amt von Andreas Ekert übernommen, sie schlossen die Spielzeit auf Platz sieben ab.

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Mit Jopek und Noormann soll der Weg mittelfristig zurück in die Kreisliga führen. „Es ist kein Geheimnis, wir wollen so schnell wie möglich wieder hoch – passend dazu, dass im Umfeld in letzter Zeit wieder mehr passiert“, sagt Sanli und meint damit unter anderem eigene Turniere, aber auch vermeintliche Kleinigkeiten wie Aushänge mit den Spielterminen. „Wichtiger wäre mir allerdings, dass wir uns dann auch in der Kreisliga halten. Aufzusteigen und dann nur Lehrgeld zu zahlen – das bringt auch nichts.“ Das Ziel ist ein mittel- bis langfristiges, „in zwei, drei Jahren wäre schön“, so der Spartenleiter.

Den ersten Kontakt zum 40-jährigen Jopek, der von Sommer 2015 bis Ende der Hinrunde 2016/17 Co-Trainer in Koldingen war und zuvor in der gleichen Position Stephan Pietsch in Grasdorf assistiert hatte, gab es im April. Als er das Team am 1. Juli zum Aufgalopp bat, kannte Jopek es „gar nicht. Ich habe sie mir bewusst nicht angeschaut, um völlig unvoreingenommen an die Sache heranzugehen.“ Die erste Woche haben ihn positiv überrascht – „Kondition, Physis, das war richtig gut“, lobt Jopek. Die zweite sei im Gegensatz dazu eher schleppend verlaufen: „Wir haben viele Kurzurlauber, und dann sind da noch Festivals, was es nicht alles so für Studenten gibt.“

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Das Spiel war manchmal zum Hände-über-den-Kopf-schlagen oder nicht mit anzusehen. Zur Galerie
Das Spiel war manchmal zum Hände-über-den-Kopf-schlagen oder nicht mit anzusehen. ©
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"Glaube nicht, dass wir chancenlos sind"

Der Kader bleibt weitgehend beisammen. David Kahl ist nach Gleidingen gewechselt, ein oder zwei weitere Abgänge wird es darüber hinaus wohl noch geben. Einen echten Zugang gibt es bisher nicht, Patrick Nije hat sich jedoch nach längerer Pause zurückgemeldet, zudem werden sich die Laatzener mit einem Spieler verstärken, den es studienbedingt aus Baden-Württemberg in den Norden verschlagen hat. Es gilt allerdings noch, die Passformalitäten zu erledigen. „Mit zwei, drei anderen Akteuren führen wir noch Gespräche“, sagt Sanli. „Jetzt ist aber erst einmal Stadtmeisterschaft. Mal sehen, was da so geht. Das sind alles gute Gegner, wir wollen uns, so gut es geht, verkaufen“, betont Jopek. „Ich freue mich wirklich auf das Spiel gegen Gleidingen, da die sehr spielstark sind. Insgesamt glaube ich nicht, dass wir chancenlos sind.“


Das gelte auch für die gesamte Spielzeit, für die der neue Trainer sich selbst als Ziel gesetzt hat, mit der Mannschaft besser abzuschneiden als sie es in der vergangenen Saison getan hat – also mindestens Sechster zu werden. „Ich denke, dass das in der Staffel möglich ist.“