13. Januar 2021 / 13:41 Uhr

SSC gegen Stuttgart: Es geht um Punkte, Prestige und Psychologie

SSC gegen Stuttgart: Es geht um Punkte, Prestige und Psychologie

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Wollen auch bei ihrem Heimspiel gegen Stuttgart jubeln: die Volleyballerinnen vom SSC Palmberg Schwerin.
Wollen auch bei ihrem Heimspiel gegen Stuttgart jubeln: die Volleyballerinnen vom SSC Palmberg Schwerin. © Cornelius Kettler
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Am Donnerstag (20.30 Uhr) empfängt der SSC Palmberg Schwerin Tabellenführer Stuttgart zum Bundesliga-Spitzenspiel. Die Meisterschaftsentscheidung fällt zwar erst in den Playoffs, dennoch ist das Duell der beiden Top-Klubs wegweisend. Es geht um Punkte, Prestige und Psychologie.

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Es ist „nur“ das Hinspiel in der Volleyball-Bundesliga. Spannend und brisant ist das Duell aber in jedem Fall. Denn mit dem SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart treffen am Donnerstag (20.30 Uhr) zwei Vereine aufeinander, die jeweils den Anspruch erheben, die Nummer 1 in Deutschland zu sein. Es geht um Punkte, Prestige und Psychologie.

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„Sie sind aktuell das Maß aller Dinge in der Liga und in der Spitze wie auch in der Breite sehr stark aufgestellt“, schiebt SSC-Trainer Felix Koslowski die Favoritenrolle den Stuttgarterinnen zu. Ohne dabei sein Team zu kleinzureden: „Wir wissen aber auch, dass wir Qualität haben.“

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Die Schweriner Spielerinnen haben sich nach langer Corona-Zwangspause am vergangenen Sonnabend mit einem 3:0-Heimieg gegen Straubing erfolgreich im Liga-Spielbetrieb zurückgemeldet. Sie gehen das Top-Duell, das ursprünglich am 20. Dezember angesetzt war, mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Respekt an. „Wir freuen uns auf das Spiel. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut“, berichtet Zuspielerin Femke Stoltenborg. Die Holländerin, die vor Saisonbeginn zum SSC wechselte, spielte in ihrer Karriere zwei Mal für Stuttgart.

Auch die Trainer beider Mannschaften sind alte Bekannte und gute Freunde. Tore Aleksandersen, von 2003 bis 2008 sowie in der Saison 2010/11 Cheftrainer der Schwerinerinnen, holte zwei Meistertitel und gewann zweimal den DVV-Pokal mit dem SSC. Der Norweger engagierte Koslowski als 18-Jährigen als Co-Trainer. „Er hat mich in einer schwierigen Situation reingeholt“, berichtet Koslowski, dessen Mutter damals an einer schweren Krebserkrankung litt. „Wir pflegen ein gutes und respektvolles Verhältnis“, sagt der heute 36-Jährige.

„Ich freue mich auf die Rückkehr nach Schwerin. Dort habe ich sportlich und privat viel erlebt. Mein Sohn kam dort zur Welt. Aber jetzt geht es darum, mit Stuttgart erfolgreich zu sein“, lenkt Stuttgarts neuer Coach den Fokus auf das Sportliche.

Koslowski hofft, dass er wieder auf Romy Jatzko und Anna Pogany zurückgreifen kann. Beide hatten aufgrund leichter Erkältungssymptome gegen Straubing gefehlt, sind aber wieder im Training. Fraglich ist der Einsatz von Mittelblockerin Lauren Barfield. Die US-Amerikanerin hatte in den vergangenen Tagen wegen einer Wirbelblockade Rückenprobleme.

Das bislang letzte Duell gegen Stuttgart hatte der SSC mit 3:1 für sich entschieden. Allerdings liegt das Spiel 390 Tage zurück und besitzt aufgrund der neu formierten Mannschaften keine Aussagekraft mehr.

In dieser Saison haben die Schwäbinnen erst ein Spiel verloren. Aleksandersen formuliert klare Ziele: „Ich will die Spielerinnen und die Mannschaft besser machen. Ich habe die Aufgabe nicht übernommen, um Zweiter oder Dritter zu werden. Wir wollen Meister werden.“ Der Satz ist eine Kampfansage und verdeutlicht die Brisanz des Duells. Er hätte genau so gut vom Schweriner Trainer stammen können.