14. Oktober 2020 / 19:26 Uhr

Urteil zur Topspiel-Farce gegen Juventus: SSC Neapel wird nach Fernbleiben wegen Corona bestraft

Urteil zur Topspiel-Farce gegen Juventus: SSC Neapel wird nach Fernbleiben wegen Corona bestraft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die SSC Neapel um Trainer Gennaro Gattuso (Foto) hat am Mittwoch eine empfindliche Strafe erhalten.
Die SSC Neapel um Trainer Gennaro Gattuso (Foto) hat am Mittwoch eine empfindliche Strafe erhalten. © imago images/LaPresse/Montage
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Nachdem die SSC Neapel wegen einer angeordneten Corona-Quarantäne nicht zum Spitzen-Duell gegen Juventus Turin gereist war, das Spiel aber dennoch angesetzt wurde, wurde das Team um Trainer Gennaro Gattuso nun vom Verband bestraft.

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Es waren abstruse Bilder, als die Mannschaft von Juventus Turin am 4. Oktober im eigenen Stadion auf den Gegner SSC Neapel wartete - der allerdings nicht kam. Keine Überraschung, weil das Team von Trainer Gennaro Gattuso aufgrund einer Anordnung des lokalen Gesundheitsamtes in Corona-Quarantäne weilte und sein Fernbleiben bereits im Vorfeld des Serie-A-Spiels angekündigt hatte. Der Verband sagte das Top-Spiel dennoch nicht ab - und setzt nun noch eine Strafe gegen die Neapolitaner oben drauf. Die hatten eigentlich eine Verschiebung beantragt.

Der Tabellen-Achte der italienischen Liga wurde nun offiziell von einem Sportrichter zum Verlierer der Partie erklärt. Das Spiel wird mit 3:0 für Juventus gewertet, zusätzlich wird Napoli ein Strafpunkt abgezogen. Die Begründung: Die Handlungen der Gesundheitsbehörden seien dem Richter nicht als "völlig unvereinbar" mit dem Gesundheitsprotokoll des italienischen Verbandes erschienen. So wird der Jurist von der Corriere dello Sport zitiert.

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Die Serie A hatte darauf verwiesen, dass ein vom nationalen Verband FIGC und der italienischen Regierung genehmigtes Protokoll nicht infizierten Fußballern erlaubt, isoliert zu trainieren und nach negativen Tests auch an Spielen teilzunehmen. Es gebe keinen "Fall höherer Gewalt" in diesem Verfahren, so der Richter in seinem sieben Seiten umfassenden Urteil. Der Schiedsrichter und die Spieler von Juventus Turin waren am 4. Oktober formal auf dem Rasen aufgelaufen und hatten auf den Gegner gewartet, obwohl klar war, dass dieser nicht anreisen würde. Auch die Aufstellung war verkündet worden und sogar einige Zuschauer in der Arena anwesend.

Kurz nach der Partie hatte die Gazzetta dello Sport berichtet, die SSC Neapel prüfe im Falle einer Niederlagen-Wertung rechtliche Schritte. Auch der italienische Sportminister hatte sich nach der Partie zu Wort gemeldet. Minister Vincenzo Spadafora schien Neapel zunächst den Rücken zu stärken, als er erklärte, dass Gesundheitsbelange immer Vorrang vor anderen Interessen hätte. Nun hat das Sportgericht doch gegen den SSC entschieden. Ob Neapel tatsächlich rechtliche Schritte einleitet, wurde zunächst nicht bekannt.